Gesellschaft | 14.11.2006

„Die EYP kann einen Erfahrungsaustausch zwischen West- und Osteuropa ermöglichen“

Text von Claudia Peter
Eigentlich studiert er Wirtschaft, Marketing und Logistik, doch sein Herz schlägt für den Journalismus: Dumitru Iovu, seit 2004 Vorstandsmitglied des Centre of young journalists Moldova und neu auch im Vorstand der Europäischen Jugendpresse (EYP). Tink.ch sprach mit ihm über die Pressefreiheit und Osteuropa.
Dumitru Iovu's Herz schlägt für den Journalismus. Seit einigen Tagen ist der Moldawe im Vorstand der Europäischen Jugendpresse. Fotos: Claudia Peter "Ich werde über gemeinsame Projekte und Visionen nachdenken."

Moldawien ist erst seit diesem Frühling Mitglied der EYP. Gab es seitdem bereits irgendwelche Veränderungen für deine Organisation und eure Medienschaffenden?

Ja, es gab einige Veränderungen. Zuvor hatten wir keine externen Erfahrungen und haben nur auf nationaler Ebene gearbeitet. Diesen Sommer hat dann ein Trainingskurs für die Mitglieder der EYP in Moldawien stattgefunden. Daran konnten Leitungspersonen von uns teilnehmen. Unsere Mitglieder profitieren insofern, als dass sie lernen, wie Zeitungen in anderen Ländern arbeiten. Sie können ihre nationalen Erfahrungen mit den internationalen Tätigkeiten vergleichen.  

Nun entwickelt sich die EYP ständig weiter. Sie wirft gar einen Blick über die europäischen Grenzen hinaus und plant einen Studienbesuch in Senegal. Wie stehst du einer allfälligen Erweiterung gegenüber?

Ich stehe hinter diesem Studienbesuch. Wir gehen bloss dorthin und schauen, wie sie in Senegal arbeiten und wie in Afrika Medienarbeit betrieben wird. Ich habe auch kein Problem damit, wenn afrikanische Organisationen Mitglied werden möchten. Die Leute aus Afrika sollten dieselben Möglichkeiten haben wie wir und die EYP sollte diesbezüglich flexibel sein. Wir können die Europäische Jugendpresse in Weltjugendpresse umbenennen.  

Anschliessend an die Generalversammlung wird eine Diskussion zur Pressefreiheit stattfinden. Damit verbunden ist auch die Thematik der freien Meinungsäusserung. Wie steht es um diese beiden fundamentalen journalistischen Freiheiten in Moldawien?

Wir versuchen natürlich zu erreichen, dass die Leute alles ausdrücken, was sie möchten. Das Problem besteht allerdings darin, dass viele Zeitungen Geld von der lokalen Administration bekommen und sich ihr gegenüber lieber nicht negativ äussern. Die Texte handeln daher vor allem von Musik, bekannten Leuten und dergleichen.  

Vielleicht kann die EYP einen Beitrag zur Pressefreiheit leisten. Hat sie in Osteuropa sonst noch irgendwelche Einflussmöglichkeiten?

Ja, sie kann zum Beispiel einen Erfahrungsaustausch zwischen West- und Osteuropa ermöglichen. Ich nehme an, dass viele junge Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit haben werden mittels Praktika in Westeuropa zu arbeiten und die Medien dort kennen zu lernen.  

Dies ist die erste Generalversammlung der EYP, an der Moldawien teilnimmt. Du bist nach Berlin gereist, um euren Vorstand zu vertreten. Was wirst du nach deiner Rückreise als erstes tun?

Ich werde alle Informationen den Mitgliedern präsentieren. Wir können ein Treffen veranstalten und über mögliche Aktivitäten diskutieren, die wir zusammen organisieren könnten. Zudem werde ich auch über gemeinsame Projekte und Visionen nachdenken.

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