Politik | 05.10.2006

„Beachvolleyplatz statt Alpamare“

In deinem Wohnort ist nichts los? Im Workshop zur Partizipation auf Gemeindeebene informierte Andy Limacher über das Projekt Jugend Mit Wirkung von Infoklick.ch. Wie kann man sich engagieren? Eine Frage, die viele Teilnehmer der Jugendsession interessierte.
Fotos: Raphael Hünerfauth und Josias Brotbeck

Am Sonntagnachmittag finden sich erstaunlich viele Jugendliche im Workshop zur Partizipation in der Gemeinde ein. Offenbar ist doch auch ein Bedürfnis nach seriöser Betätigung vorhanden. Der Workshop wird von Andy Limacher geleitet. Er arbeitet als Bereichsleiter Jugendpartizipation bei Infoklick.ch, Kinder- und Jugendförderung Schweiz.  

Ideen stehen im Schatten der Probleme

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde geht es auch schon los. Steht es um die Jugend wirklich so schlecht, wie es die Medien immer wieder versuchen darzustellen? Anhand eines Artikels über eine Studie über rauschtrinkende Jugendliche wird anschaulich dargestellt, wie die Meinung der Öffentlichkeit durch Unterlassungen in der Berichterstattung manipuliert wird. So wird den Problemen viel mehr Aufmerksamkeit gezollt, es gibt hunderte von Anlaufstellen. Hat ein Jugendlicher jedoch eine Idee, so findet er selten eine Möglichkeit der Hilfe. Zwar gibt es die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen, doch gibt dort kein Mitspracherecht für Jugendliche. Sie werden nicht am Prozess, der auf die Idee folgt, beteiligt.  

Keine Alibiübung

Andy Limacher ist vor allem die Verschiebung der Entscheidungsbefugnisse wichtig, wie er ausführt. Das heisst, dass die Jugendlichen intensiv am Prozess des Projektaufbaus beteiligt werden, und selbst Verantwortung übernehmen können. Dies tun sie gerne, wenn die Hürden der Erwachsenenwelt nicht zu hoch sind. Hier kommt Jugend Mit Wirkung ins Spiel. Um besser zeigen zu können, um was es dabei genau geht, zeigt Andy einen 15-minütigen Film. Darin wird anhand von vier verschiedenen, abgeschlossenen Projekten gezeigt, was dieses Projekt ausmacht. Jugendliche betreiben Jugendtreffs oder bauen Skaterparks, und das in verschiedenen Regionen. Es sei wichtig, nicht ein Alpamare, sondern zum Beispiel einen Beachvolleyplatz bauen zu wollen, meint einer der vielen Beteiligten, die zu Wort kommen. Am Anfang steht immer das Organisieren. Es wird ein OK gegründet, Jugendliche und Erwachsene erarbeiten zusammen Rahmen und Themen des Jugendmitwirkungstages. Dort sollen realistische Projektideen erarbeitet werden. Danach fängt die Arbeit mit der Projektumsetzung richtig an.  

Partizipation fördert das Demokratieverständnis

«Ich kann etwas machen.« Dieser Satz beschreibt den Sinn von Jugend mit Wirkung treffend. Diese Erkenntnis soll bei Jugendlichen hervorgerufen werden. Und auch die Gemeinde hat Interesse daran, wenn Jugendliche, überspitzt gesagt, nicht mehr randalieren und herumhängen. Auch die Teilnehmer des Workshops tauen langsam auf, man spürt, dass das Gefühl, etwas bewirken zu können, vermittelt werden konnte. In zwei Gruppen wird auf die Fragestellung «was fehlt in meiner Gemeinde?« eingegangen. Dabei beachten die Jugendlichen auch die unterschiedlichen Verhältnisse in ihren Wohnkantonen. Was gibt es in jedem Kanton für Möglichkeiten? Wie können neue Einwohner besser integriert werden? Wie kann eine lebendige und offene Gemeinde entstehen, in der nicht jeder nur für sich schaut? Wie kann man die Leute aus ihrer Konsumhaltung heraus und dazu bringen, etwas für die Allgemeinheit zu tun? Viele Fragen, auf die Jugend Mit Wirkung versucht, eine Antwort zu geben. Den Teilnehmern hat der Workshop ausnahmslos gefallen. Wohl werden sie nicht alle am nächsten Tag ein Projekt starten. Doch wissen sie nun um die Möglichkeit und wie man dabei vorgehen sollte.  


Wer mehr Details zu Jugend Mit Wirkung erfahren möchte, kann sich auf der Website der unten aufgeführten Website informieren oder sich direkt bei Andy Limacher melden: andy.limacher@infoklick.ch

Links