Kultur | 12.10.2006

Grosse Preise für Zuger Kunstschaffende

Letzte Woche sind das Zuger Werkjahr 2006 sowie die Förder- und Weiterbildungsbeiträge verliehen worden. 35'000 Franken für die Gewinnerin des Zuger Werkjahrs sowie elf Förder- und Weiterbildungsbeiträge zwischen 8000 und 12'000 Franken wurden für die Sparten angewandte und bildende Kunst, Fotografie, Musik, Tanz und Theater verliehen*.
Die Werke vieler begabten Künstlerinnen und Künstler waren zwei Tage lang in der Chollerhalle zu bewundern. Fotos: Marisa Lustenberger Arienne Birchler erhielt einen Weiterbildungsbeitrag von 10'000 Franken in der Sparte angewandte Kunst. Die Ausstellung zeigte Künste aller Art. Von handgefertigten Skulpturen bis zu hängenden Bügelbrettern.

Das Zuger Werkjahr ermöglicht einer Künstlerin bzw. einem Künstler während eines Jahres die konzentrierte Arbeit an einem bestimmten Projekt. Nicoletta West heisst die Gewinnerin des diesjährigen Zuger Werkjahrs. Sie kann nun ihr Projekt «Living room city life» realisieren. Die Zuger Kunstschaffende hat sich national wie auch international einen Namen gemacht. Sie besitzt ein Diplom für Graphic Design und besuchte verschiedene Kunstschulen in New York. Ihre Arbeiten beschreibt sie als “dreidimensional begehbare Zeichnungen” und als “Homelands und intime Landschaften für unser Zuhause”. Traumländer mit alltäglichen Gegenständen in Gebrauch zu erschaffen, wie mit Wolle, Klebefolie, Bügelbretter oder ungekochten Spaghettis, ist ihre Kunst. Mit einfachen, vorgefundenen Objekten, schafft sie es, erträumte Gebilde konkret zu gestalten.

Förder- und Weiterbildungsbeiträge

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Förder- und Weiterbildungsbeiträge sind nicht in den Hintergrund zu stellen. Einen Monat vor der Preisverleihung konnte man in der Chollerhalle in Zug die Werke der Kunstschaffenden zwei Abende lang bewundern. Verschiedenste interessante Arbeiten wurden ausgestellt, von Skulpturen über Modedesign bis zu Fotorealismus.

Die Vorstellungen der begabten Tänzer, Schauspieler und Musiker waren leider nicht öffentlich zu bestaunen, doch einen kleinen Einblick verschaffte die Preisverleihung am Donnerstag doch: Als Abschluss lieferte die geförderte Zuger Band The Delilahs ein makelloses Konzert, das man bei leckeren Häppchen und Wein geniessen konnte.

Die Förderbeiträge sind als Starthilfe oder als Unterstützung für das freie künstlerische Schaffen gedacht. Weiterbildungsbeiträge dienen als finanzielle Unterstützung zur künstlerisch fachlichen Weiterbildung nach Abschluss der fachlichen Grundausbildung.

Woher das viele Geld?

Das gesamte Geld für das Zuger Werkjahr und die Förder- und Weiterbildungsbeiträge entnimmt der Kanton Zug aus dem Lotteriefonds der Landeslotterie. Obwohl viele bei dem Wettbewerb mitmachen, schlummern gewiss noch manche begabte Künstlerinnen und Künstler in den Häusern von Zug. Die finanzielle Hilfe und Unterstützung des Kantons sollte vermehrt ergriffen werden, weil genügend Geld vorhanden ist und die Bedingungen um mitmachen zu können, durchaus erfüllbar sind. Prisca Passigatti, Kulturbeauftragte des Kanton Zug, gibt bei Fragen gerne Auskunft. Eine grosse Chance also für Kunstschaffende, sich finanziell unter die Arme greifen zu lassen.

*Die Sparte Literatur wird separat alle zwei Jahre im Rahmen des Wettbewerbs Zentralschweizer Literaturförderung berücksichtigt.

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