Gesellschaft | 20.11.2006

Beach Party

Text von Dominik Lüdi
Langenthal wurde geflutet, von Badehunrigen und Tanzwütigen. Letztes Wochenende war es wieder einmal so weit: Mitten im November fand wie alle Jahre eine Beach Party statt. Hunderte von Partyfreudigen strömten in unsere Stadt, um etwas zu erleben.
Party People in Langenthal.

Das stellt man sich am besten so vor: Du fährst mit dem Velo durch die Nacht. Es ist schweinekalt. Als Einheimischer bist du auf dem Weg zur Party gezwungen, alle 100 Meter einer Meute betrunkener oder aggressiver Jugendlicher den Weg vom Bahnhof zur Party zu erklären. Frauen, oder besser gesagt Girls, sind keine dabei. Die haben sich – wie auch immer – eine Mitfahrgelegenheit organisiert.

Frieren verboten

Vor der Halle ist Anstehen angesagt. Bei eisigen Temperaturen reiht sich Minirock an Minirock in der Schlange. Die zahlreich vertretenen Möchtegern-Machos tragen dabei meistens noch die engeren Tops als die Mädchen mit ihren Playboyhäschen-Outfits. Und keiner darf zeigen, dass er friert. Einer mit einer Winterjacke lacht im Stillen neben einem übergrossen Macho-Man, der sein Geld bibbernd schon 50 Meter vor der Kasse in der Hand hält. 

25 Franken ärmer, dafür mit einem verschmierten Stempelabdruck auf dem Handgelenk geht es an der Security vorbei. Drinnen herrschen Grad – und das im November.

Whirlpool mit besoffnenen Insassen

Wer zu blöde war, die Jacke im Auto zu lassen, kann gleich noch mal ordentlich was an der Garderobe abdrücken. Und sofort grinst der Macho-Man zurück. Direkt vor dem Eingang zur grossen Halle begegnet man einem Whirlpool mit besoffenen Insassen. Alles etwa 20-Jährige, die es irgendwie geschafft haben, in dieser Saukälte mit Badehosen aufzukreuzen. Egal, drinnen ist es so heiss, dass man am liebsten gleich alles ausziehen möchte.

Bei dieser Affenhitze und den galaktischen Getränkepreisen ist jedoch ein grosses Portemonnaie gefragt. Obendrein quatschen einen auch noch dauernd wildfremde junge Frauen an und betteln um einen Drink. Viele der Mädchen haben aus Prinzip kein eigenes Geld dabei. Wenn du also nicht als armer Mann enden willst, lässt du das Spendieren lieber sein. Kennenlernen liegt an dieser Party sowieso nicht drinnen. Ist wahrscheinlich auch nicht nötig. Viele gehen also ohne Erfolgserlebnis nach Hause, Spanner vielleicht ausgenommen.

Fazit

Zu viel Geld ausgegeben für einen wenig berauschenden Abend. Am schlimmsten trifft es wohl diejenigen, die nach der Party bei klirrender Kälte noch auf den ersten Zug warten müssen. Den Weg zum Bahnhof müssen sie diesmal aber schon selber finden, ich war nämlich Gott sei Dank dieses Jahr nur noch in dieser Kolumne mit dabei, an der Beach Party.