Kultur | 31.10.2006

Zauberhafte Lichtgestalten

Text von Niclas Vogt
Die internationale Pantomimegruppe Mummenschanz verzaubert ihr Publikum seit 33 Jahren. Mit ihrer aktuellen Tour «3x11« blicken sie auf ihre bisherigen Erfolge zurück.
Froschgrünes Abenteuer: Die Figuren stehen bei Mummenschanz im Vordergund. Fotos: Mummenschanz Ein grosses Blatt Papier tanzt auf der Bühne. Eine bekannte Form aus dem Repertoire von Mummenschanz.

Im abgedunkelten Saal des Musical Theaters Basel herrscht tosender Applaus. Das Publikum klatscht und zeigt seine Begeisterung.

«Mummenschanz ist lebende Poesie« sagte Florina Frassetto, die Gründerin der Gruppe. „Es ist die Analyse der Misskommunikation durch Poesie und Humor“, fährt sie fort. Für den Zuschauer sind es grosse Masken und Kostüme. Diese Masken schaffen es, das Publikum von der Lebendigkeit der Figuren zu überzeugen.

Geschichten ohne Worte und ohne Musik

Da sehen wir eine grosse grüne Kugel. Die Kugel hat ein breites Maul und erinnert an Kermit den Frosch. In der absoluten Dunkelheit der Bühne und nur von wenigen Spot-Lichtern erhellt, beobachten die Zuschauer, wie das fabelhafte Wesen auf der Bühne umhertollt und die rote Zunge geschickt als Hilfsmittel einsetzt.

Die Szenen sind kurz und schon bald spielt ein 5-Meter-Rohr mit einem grossen, roten Ballon. Beim Zusehen entschwindet dem Betrachter der Mensch hinter der Figur. Die Figur steht im Vordergrund und erzählt lustige, aber auch traurige Geschichten. Das Geheimnis ist vielleicht, dass die Geschichten ohne jegliche Musik und ohne ein gesprochenes Wort auskommen. Einzig die Reaktionen vom Publikum sind zu hören. Wie die Darsteller schon sagten: «Therapie für die Seele«, die dem Ruhesuchenden in der hektischen Welt Ruhe bringen soll.

Wie Mummenschanz entstand  

Die Geschichte von Mummenschanz begann in der Tanz- und Bewegungsschule von Jaques Lecoq. Bernie Schürch arbeitete zusammen mit Andrès Bossard an einer neuen visuellen Ausdrucksform. In einer späteren Entwicklungsphase lernten die Entwickler Florina Frassetto kennen, die bis zu diesem Zeitpunkt an verschiedenen Pantomime-Projekten mitwirkte. Sie schloss sich den beiden an. Seit 1972 sind so zahlreiche Aufführungen entstanden. Die Darsteller hauchen seither ihren vielseitigen Masken leben ein. Die Tour dauert noch bis März 2007 und macht in mehreren Schweizer Städten Halt.

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