Gesellschaft | 29.10.2006

Das Geheimnis der Welt zwischen 0 und 1

Text von Mirjam Kosch
Mit der Ausstellung «Die Welt zwischen 0 und 1« gab die ETH Zürich während einer Woche einen Einblick in die Geschichte und die aktuelle Forschung der Informatik.
Informatikausstellung an der ETH Zürich. Fotos: Mirjam Kosch Brüllende Lego-Drachen. Interessierte Schulklassen.

«Wir laden Sie ein, das Geheimnis zu lüften und die Welt zwischen 0 und 1 zu entdecken«, versprach die ETH für ihre Ausstellung zur Geschichte und aktuellen Forschung der Informatik, die anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Departements Informatik während einer Woche an der ETH Zürich zu sehen war.

«Klingt viel versprechend, wenn auch etwas unrealistisch«, hab ich mir gedacht und mich daran gemacht, die Welt der Informatik zu erkunden. In der Haupthalle der ETH erfährt man dann tatsächlich einiges über die Entwicklung der Informatik im Laufe der Jahre. Besonders eindrücklich ist ein riesiger Stapel CDs, welcher darstellt, wie sich die Speicherkapazitäten der Computer rasant vergrössert haben. Hatte der gesamte Inhalt einer Festplatte vor einigen Jahren noch auf wenigen CDs Platz, so braucht es heute einen CD-Stapel von mehreren Metern, um alles darauf zu speichern.

Schreiende Legos

Der grösste Teil der Ausstellung zeigt, was Informatik mit unserem täglichen Leben zu tun hat und woran die Informatikerinnen und Informatiker der ETH zurzeit forschen. So gibt es zum Beispiel ein Legoschloss, welches auf den ersten Blick ganz normal aussieht. Die Betreuerin des Exponats erklärt mir dann aber, dass die Legofiguren in Zukunft Geräusche machen werden. Trifft beispielsweise die Königin auf das Schlossgespenst, beginnt sie zu schreien.

Gleich nebenan erzählt mir ein Informatikstudent, dass es bald möglich sein wird, mit dem Handy Strichcodes zu lesen und man somit gleich im Geschäft Informationen zu den verschiedenen Produkten abrufen werden könne.

Über Sinn und Unsinn dieser und weiterer «Innovationen« könnte man wohl lange diskutieren. Die Möglichkeiten, die uns die Informatik bietet, sind aber auf jeden Fall faszinierend.

Der Arzt in der Westentasche

Auch für Naturwissenschaft und Medizin spielt die Informatik eine wichtige Rolle. So wird zurzeit an einem tragbaren Gerät geforscht, welches die Aktivitäten im Körperinnern fortlaufend abhört und auswertet, um bei Unregelmässigkeiten sofort über das Mobiltelefonnetz einen Alarm auszulösen.

Für Jung und Alt

Die Informationen und Anschauungsobjekte zu den verschiedenen Forschungsthemen sind nicht sehr ausführlich, dafür aber auch für Laien verständlich. Insbesondere dank der vielen interaktiven Möglichkeiten wird die Informatik für einmal praxisnah. Wer mehr wissen will, kann bei den Betreuerinnen und Betreuern nachfragen, wobei vor allem diejenigen, die selber am jeweiligen Forschungsprojekt beteiligt sind, gerne mehr über ihre Arbeit erzählen.

Der Besucheransturm hält sich in Grenzen, doch scheint das Thema alle Generationen zu interessieren. Man sieht sowohl Familien mit Kindern, Schulklassen, Studenten als auch ältere Leute.

Alles in allem eine gelungene Ausstellung, doch für mich bleibt das Geheimnis der Informatik weiterhin ungelüftet.

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