Gesellschaft | 15.10.2006

„Ich träume nicht von Konten“

Andreas Schoberwalter ist Prokurist der HVB Bank Biochim, einer grossen Bank in Bulgarien, Member of UniCredit Group. Ein Gespräch über Geld, Gefühle, Verantwortung, Moral und Warmherzigkeit.
Andreas Schoberwalter: Fotos: Hans Winkler

Warum haben Sie Bulgarien als Ihren Arbeitsort gewählt?

Weil Bulgarien ein schönes Land ist, mit interessanter Kultur und Leuten, die nicht nur ein starkes soziales Gefüge bindet, sondern welche auch ein wirtschaftliches Potenzial nutzen.

Sind Sie der Meinung, dass die Bulgaren ihr Geld richtig investieren können?

Unter Berücksichtigung sowohl der komplexen, modernen Spar- und Investmentprodukte als auch dem umfangreichen Service aller Bulgarischen Banken, speziell Banken mit internationalem Know How wie BA-CA und UiniCredit Group, lernen die Bulgaren sehr rasch die neuen «Up to Date« Methoden zu nutzen und lassen Ihre Ersparnisse für sich arbeiten.

Regiert das Geld heutzutage über die Gefühle der Menschen?

Im Prinzip gibt es zwei Perspektiven, die globale und die persönliche. Derjenige, der investiert, will davon profitieren. Er will sein Geld vermehren und entscheidet darüber, wo er es investiert. Das gibt ihm Macht. Das Geld an sich hat aber keine Moral und es ist wichtig, dass es von den Menschen für Gutes und Sinnvolles verwendet wird und dass mit dem Geld kein Missbrauch getrieben wird. Das alles ist mit sehr viel Verantwortung verbunden.

Ihre Arbeit verlangt also sehr viel Verantwortung und Ordnung. Was aber war das letzte Ausserordentliche, das Sie gemacht haben?

Privat habe ich ein Projekt mit zahlreicher Unterstützung initiiert, das sich mit dem Aufbau eines Kinderheims in bulagrischen Städtchen Trun beschäftigt. Es wohnen 30 Kinder in diesem Haus, denen wir ein schönes Heim mit einer guten Infrastruktur aufbauen wollen. Das Ziel ist es, die Kinder zur Ausbildung zu motivieren. Wir möchten auch dafür sorgen, dass das Heim längerfristig gesichert ist und dass es nach der Renovation nicht seinen ursprünglichen Zweck im Laufe der Zeit verliert. Es ist für mich immer ein besonderer Augenblick, sobald ich das Leuchten und die Dankbarkeit in den Augen der Kinder sehe, wenn ich ihnen zum Beispiel neue Turnschuhe mitbringe. Für mich ist dieses Engagement sehr wertvoll.

Haben Sie Erfahrung mit Bankräubern?

Ich bin froh, dass ich bisher keinen solchen Leuten begegnet bin, und ich kann bis zu meiner Pensionierung auch auf diese Erfahrung verzichten.

Wovon haben Sie letzte Nacht geträumt? Von der Natur Bulgariens, den schönen bulgarischen Frauen oder von Konten?

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen der schönen Natur und den bulgarischen Frauen? Mit Sicherheit nimmt der Beruf einen wichtigen Platz in unserem Alltag ein, soll aber nicht die Prämisse in unserem Leben sein. Man muss im Privatleben abschalten können. Von Konten träume ich nicht.

Wollen Sie in Bulgarien bleiben? Was sind Ihre Zukunftspläne?

Ich werde gerne noch ein paar Jahre in Bulgarien verbringen, um meine Karriere weiterzuverfolgen, meinen beruflichen und menschlichen Weg weiterzugehen.

Haben Sie ein Motto?

Ein Mal mehr aufstehen als man hingefallen ist.