Reggae und Ska im Takatuka

Mal sanft und leise, mal witzig und spritzig, mal hart und träge. Das ist die dreiköpfige Band „Lama“ aus Basel. Am Samstag 16. Dezember macht die Reggae und Ska-Band bereits zum zweiten Mal Halt im Takatuka in Däniken, bevor sie ihre Tour in Deutschland fortsetzt. Die drei Musiker bieten an ihren Konzerten jeweils eine geballte Mischung aus Ska, Reggae und Punk. Mit im Gepäck ist die junge Band „Steel Skeleton“ aus Bern. Mit einer Mischung aus jamaikanischem Ska, Reggae und Dub, sowie Einflüssen aus Rock, Blues, Jazz, Punk und Flamenco ergänzen sie den Auftritt von Lama perfekt.  

Günstige Preise, billige Drinks

Die Reggae und Ska Night im Takatuka wird von der Arbeitsgruppe Alternatives Däniken AGAD organisiert, die sich für alternative und unkommerzielle Veranstaltungen im Niederamt einsetzt. Mit günstigen Konzertpreisen und billigen Getränken wollen sie den Jugendlichen und jungen Menschen aus der Umgebung ein spannendes und abwechslungsreiches Programm anbieten. Pro Konzerteintritt geht zudem ein Franken an das Bündnis Erdogan E.! gegen Ausschaffungen und Auslieferungen in die Türkei. Die Reggae und Ska Night beginnt im Takatuka um 20:30 Uhr. Türöffnung ist eine Stunde vor Konzertbeginn. Der Eintritt beträgt 8 Franken.  

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Der Kampf um die Freiheit gefangen zu sein

Rauchen ist etwas Böses, das hat uns die Prävention gesagt. Ausserdem soll Solothurn auch bald die schönsten Frauen von Europa haben, so wie Schweden. Bis es soweit ist, können wir Solothurnerinnen und Solothurner uns an dem strengsten Tabakgesetz der Schweiz erfreuen. Die Tatsache, dass in der Schweiz pro Jahr über hundert Menschen am Passivrauchen zu Grunde gehen, war nur einer der guten Gründe, warum ein Ja an diesem schönen Wahlsonntag mehr als notwendig war. Die intoleranten Raucher kümmert das ja wohl wenig, diese Asozialen. Da musste einfach ein Gesetz her. Denn über hundert Menschen pro Jahr sind ganz schön viele, das könnte man schon fast als Massenmord bezeichnen. Man muss schon sehr weit suchen um noch schlimmere Schweizer Genozide zu finden. Etwa die Autoindustrie mit ihren Verkehrstoten ist noch ein bisschen schlimmer. Die befördert jährlich gleich mehrere hundert Menschen ins Grab. Im Jahr 2005 waren es etwa 400.

Da könnte ja jeder kommen

Vor einem Rückgang der Beliebtheit von Beizen, Bars und Discos müssen wir uns keineswegs fürchten, denn schliesslich gibt es ja mehr Solothurnerinnen und Solothurner, die nicht rauchen. Vielleicht sind es auch nur mehr die Nichtrauchenden, die abstimmen gehen. Jedenfalls ist es nur logisch, wenn wir diese ab nächstem Jahr vermehrt in Gaststätten antreffen werden. Also ist es auch ableitbar, dass Restaurants dank diesem neuen Gesetz mehr Umsatz erzielen werden. Warum Betreiber solcher Orte nicht selbst auf die Idee gekommen sind, ein Rauchverbot einzuführen, weiss ich auch nicht. Und warum sie in die Opposition gegangen sind, kann ich erst recht nicht nachvollziehen. Von wegen Gewerbefreiheit. Da könnte ja jeder kommen. Die muss man eben zu ihrem Glück zwingen, mit Sicherheit werden sie mehr verdienen als vorher. In anderen Ländern war das ja auch so.

Wie gerne wäre ich jetzt in Schweden

Mit der Gesundheit verhält es sich wie mit der Schönheit, gewisse Einschränkungen – Pessimisten mögen es Leiden nennen – gehören einfach dazu. Auch in dieser Hinsicht sollte Schweden zu unserem Ideal werden. Die sind uns dort drüben nämlich einen Schritt voraus, zum Beispiel mit dem Umgang des Alkoholproblems. Um den übermässigen Konsum einzudämmen, eignete sich der Staat das Monopol an Getränken, deren Alkoholgehalt 3,5 Prozent übersteigt, an. Es hat funktioniert. Seither wird deutlich weniger getrunken. Denn die gesundheitsliebenden Staatsmänner und Staatsfrauen haben nicht nur die Steuern auf solche Getränke massiv erhöht, sondern auch noch zusätzliche knifflige Hindernisse und Gesetze eingebaut.

Die Lösung aller Probleme

Wenn wir schon dabei sind uns das Leben mit rauchfreien Beizentouren und qualmlosen Spitalaufenthalten zu verschönern, sollten wir uns eigentlich auch um unsere Sicherheit Gedanken machen. Was nützen uns Gesundheit und die beste Prävention gegen Krebs, wenn wir doch vom nächsten Kriminellen abgestochen werden? Dazu sollten wir England zum Vorbild nehmen. Dort wurde zur Bekämpfung von Kriminalität und natürlich auch von Terrorismus die Totalüberwachung eingeführt. Auf 14 Bewohner eine Überwachungskamera. Und klar hat es funktioniert. Seit 1995 gingen Straftaten stetig zurück. Wo doch die Anzahl der Verbrechen im glorreichen Königreich in den letzten hundert Jahren immer nur gestiegen ist.

Die Mutter aller Probleme

Man erkennt also schnell: Die Mutter aller Probleme ist unsere Freiheit. Sie allein ist dafür verantwortlich, dass tagtäglich so viele Menschen sterben. Sie ist der Grund warum wir es nicht schön haben hier. Wir müssen sie eindämmen. In Holland etwa ist es erlaubt, Marihuana zu konsumieren. Deswegen müssen dort auch mehr Leute als sonst wo regelmässig den Psychiater besuchen. In Amerika, wo jeder Idiot zu einer Schusswaffe gelangt, werden – wer hätte es gedacht – weltweit die meisten Menschen erschossen. Solche Beispiele gibt es zuhauf. Wo die Menschen frei sind, passiert etwas Dummes, Unproduktives. Und die Bevölkerung stirbt in Massen. Sei es durch Passivrauch, Schusswaffen oder Autounfälle. Der Mensch kann mit Freiheit einfach nicht umgehen und das will er auch gar nicht.

Ein Hoch auf die Vorzeige-Demokratie

Ein rauchfreies Solothurn ist natürlich ein akzeptabler Anfang. Ich fordere jedoch mehr. Die ganze Schweiz, ja die ganze Welt, soll rauchfrei werden. Wir wollen schliesslich gesund sein. Und eine Kamera auf 14 Bewohner brauchen wir hier sowieso schon lange, besser wären noch mehr. Wir wollen schliesslich sicher sein. Der freie Mensch ist gefährlich, setzen wir dem kollektiven Selbstmord ein Ende. Erfinden wir neue Gesetze, viele neue Gesetze. Mögen wir bald alle gesund werden und in einem schönen System ohne Eigenverantwortung und dergleichen glücklich bis ans Ende unserer Tage leben können. Ohne Sorgen, ohne Zweifel, ohne Nichts.

Vielfalt an der Swiss Comedy Gala

Einzige ausländische Gäste an diesem Abend in Zürich waren die Gewinner des Swiss Comedy Award, das Duo Zärtlichkeiten mit Freunden. Und wie schon knapp zwei Wochen zuvor im KKL in Luzern boten sie auch im Miller’s Studio wieder eine kurze aber stechende Show.  

Schräges Musik-Kasperett

Was sie unverwechselbar macht, ist diese gekonnt gespielte Distanz. Da tratschen zwei auf der Bühne die längste Zeit über ostdeutsches Kleinbürgerleben, über das Punktespiel im Quartier und Frau Meissners Kniescheibe, die wegen einer Blutgrätsche heraussprang und wieder angetackert werden musste, und das Publikum starrt gebannt zur Bühne, als wäre das etwa spannend. Und es wartet auf ein Konzert, denn da ist ein grosses Schlagzeug aufgebaut, ein Notenständer und eine E-Gitarre. Doch die musikalischen Einlagen sind kurz und alles andere als Ohrengenuss. Zärtlichkeiten mit Freunden machen nicht etwa Rock, sie machen Musik-Kasperett. Eine bisher nie gesehene Form der komischen Künste, die hier mit viel Kulisse protzt und da im nächsten Augenblick mit absoluter Schlichtheit besticht. Mit gezielten Pointen, die aus dem Nichts hervorspriessen. 

Bezauberndes Geldfischen

Schlicht präsentierte sich auch Michel Gammenthaler, zumindest in Sachen Kleidung. Ganz in schwarz kam er hinter dem Vorhang hervor und wollte nicht recht ins Bild der bunten lustigen Comedians passen. Doch Zeit um Nachzudenken blieb den Zuschauenden nicht. Schon fischte der Zauberer allerhand Münzen aus der Luft. Man konnte beim besten Willen und auch bei angestrengtem Hinschauen nicht erkennen, was da vor sich ging und blieb zwangsläufig etwas perplex im Dunkel des Saales sitzen.        

Verkrampfte Auflockerung

Durch den Abend führte Annette Corti wild, dynamisch und ungestüm als Henriette Hilpert und verkrampft und scheu als Hilperts Assistentin. Letztere Rolle zog sie derart konsequent durch, dass man tatsächlich Mitleid mit der stotternden Assistentin bekam. Diese sollte für Auflockerung zwischen den Nummern sorgen, ihre Intermezzi jedoch führten viel eher zu einer verkrampften Atmosphäre, zwischendurch unterbrochen von einem Lacher, wenn die Assistentin ihren Lieblingswitz, ihr Lieblingslied oder ihre Lieblingseselsbrücke vorlas.  

Weihnächtliche Stimmung

Während sich Crusius & Deutsch als schräge Serviertöchter um eine Weihnachtsstimmung bemühten und ihre Version von Josef und Maria natürlich in Versform vorgetragen mit dem Satz “Ig bi verchrazet überall, jetzt gänds öis huere Siech en Stall” beendeten, präsentierte Margrit Bornet ihre Verwandlungskünste. Mal kam sie als hippe coole Jugendliche auf die Bühne, mal als braves Schulmädchen und dann wieder als die Mutter der beiden. Kurze durchaus amüsante Einlagen. Mehr Zeit nahm sich Veri, der Abwart. Er kam zur Hintertür herein mit einem klapperigen Wagen aus und voll Recycling-Material im Schlepptau. Nachdem er diesen auf die Bühne gehievt hatte, begann er zu plaudern und zu tratschen, über Hindermoos und Sicherheitsvorkehrungen und vieles mehr.  

Präzises Geplapper

Richtig Dampf gaben zum Schluss Christian Gysi und Bruno Maurer als Duo Pasta del Amore. Ihre Wortakrobatik steigerten sie, bis dass sie halbe Wörter im dauernden Wechsel plapperten und das ganze erstaunlicherweise nach einem fliessenden Satz tönte. Einmal die Zuschauer in ihrem Bann, fuhren sie allerlei Wortspielerei auf, fanden, dass eine, die am längsten den Atem anhalten kann, Miss Lungä heissen sollte und die Gescheiteste Miss Bildung. Entschuldigten sich aber sogleich für diesen bei genauem Betrachten etwas groben Ausrutscher und kamen auf Berufe zu sprechen. Ein Gärtner müsste Tom Ate heissen, befand Christian und Bruno gab dem Tontechniker den Namen Mik Chegger. Glück gehabt, der Junge.      

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“Arroganz ist eine Art von Ehrlichkeit”

Mando Diao eilen seit ihren als Debut-Album erschienenen Demos von Konzert zu Konzert. Die Interviews der fünf jungen schmucken Herren aus Schweden sind legendär. Ob das an ihnen oder den Medien liegt, ist wohl individuell zu beantworten. Tink.ch hat sich mit Carl Johan Fogelklou und Mats Björke in ihrem “Dressing Room” in der Züricher Maag Event Hall unterhalten. Dabei sollte das Selbstbild der Band nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken, was sich aber als nicht ganz einfach erwies.    

Draussen vor dem Konzertlokal standen bereits sieben Stunden vor Konzertbeginn kreischende Mädchen. Seid ihr eine Boygroup?

Carl Johan Fogelklou: Ja, wir sind eine Boygroup. Wir sind die Beatles des 21. Jahrhunderts, fünf Jungs zusammen in einer Band. Lass es uns Boyband nennen.

Boygroups sehen vor allem gut aus…

Ja natürlich profitieren wir davon. Wenn eine Band gut aussieht, ist das nie schlecht. Klar, gewisse Leute nehmen uns deswegen nicht ernst, aber ich hoffe, dass sie es tun, wenn sie uns auf der Bühne sehen und unsere Musik hören, dass sie dann merken, dass alles echt ist. Wir sind momentan meiner Ansicht nach die ehrlichste Band.  

Die ehrlichste Band?

Ja, alles was wir spielen, ist echt. Wir denken nicht so viel. Wir tun einfach. Wenn wir spielen, wenn wir aufnehmen, wenn wir auftreten, ist das immer ehrlich. Auch untereinander sind wir so ehrlich und klar. Ich glaube, die Leute merken das, wenn sie uns sehen und erleben. Es ist ehrliche Freude. Und wenn wir manchmal arrogant sind, ist auch das eine Art von Ehrlichkeit, denn manchmal fühlen wir uns einfach so.  

Habt ihr es satt, immer auf eure Arroganz angesprochen zu werden?  

Nein, mich frustriert nichts. Warum sollte ich irritiert sein, wenn mir ein Journalist Fragen stellt. Wir haben uns noch nie vorher gesehen, es ist das erste Mal, dass wir miteinander sprechen. Warum sollte ich da böse werden. Wenn du mich etwas fragst, antworte ich, und das ehrlich. Ich möchte dir bei deiner Arbeit helfen, so gut es geht. Und du hilfst mir. Wir müssen zusammen arbeiten.  

Mats Björke: Ich glaube, dieses Bild von uns als Band verändert sich laufend. Bei jedem Album bekommst du eine neue Seite von uns zu sehen. Nun haben wir “Ode to Ochrasy” raus gebracht und das ist sehr sehr Mando Diao, so wie wir jetzt sind. Und das nächste Album wird hoffentlich noch mehr so sein, wie wir. Damit ist jedes Album ein historisches Dokument unserer Band.  

Carl Johan Fogelklou: Vielleicht sind wir jetzt weniger arrogant, weil wir zufriedener sind. Wir freuen uns über den Erfolg. Ich bin jeden Tag noch glücklicher.  

Nach der Veröffentlichung eures letzten Albums “Hurricane Bar” habt ihr gesagt, dass es nun wieder Zeit für ein Rock’n’Roll-Album wäre. Als es dann draussen war, habt ihr es eher als ein Hangover-Album bezeichnet.

Zur Zeit von “Hurricane Bar” haben wir alle diese Eindrücke aufgesogen. Wir haben so viele schöne und hässliche Dinge gesehen. Die sind nun im aktuellen Album integriert. Vielleicht ist es ein Hangover von Gefühlen.

Die Leute fangen dann an, eure Texte zu interpretieren.

Das ist interessant und beweist, dass die Leute sich unsere Musik anhören. Das macht uns glücklich. Wir können nur sagen, was wir meinen und denken. Für jeden bedeutet es wieder was anderes.  

Ich erinnere mich an zwei Festivalauftritte von euch im letzten Sommer. In Deutschland und in der Schweiz. Das Publikum hat völlig unterschiedlich reagiert.

Ja, wir bemerken den Unterschied. Es ist das Gras. Die Schweizer rauchen mehr davon und hören besser auf die Musik. Die Deutschen machen eher Party und trinken viel Bier.

Kürzlich waren wir im französischen Teil der Schweiz und die Leute standen still und haben uns zugeschaut. Nur die Mädchen in der ersten Reihe haben gerockt, aber das waren Deutsche. Es ist interessant, die verschiedenen Reaktionen des Publikums zu sehen. In Japan sind die Leute ganz still zwischen den Stücken, sie wollen genau hören was wir sagen. In Europa schreien sie mehr und in Amerika ist nur Geschrei zu hören.  


Ihr fordert es ja heraus, mehr zu schreien als ihr selbst.

Ja, das hoffe ich. Es ist toll, wenn die das tun, auch während den Songs. Das zeigt, dass die Leute voll dabei sind.  

Was ist euch am wichtigsten wenn ihr auf der Bühne steht?

Da zu sein, konzentriert, zusammen als Band zu spielen und dem Publikum das zu geben, was es braucht.  

Das da wäre…

Mando Diao. Und die geben wir ihnen, zu 100 Prozent.  

Wie wird Mando Diao in 15 Jahren sein?

15 Jahre älter. Ansonsten, keine Ahnung. Lieber weniger Touren, dafür ein Haus und Familie, und ein stabiles Leben. Es ist schon verführerisch zu sein wie U2, aber auch beängstigend. Ich möchte auf jeden Fall mit Musik weitermachen. Aber als alter Mann auf der Bühne vor 10’000 schreienden Mädchen, wie die Rolling Stones, nein danke. Dann noch lieber ein Musical-Sänger (lacht laut). Ach, es fühlt sich jedes Jahr gut an, ein Jahr älter zu sein.

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Festival der Künste

Künstler aus dem In- und Ausland werden in den fünf Kategorien Bildende Kunst, Kurzfilm, Literatur, Fotografie und Tanz in einem 24-stündigen Wettbewerb ihr Bestes geben, um von der Jury bei der grossen Preisverleihung am Sonntag öffentlich prämiert zu werden. Für die Teilnehmenden in der Kategorie Kurzfilm ist die Frist zur Einreichung der Beiträge auf 48 Stunden festgesetzt. Kick-off ist am Freitag, punkt 12 Uhr. Dann wird das Thema des Wettbewerbs bekannt gegeben.  

Ausstellungen und Konzerte

Dieses Jahr werden wieder bis zu 1000 Besucher erwartet, die den Salon  des Arts besuchen kommen, um die Arbeiten der etwa 250 am Wettbewerb teilnehmenden Künstler zu bestaunen, aber auch, des vielfältigen Rahmenprogramms wegen. Es stehen unter anderem fotografische Ausstellungen des Engländers Jim Birt, und der beiden Schweizer Jean-Marie Michel und Fabian Unternährer auf dem Programm. In Sachen Performance darf man auf die Beiträge von Johnny Lloyd aus den USA und dem Russen Vadim Bauser gespannt sein. Tanzchoreographien werden vom Amerikaner Tim Collins und Malou Meyenhofer aus der Schweiz präsentiert. Für jene, die sich nicht mit Zuschauen und Zuhören begnügen wollen, stehen Tanz- und Theaterworkshops zur Auswahl. Teilweise werden diese von den auftretenden Künstlern selbst geleitet.  

Am Freitag- und Samstagabend wird sich der Salon in einen Konzert- und Partytempel verwandeln. Für die passende Musik wird DJ Skully aus Stuttgart und der Zürcher DJ Boogaloo sorgen. Pegasus, die aufstrebende junge Rockband aus Biel, wird den Leuten am Samstag einheizen.  

Junge Kunstschaffende vernetzen

Ziel des Festivals ist es, Leute aus den unterschiedlichsten künstlerischen Richtungen zusammen zu bringen, um Kunst und Kultur als solche zu feiern und zu fördern. Es soll den Künstlern, die übrigens auch ohne jegliche Ausbildung oder Vorkenntnisse auf diesem Gebiet teilnehmen können, die Möglichkeit bieten, zusammen zu finden, sich kennen zu lernen und vielleicht künftige Projekte gemeinsam zu planen oder zu diskutieren. Das Festival will sich gewissermassen als Plattform für eine vernetzte Gemeinschaft von jungen Kunstschaffenden einsetzen. Die Erlöse werden wie jedes Jahr für einen wohltätigen Zweck bestimmt sein und gehen an die SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte.  

Der Wettbewerb


Für den Wettbewerb einschreiben kann man sich auf der Homepage des Salon des Arts oder direkt vor Ort am Festival.

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“Niemand sonst wagt Sprüche über Blinde”

Radio Blind Power (RBP) existiert seit 1997, aber erst seit letztem Donnerstag als Verein. Wie holprig war der Weg bis hierher?

Er war schon recht steinig. Vor allem von 1997 bis Sommer 2004. Da ging alles sehr langsam. Das Problem war, dass wir kein Wissen über Radiotechnik, Konzessionen und Internet hatten. Zudem war unsere Richtung nicht klar. 2004 kam dann aber der interne Radiosender an der Schule für blinde- und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in Zollikofen. Und innerhalb von eineinhalb Jahren folgte das Internetradio.

Was waren deine bisherigen Höhepunkte bei RBP?

Ich denke, die ganzen Auftritte in anderen Medien – unter anderem im Quer, der Anfang in der Schule, der Start im Internet und all die tollen Veranstaltungen wie zum Beispiel unsere gemeinsame Reportage mit Tink.ch an der Eidgenössischen Jugendsession.

Du bist gerade mal 19 Jahre alt und seit neun Jahren Radiomacher. Erinnerst du dich an deine erste Sendung und an das, was du selber zuerst gehört hast?

Das ist recht schwierig zu sagen. Am Anfang war es so, dass wir irgendwas in ein Mikrofon redeten. Später gab es ein Mischpult. Ich erinnere mich, dass wir mal Ramazotti im Studio hatten. Eine Spinnerei. Einer von uns konnte ihn gut nachahmen. Wir hatten bald ein eigenes Minidisc-Gerät und gingen dann überall auf Stimmenfang. Das war auch einfach zu schneiden.

Die Faszination Radio scheint bei mir angeboren zu sein. Eine Logopädin wollte unbedingt einen kleinen Sprachfehler beheben, für den Fall, dass ich zu den Medien wollte. Meine Mutter fand das übertrieben. Doch die Logopädin hatte offenbar das Gefühl dafür. Bei uns lief meistens Extra Bern, das fand ich sehr cool. Am besten fand ich jeweils die Geburtstagsgratulationen für mich.

Was braucht es für den Betrieb eines Webradios?

Gute Leute. Das finde ich das wichtigste. Leute, die Zeit haben und Energie. Technisch gesehen gibt es hingegen nur kleine Ansprüche. Eine Radioapparatur. Mit Open-Source-Progammen kann man heute recht billig Radio machen. Hinzu kommt eine ADSL-Leitung. Je höher die Bandbreite, desto besser. Und es braucht einen Ort, wo man das alles installieren kann. Und schliesslich gehören auch eine Website, ein Streamingserver und die nötigen Musikrechte dazu.

Inwiefern unterscheidet sich ein Medium von Jugendlichen mit einer Sehbehinderung von anderen Medien?

Es ist ziemlich genau das Gleiche. Auch inhaltlich, ausser im Bezug auf Behinderte. Niemand sonst wagt Sprüche über Blinde. Wir können das, weil wir einen unkomplizierten und lockeren Zugang zu Blinden und Sehbehinderten haben. Zudem ist das Medium Radio auch eine Chance, weil niemand merkt, ob die Stimme einer sehenden Person gehört oder nicht.

Das öffentliche Abspielen von Musik bringt nicht selten auch Streit mit der Suisa und der IFPI. Wie gut mögen die euch?

Das musst du sie selber fragen. Die Situation ist sehr verstrickt. Sie sagen, unser Dossier sei dick. Die Verhandlungen sind im Gang. Es ist nicht so, dass wir nicht zahlen wollen. Wir arbeiten auf ein gegenseitiges Entgegenkommen hin.

Der Slogan von RBP heisst neu “Mir nähme di bi de Ohre”. Was steckt dahinter?

Wir wollen die Leute effektiv bei den Ohren packen, damit sie hinhören, weil wir spannende Inhalte bieten. Unsere Welt ist vorwiegend visuell ausgerichtet. Wir wollen deshalb eine andere Welt öffnen. Es gibt Momente, wo man den Radio einschaltet und nicht mehr wegkommt, weil das Ohr hängen bleibt. Das wollen wir erreichen. Und wichtig: Wir führen die Hörer nicht an der Nase rum.

Wer kann bei Radio Blind Power Mitglied werden und mitmachen?

Alle können Mitglied werden. Auf unserer Website kann man sich anmelden und mit uns Kontakt aufnehmen. Es gibt viele Möglichkeiten mitzumachen. Hemmungen sind jedenfalls fehl am Platz. Man kann selber ganze Sendungen oder auch nur einzelne Beiträge für unseren Sender oder die Website produzieren, wobei grundsätzlich alle Themen möglich sind. Weiter ist auch die Mithilfe in administrativen und organisatorischen Bereichen möglich.

Gibt es bereits Ideen, wo Radio Blind Power 2007 redaktionelle Schwerpunkte setzen wird?

Wir warten noch auf eine wichtige Antwort. Die Idee ist, dass wir im Januar vier Wochen lang über die Europaratskampagne “alle anders – alle gleich” berichten, mit Porträts von Jugendlichen, die in die Arbeitswelt integriert sind. Wir wollen auch Schweizer zu Wort kommen lassen, wie sie das erleben. Das Ziel ist, dass auch andere Radiosender die Beiträge ausstrahlen. Dann werden wir auch wieder am Skiweltcup in Adelboden präsent sein. Alle weiteren Schwerpunkte sind noch offen.

Im nächsten Frühjahr steigt ein Fest zum zehnten Geburtstag von RBP. Was erwartet mich da?

Das Programm für unser Geburtstagsfest am 24. März 2007 im Thuner Mokka ist noch streng geheim. Doch soviel sei verraten: Es werden drei Bands auftreten und anschliessend ein DJ.

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Was alles will man noch verbieten?

Wer kennt es nicht, das Problem mit gewaltsamen Ego-Shooter-Spielen? Nach den Vorfällen in Deutschland sind die Diskussionen neu entfacht. Doch warum das alles? Nur wegen eines simplen Computerspiels? Oder sind es moralische Gründe, die uns dazu bewegen, über eine ganz normale Freizeitbeschäftigung zu streiten? Ist das Spielen eines sogenannten Killerspiels überhaupt ein sinnvolles Hobby, eine Zeitverschwendung oder gar gefährlich? Fragen über Fragen, doch eines steht fest: Es gibt mit Sicherheit keine Musterlösung. Denn jeder Mensch reagiert mit seinen Gefühlen anders auf ein solches Spiel und somit auch auf sein Umfeld.  

Es gibt durchaus Leute, die durch Ego-Shooter-Spiele negativ beeinflusst werden und vergessen, was real ist und was nur virtuell. Das haben wir bis jetzt einige Male beobachten können. Doch war dies sicher nur einer von vielen Faktoren, die dazu führten, dass ein junger Mensch seinen Verstand verliert und durchdreht. Killerspiele werden von zig tausend Jugendlichen und Erwachsenen gespielt, teilweise gar von Kindern. Das mag nicht richtig sein, zeigt jedoch auch, dass diese Spiele bei all diesen Menschen keine besondere Auswirkungen auf ihr normales Leben haben. Was also will Edmund Stoiber mit seinem angestrebten Verbot solcher Spiele für die deutsche Bevölkerung bezwecken? Der Politiker zeigt bei dieser Gewaltproblematik kein Fingerspitzengefühl. 

Was alles will man denn noch verbieten? Will Stoiber nebst all den Gesetzen auch noch ins Privatleben anderer eingreifen? Deutschland ist bekannt für seine strenge Zensierung bei Filmen oder Computerspielen. Dies ist wohl kaum eine perfekte Lösung. Man würde statt verbieten besser aufklären. Zum Beispiel Berater an Schulen schicken, Kurse und Seminare zur Vorbeugung solcher Gewaltfälle anbieten, Eltern unterrichten und versuchen sie zu unterstützen, falls bei ihren Kindern bereits früh eine Gewaltbereitschaft zu erkennen ist. Das wären Ansätze mit einer möglichen positiven Wirkung auf das Verhalten von problematischen Jugendlichen. Das Lösungswort heisst Prävention, nicht Verbot. Fakt ist doch, dass das Zocken für viele ein Hobby ist, wie jedes andere auch.  

20-Jahre-Shooting mit den Toten Hosen

Wie Fryderyk selbst sagt, befinden sich in seinem Archiv über 200’000 Fotos rund um die Toten Hosen. Die besten 742 sind jetzt in Form eines Bildbandes vom Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf erschienen. “Die Toten Hosen, Fotografien von Fryderyk Gabowicz. 1986 bis 2006. Live, Backstage, Studio” nennt sich das Ding und wiegt beinahe drei Kilo. Das sind 352 Seiten voller Farbfotografien, gedruckt auf hochwertigem Papier im Format 24 x 30 Zentimeter. Das erklärt wohl auch den stolzen Kaufpreis von 85 Franken.

Doch man bekommt schliesslich auch was für das Geld. Die Fotos zeigen die Intensität der Konzerte sowie Backstage- und sonstige Erlebnisse und gewähren Einblick in die Welt und Geschichte dieser unglaublichen Band.


Anekdoten und Hintergrundinformationen

Begleitet werden die Bilder von direkten, ehrlichen und humorvollen Kommentaren des Fotografen sowie von Campino, Kuddel, Breiti und Andi persönlich. So manch interessante Anekdote und Hintergrundinformation erblickt auf diese Weise das Tageslicht. Wer wusste zum Beispiel, dass sich auf dem Grund des Chiemsees noch zwei goldene Schallplatten von Kuddel und Breiti befinden?

Preisverleihungen und Trinkgelage
Authentisch wie eine Biographie und chronologisch geordnet zeigt das Buch einen Teil der Geschichte und Vielfältigkeit der Band. Konzerte in argentinischen Klubs, Preisverleihungen in deutschen Fernsehstudios, Radtouren durch die ehemalige DDR, Trinkgelage um die ganze Welt. Das Buch von Fryderyk zeigt die ehemals chaotischen Punkrocker und heute professionellen Rockstars in fast allen Lebenslagen. Die vielen festgehaltenen Momente aus dem Hosenuniversum lassen das Herz eines jeden Fans höher schlagen.

Ein bisschen Bravo

Was jedoch sehr deutlich wird, ist die Tatsache, dass Fryderyk Gabowicz für die Zeitschrift Bravo gearbeitet hat. Nicht wenige der Fotos sind Postermotive und nicht gerade interessant. Es fehlen zudem die letzten vier Jahre. Am Ende des Buches finden sich lediglich noch ein paar Studiofotos vom letzten Juni. Also eigentlich nur 16 Jahre Tote Hosen.

Insgesamt ist das Buch ein sehr gelungenes Druckwerk. Und wer im Bann der Toten Hosen steht, sollte sich eine Anschaffung ernsthaft überlegen.

Auf der Lailoskala hat dieses Buch 92 von möglichen 100 Punkten erreicht.

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Rasende Liebe

Ein pikantes Detail vorweg: Jonas Meier kann selber gar nicht Auto fahren. Oder darf es zumindest nicht. Er hat nämlich keinen Führerschein. Die Inspiration zu seinem Film “Rasende Liebe” stammt denn auch nicht von eigenen illegalen Strassenrennen oder Tuningwetten, sondern von einer Automesse, wo er eher zufällig die ihm fremde menschliche Zuneigung gegenüber vierrädrigen Geschöpfen entdeckt.

In seinem 15-minütigen Dokumentarfilm begleitet er zwei Ferraribesitzer, einen Opel-Kadett-Fan und eine Mantafahrerin bei den Liebkosungen ihrer Fahrzeuge. Mit grosser Geduld und verblüffender Nähe entlockt er ihnen wunderbare Wortbilder. Maurizio Mancini sieht in seiner gelben Rakete – einem Ferrari Modena 360-R – eine Frau, die er im Gegensatz zu realen weiblichen Wesen jedoch jederzeit steuern und unter Kontrolle haben könne.

Sepp Schönbächler liegt unter einem seiner beiden weissen Kadett und vergleicht sein Hantieren mit einem Messerschnitt auf der Hand: “Wenn das Auto nicht will, dass ich was abmontiere, beginnt es zu bocken. Das scheint gerade bei dieser Schraube hier der Fall zu sein.” Oft sind die Aussagen zum Schreien komisch, doch zwischendurch bleibt einem das Lachen plötzlich im Hals stecken: Ist es wirklich möglich, sein Auto derart zu lieben?

Respekt für die Liebe zum Auto

Aller Nähe zum Trotz zieht der 28-jährige Filmemacher die vier Autofans nicht ins Lächerliche, sondern zollt ihnen grossen Respekt. Nicht nur mit den schönen Bildern, sondern auch beim Interview im Anschluss an die Aufführung: Er weist bescheiden darauf hin, dass es durchaus menschlich sei, Gegenstände innigst zu lieben. Die Autos stehen demnach eher stellvertretend für jeglichen Materialismus und nicht explizit als Markenzeichen von Kleinkarierten.

Auch der zweite Platz gehörte der Romantik. Adrian Aeschbacher zeigte in “Lebenslängliche Liebe” ein unglückliches, jedoch perfektes Paar. Den dritten Preis sprachen die drei Jurymitglieder Bettina Oberli, Alex Oberholzer und Pascal Bergamin dem Animationsfilm “Die Erde ist rund” von Jadwiga Krystyna Kowalska zu. Dieser besticht durch die simple Idee und die liebevolle Gestaltung eines Mannes, der um den ganzen Globus wandert, nur, damit er am Schluss durch die Hintertüre wieder zu seinem Zuhause zurückfindet. Ebenfalls sehr sehenswert, wenn auch nicht ausgezeichnet, waren “A fool in Love” von Janos Menberg sowie “Fleisch” von Rolf Hellat.

Hohes Niveau

Insgesamt wurden dieses Jahr 19 Filme vorgestellt. Im Vergleich zu den Schweizer Jugendfilmtagen in Zürich ist hier der Anteil an Filmen von Studentinnen und Studenten aus Kunsthochschulen bedeutend höher. Das schlägt sich auch auf die Filmqualität nieder. Die eingereichten Werke hatten ein hohes Niveau und boten gute cineastische Unterhaltung.

Das Schweizer Jungfilmfestival Luzern trug ursprünglich den Namen Innerschweizer Filmtage (IFT). Die IFT existierten seit 1985 und fanden jährlich in Luzern statt. Sie bildeten ein Filmfestival für Schweizer Nachwuchsfilmerinnen und Nachwuchsfilmer. Der 1998 gegründete Verein Jungfilm mit Sitz in Luzern agierte als Organisator sowie als Trägerschaft der IFT und übernahm 2001 die Leitung des neuen Festivals unter dem Namen Upcoming Film Makers.

Upcoming Film Makers 2006


Die Gewinnerinnen und Gewinner des 5. Schweizer Jungfilmfestivals Luzern

 

Luzerner Filmpreis

1. "Rasende Liebe", Jonas Meier

2. "Lebenslängliche Liebe", Adrian Aeschbacher

3. "Die Erde ist rund", Jadwiga Krystyna Kowalska

 

Luzerner Nachwuchsfilmpreis

"Der Chip der Macht", Sebastian Klinger

 

Beste Regie

"Beckenrand", Michael Koch

 

Bestes Drehbuch

"Café Utopia", Bernie Forster

 

Beste Ausstattung und Kostüme

"Flügelschlagen" und "Lebenslängliche Liebe", Aline Diggelmann

 

Beste Idee

"Snatch & Kittie", Nicolas Steiner

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Medienlandschaft – Spiel der Gezeiten

In fast jeder Karriere eines Schülers, einer Studentin oder Lehrlingstochter war und ist die multimediale Lektion ein, allgegenwärtiger Inhalt des Unterrichts. Den Bildungsauftrag, den die Fernsehanstalten erfüllen müssen, prägt die Medienlandschaft besonders stark. Die Technologie entwickelt sich, und mit ihr die Bevölkerung. Allen voran das Fernsehen, welches durch die Programmvielfalt aus Bildung, Information, Unterhaltung und Kultur die Meinungsbildung fördert, wenn nicht sogar vorgibt. Die Sender sagen nicht direkt, was wir denken sollen. Sie halten optimalerweise durch eine  ausgewogene Berichterstattung die Meinungen im Gleichgewicht. Jeder Mensch kann freiwillig entscheiden, annehmen oder verweigern. Dazu brauchen wir eigentlich kein Fernsehen, aber seien wir ehrlich, es erleichtert die Angelegenheit um ein Vielfaches. Wenn es dieser Tage schon so schwer ist sich gegenseitig zuzuhören dann ist eines Gewiss; dem Fernsehen sind wir mit einem Ohr treu ergeben. Das andere brauchen wir um selber zu hören, was sich verändert hat, denn sind wir mit beiden Ohren dem TV verschrieben, wird uns der Anblick, in einer nicht von Illusionen und Märchen umwobenen Welt, erst recht aus der Fassung bringen.

Man könnte meinen die Programmdirektoren und Kameramänner seien herzlos, wenn sie uns Bilder von sterbenden und leidenden  Menschen zeigen. Sind sie es? Oder ist ihr Blickwinkel der des heimlichen Beobachters? Sind wir nicht selber oft in derselben Lage und fühlen uns meist gar nicht dazu verpflichtet etwas zu unternehmen. Zivilcourage hier, Heldenmut da und am Schluss blind aufgrund übereifrigen Stolzes.

Beim Anblick von Leid, Freude, Ohnmacht und Stolz wird auch der Zuschauer zu einem Teil davon. Sympathie und Wut reichen sich die Hand und schliessen in alle Ewigkeit miteinander Frieden. Denn es geht weiter. Der Mensch geht mit der Zeit. Das Fernsehen geht mit der Zeit  und wir folgen ihm. Oder ist es trotzdem umgekehrt und das Fernsehen folgt uns?

Es heisst, dass Neue Medien –und Kommunikationsformen wie Internet, Pay –TV, digitales Fernsehen und digitaler Hörfunk zunehmend erfolgreich seien und neue Programm –und Dienstleistplattformen bieten würden. Sie seien für das klassische Medium Rundfunk eine neue und weit reichende Herausforderung und würden die ganze Medienlandschaft und das Kommunikationsverhalten der Gesellschaft stark verändern.

Von welcher Gesellschaft ist hier die Rede? Es betrifft vor allem alle die, welche Zugang zu modernen Kommunikationsmittel haben und dann und wann die Qual der Wahl haben ihre Sendung zu schauen, hören, lesen, fühlen ja manchmal sogar lieben. Wir brauchen uns eigentlich gar nicht zu verstecken, oder kennen sie eine Prominente Person, die sich nicht gerne vor der Kamera zeigt, verkörpert, ja beinahe sogar entblösst. Und irgendwie wollen wir doch alle auch ein Teil davon sein, oder etwa nicht?

Ja ist man vor der Kamera, im Fernsehen, am Radio, online, möchte man eigentlich schleunigst wieder weg. Nach Hause, wo man seine Ruhe hat. Es ist ihr Beruf und den vollbringen Medienschaffende professionell, grösstenteils, oder wenigstens dem Anschein nach. Wie kommt das Fernsehen eigentlich zu Geld? Haben sie schon mal einen Einzahlungsschein verbucht, mit dem Namen einer Fernsehanstalt darauf versehen? Oder wissen Sie, wie das mit den Einschaltquoten funktioniert, bekamen Sie schon jemals einen Telefonanruf, eins Fernsehsenders, mit der Frage was sie so schauen, im TV, gerade während Sie Ihre Lieblingsserie guckten?

Zitat: „Wer sich nach diesen Zeiten zurücksehnt, hat einfach nicht verstanden, wo es in unserer Kultur langgeht! Mit Medien kann man Milliarden –Geschäfte machen und ein wesentlicher Bestandteil davon sind Werbung und Einschaltquoten, die für den Preis, den die Werbekunden bezahlen müssen, die Messlatte bilden.“ Falls sie es bemerkt haben, die Quintessenz liegt in Einschaltquoten und Messlatte. Seien sie unbesorgt, von den Milliarden werden auch sie einen Teil davon abbekommen. Indem sie in Genuss unseres neuen, schnelleren, informativeren, noch lustigeren, viel entspannenderen Programmangebots kommen.

Zitat: „Der Wettbewerb erfolgt deshalb im Wesentlichen auf dem Gebiet von Programminhalten und Programmformen in vorhandenen Märkten.“ Fernsehen schafft Arbeitsplätze. Man muss nicht unbedingt vor der Kamera stehen um von der grossen gesunden Welt wahrgenommen zu werden. Es sind die kleinen Dinge, die scheuen Mitarbeiter und der abermals charmante Beleuchter, die eine Sendung erst richtig interessant machen.

Zitat: „Es wird viel von der Digitalisierung der Medien gesprochen, von dem schönen globalen Informationszeitalter. In der Tat geht man davon aus, dass die Umwälzung, die jetzt durch die neue Computertechnik bei Fernsehen und Hörfunk stattfinden wird, mit dem Computereinsatz in der Printindustrie zu vergleichen ist, der die ganze Branche aufgewirbelt und verändert hat.“

Also wenn sich die ganze Branche verändern wird und vorher, wie war das noch?…  „, wird das Kommunikationsverhalten der Gesellschaft stark verändern“, dann werde ich mich ja ohnehin mit verändern. Ach du schöne neue Zeit der Auto Pilot gesteuerten- unfallverhindernden  Sportwagen, Allzweckallesreiniger und 10sec. Fertiggerichte. Wie sehr habe ich auf dich gewartet. Mit Optimismus in eine Zukunft – die einen sicherlich, die anderen schlafend auf dem Sofa.


Quelltexte und Zitate sind von Webseiten von 3SAT aus der Fernsehreihe hitec in Zusammnehang mit der Ausstrahlung einer dreiteiligen Dokumentaton von Michael Wolff – Medienlandschaften und Digitalisierung.
Weitere Zitate sind entnommen auf der Webseite Kulturprogramm.de in Anlehnung eines Beitrages über den Fernsehsender PHOENIX. Alle Zitate stammen aus dem Jahr 2001 und sind nicht mehr online.

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