Kultur | 01.10.2006

„Es ist das Unmittelbare, was mich fasziniert.“

Marco Rima ist bei uns vor allem als Komiker und Verwandlungskünstler bekannt. Was einer der bekanntesten Schweizer tut, um ein Gleichgewicht zwischen Popularität und Zurückgezogenheit zu finden, erzählte er Tink.ch in der Pause seines Auftrittes in Kloten.
Fotos: Thomas Hirsbrunner Ein sichtlich lockerer Marco Rima beim Interview. "Das Publikum an der Show teilhaben lassen." Rima findet den Ausgleich zum Beruf in der Familie. Der bekannte Komiker hat noch viel vor.

Wie verlief der erster Teil der Vorstellung für dich? Hast du viel improvisieren müssen?  

Marco Rima: Ich musste ein bisschen improvisieren. Es ist jedoch wichtig ein gutes Konstrukt zu haben, auf das du während deinem Auftritt immer zurückgreifen kannst, damit du nicht aus der Rolle fällst. In meinem Programm improvisiere ich etwa zwei bis drei Prozent.  

Hast du vor deinem Auftritt oder in der Pause eine bestimmte Macke um die Nervosität zu beseitigen?  

Eine richtige Macke habe ich eigentlich nicht. Wenn ich etwas nervös bin, spreche ich in meinem Programm sehr viel (lacht). Manchmal kann die Müdigkeit vor einem Auftritt eine Art von Nervosität sein. Das geschieht aber nie in einem bestimmten Rhythmus und kommt manchmal ganz unerwartet.  

Wie reagierst du, wenn du aus dem Programm fällst, damit es das Publikum nicht bemerkt?  

Ich sage es eigentlich meistens, denn ich möchte das Publikum daran teilhaben lassen. Zur Komik gehört schliesslich auch die Schadenfreude, was so auch für mich immer wieder zu lustigen Situationen führt.  

Du tourst ja auch in Deutschland. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Deutschen und dem Schweizer Publikum. Sind wir wirklich zurückhaltender?  

Das sind bloss Vorurteile. Die Befindlichkeiten der Menschen aus diesen beiden Ländern sind ähnlich. Gefühle wie Freude empfinden sie auf die selbe Weise. Es gibt natürlich auch einen gewissen lokalen Humor. Beispielsweise bei Politikern oder Sportlern aus dieser Gegend.  

Mit «Handyman« hattest du ja bereits bei einem Film einen Auftritt. Was gefällt dir besser? die Leinwand oder die Theaterbühne? 

Die Bühne ist mein Daheim. Es ist das Unmittelbare, was mich so fasziniert. Das Kino ist zwar damit verwandt, es könnte jedoch unterschiedlicher nicht sein. Vor der Kamera läuft alles im kleinen Rahmen und man hat wenig Spielraum. Auf der Bühne bieten sich dir viel mehr Möglichkeiten zur Improvisation. Auch die sofortige Reaktion des Publikums ist natürlich ein weiterer Pluspunkt.  

Wie gehst du mit deiner Popularität um? Du bist immer unterwegs. Bleibt da noch die Zeit für eigene Hobbies? 

Ich schaue eigentlich immer, dass meine Freizeit und meine Familie nicht zu kurz kommen. Pro Jahr mache ich immer etwa zwei bis drei Monate Ferien. In diesem Jahr musste ich mich zusätzlich von meiner Schulteroperation erholen. Für den kommenden März plane ich eine Reise mit meiner Frau. Auch meine zwei Kinder (bald 14 und 16) sind mir sehr wichtig.  

Wie kannst du vom Rummel und der Arbeit am Besten abschalten?  

Zu Hause bei meiner Familie, oder beim Tennisspielen und Golfen. Ich geniesse auch das Umfeld mit Freunden. Das sind Orte, wo ich Kraft und Kreativität holen kann. Ich erhalte so auch Ideen, gute und ehrliche Kritik.  

Was geschieht nach dem Ende deiner Tour «No Limits«? Gibt es eine längere Pause oder planst du bereits die nächste Tour? 

Zuerst habe ich einen Auftritt mit Rolf Knie beim Salto Natale in Bern, einem Zirkusprogramm. Danach verbringe ich zehn Tage auf Mallorca, wo ich zusammen mit einer Flamenco Truppe trainieren werde. No Limits läuft jetzt noch bis Ende Juni. Dann sind es 250 Auftritte mit diesem Programm. Das reicht (schmunzelt).

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