Kultur | 27.11.2006

20-Jahre-Shooting mit den Toten Hosen

Text von Lailo Sadeghi
Fryderyk Gabowicz ist sozusagen der persönliche Fotograf der Toten Hosen. Die besten seiner Fotos, die während der letzten 20 Jahre entstanden sind, kommen jetzt gesammelt in einem Fotobuch heraus.
Die Toten Hosen und ihre Fans. Beispiele aus dem drei Kilo schweren Fotobuch. Fotos: Fryderyk Gabowicz

Wie Fryderyk selbst sagt, befinden sich in seinem Archiv über 200’000 Fotos rund um die Toten Hosen. Die besten 742 sind jetzt in Form eines Bildbandes vom Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf erschienen. „Die Toten Hosen, Fotografien von Fryderyk Gabowicz. 1986 bis 2006. Live, Backstage, Studio“ nennt sich das Ding und wiegt beinahe drei Kilo. Das sind 352 Seiten voller Farbfotografien, gedruckt auf hochwertigem Papier im Format 24 x 30 Zentimeter. Das erklärt wohl auch den stolzen Kaufpreis von 85 Franken.

Doch man bekommt schliesslich auch was für das Geld. Die Fotos zeigen die Intensität der Konzerte sowie Backstage- und sonstige Erlebnisse und gewähren Einblick in die Welt und Geschichte dieser unglaublichen Band.


Anekdoten und Hintergrundinformationen

Begleitet werden die Bilder von direkten, ehrlichen und humorvollen Kommentaren des Fotografen sowie von Campino, Kuddel, Breiti und Andi persönlich. So manch interessante Anekdote und Hintergrundinformation erblickt auf diese Weise das Tageslicht. Wer wusste zum Beispiel, dass sich auf dem Grund des Chiemsees noch zwei goldene Schallplatten von Kuddel und Breiti befinden?

Preisverleihungen und Trinkgelage
Authentisch wie eine Biographie und chronologisch geordnet zeigt das Buch einen Teil der Geschichte und Vielfältigkeit der Band. Konzerte in argentinischen Klubs, Preisverleihungen in deutschen Fernsehstudios, Radtouren durch die ehemalige DDR, Trinkgelage um die ganze Welt. Das Buch von Fryderyk zeigt die ehemals chaotischen Punkrocker und heute professionellen Rockstars in fast allen Lebenslagen. Die vielen festgehaltenen Momente aus dem Hosenuniversum lassen das Herz eines jeden Fans höher schlagen.

Ein bisschen Bravo

Was jedoch sehr deutlich wird, ist die Tatsache, dass Fryderyk Gabowicz für die Zeitschrift Bravo gearbeitet hat. Nicht wenige der Fotos sind Postermotive und nicht gerade interessant. Es fehlen zudem die letzten vier Jahre. Am Ende des Buches finden sich lediglich noch ein paar Studiofotos vom letzten Juni. Also eigentlich nur 16 Jahre Tote Hosen.

Insgesamt ist das Buch ein sehr gelungenes Druckwerk. Und wer im Bann der Toten Hosen steht, sollte sich eine Anschaffung ernsthaft überlegen.

Auf der Lailoskala hat dieses Buch 92 von möglichen 100 Punkten erreicht.

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