Kultur | 06.09.2006

Rotziger Rock’n’Roll am Mittag

Text von Jasmin Billeter
Zwar ohne Zugabe, dafür mit mächtig viel Stimmung spielten die Joules am letzten Sonntag am Festiwald Zug. Achtung, Mando Diao bekommen neue Konkurrenz!
Auf der Bühne einfach unwiderstehlich: Die Zuger Band Joules bei der Live-Performance.

Die Joules hätten es eigentlich verdient, mehr Leute anzuziehen als so viele, wie um 12.30 schon aus ihren Zelten gekrochen kamen. Irgendwie hat es doch aber auch was Schönes, eine so vielversprechende Band in kleinem Rahmen erleben zu dürfen, oder? So geschehen am letzten Sonntag am Festiwald in Zug. Denn obwohl es erst der zweite Auftritt der vier Zuger war spürte man bereits, welches Potenzial und vor allem welche Spiellust in ihnen steckt! Als ob sie sagen wollten: «Hallo hier sind wir, we’re young, sweet and wild… we’re cool and we’ve got style… so what?

Luka, der Sänger, dessen Stimme nach einer durchgefeierten Partynacht klang, schön aber schnoddrig, hätte man auch mit einem der Jungs von Mando Diao oder den Arctic Monkeys verwechseln können. Nicht nur das Äussere hat die Band mit den bekannten Schweden gemeinsam, auch musikalisch schlagen sie hörbar den Weg zum rotzigen Rock’n’roll ein. Knackige Gitarrenklänge von Steve, ein schneller Rhythmus auf dem Schlagzeug von Manuel, eingängiger Bass und dann noch eine tanzbare Melodie. So könnte man die acht Songs, welche die Jungs zum Besten gegeben haben, beschreiben. Ein bisschen übel nimmt man es ihnen, dass sie ohne Zugabe von der Bühne verschwunden sind. Doch bestimmt wird man sie in Zukunft noch an vielen Konzerten bewundern können – und dann hoffentlich mit Zugabe.

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