Gesellschaft | 30.10.2006

Die Zeit für Konsequenzen

«Es ist schwer, jemanden dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn er dafür bezahlt wird, es nicht zu verstehen«. Die US-Politik macht Al Gore Mühe. Darum wender er sich in Sachen Klimaschutz nun an jene, die ihn verstehen können - und hofft auf jeden einzelnen, der erkennt und zu Handeln beginnt.
Al Gore: „Amerikanischer Politischer Wille ist eine erneuerbare Ressource.-œ „Seit dem Huricane Katharina leben die Menschen in den USA in dem Bewusstsein, dass jetzt die Zeit für Konsequenzen gekommen ist...-œ Der Film "An Inconvenient Truth" ist auch für Nichtkundige und wenig interessierte Kinogänger ein Muss.

«Manchmal, wenn wir der Schönheit der Natur wieder begegnen, merken wir plötzlich: Ach ja, das habe ich ganz vergessen.« Dies sind die Worte Albert Arnold Gores. «Ich war einmal der nächste Präsident der Vereinigten Staaten«, stellt er sich vor.

Aktiv

Heute reist er mit seinen Diavorträgen durch die ganze Welt. Und seit kurzem auch in einem eindrücklichen Dokumentarfilm. «An Inconvenient Truth« – eine unbequeme Wahrheit, nennt er seine Story, mit der er weltweit an seinen über tausend Vorträgen die Menschen zum Aufwachen, vor allem aber zum Nachdenken und hoffentlich, was er sich so sehr wünscht, zum Handeln gebracht hat.

Bedrückend

«It’s about global warming« sagt der Texaner trocken, dem man es nicht geben würde, amerikanischer Beinahepräsident zu sein. Er ist nicht stolz darauf. Er wirkt bedrückt. Bedrückt von seiner unbequemen Wahrheit. Die Wahrheit, die man in den Medien gerne als Meinung präsentiert, die in der Bevölkerung als umstritten gilt und in der Politik emsig bekämpft wird. Die Wahrheit, dass sich die Erdatmosphäre gefährlich schnell und unverhältnismässig erwärmt. Die Wahrheit, dass wir Menschen mit unserem unkontrollierten Ausstoss von Treibhausgasen schuld daran sind. Die Wahrheit schliesslich, dass wir uns damit innert kürzester Zeit selber zu zerstören drohen.  

Aufrüttelnd

Mit eindrücklichen Bildern, Fakten und Vergleichen erklärt Al Gore für jedermann verständlich das Problem der globalen Klimaerwärmung. Trotz der schweren Last des Themas ist der Film keineswegs eine schwere Kost, sondern steht vielmehr in der Tradition von Michael Moore. Ein Film, der eine tragische und unbequeme Wahrheit trotz ihrer Schwere mit der nötigen Portion Humor zu präsentieren vermag, ohne im Geringsten seine aufrüttelnde Wirkung zu verlieren.  

Unumgehlich

Gore erinnert mich an den besten Lehrer meiner ganzen Schulzeit, der es vermochte, den Unterricht so spannend und verständlich zu gestalten, dass man beinahe die Pausenglocke überhörte. Damit ist der Film auch für Nichtkundige und wenig interessierte Kinogänger ein Muss.

Links