Kultur | 22.10.2006

Philosofa

Text von Mischa Wyss
Auf meines Lebens Werdegang,da schlendre ich die Erde lang.Ich schau mich um, mein Augenmerk-grad ja nach Lust, mal links mal rechts-gilt vorzugsweis`dem Wunderwerkdes anderen Geschlechts.

Und sicht ich kein Objekt zur Paarung,

schau ich aus nach Geld und Nahrung.

Nun kommt es vor – wenn selten auch –

dass ich in andre Welten tauch.

Verschliess den Blick vor rechts und links,

richt ihn nach forne, klar und weit

und werd`gewahr des reinen Winks

der Schicksalshaftigkeit.

s`weicht, angesichts des grossen Ganzen,

gar der Drang mich fortzupflanzen.

Ach, könnt die Sicht ich reinigen,

Geschick und Drang vereinigen

zum wahrlichen Erleuchtungspfad.

Weshalb nimmt nur der Glaube ein

vom Blick solch schmächtig Winkelgrad?

S`macht gar den Augenschein,

als widerspräch vor der Verzweigung,

jedesmal sich Ziel und Neigung.

Doch glotzt`ich nur geradeaus,

mein Weg schaut wahrlich fade aus.

Wo komm ich hin am End`, wenn nicht

ich Wege zum liebäugeln find`?

Hätt stets das End`vom Weg in Sicht,

doch tät die Schritte blind.

Das Gute liegt so nah das Weite

seh`ich wenn ich weiterschreite.

So wenn ich denn nun schlendere

und meine Richtung ändere

– mal links, mal rechts, grad ja nach Lust –

behalt ich doch Geradeaus im Blick,

bleib meines Schicksalsweg bewusst

und folg`nebst dem Geschick,

von welchem ich mich leiten lasse,

hie und da `ner Seitengasse.