Kultur | 12.09.2006

Philosofa

Text von Mischa Wyss
Aller Sinn so ungewiss.Gewiss ist nur der Unsinn.Im süssen Apfel, erst beim Biss,bemerkst du, steckt der Wurm drin.

Träum vom Apfel, saftig prall

und suche nicht die Würmer.

Gib niemals auf im freien Fall.

und bleib ein Gipfelstürmer.

Was wohl birgt das Gipfelkreuz?

Wir werden’s nie erfahren,

wenn wir nicht all’ mit Schneid und Schneuz

hier trotzen den Gefahren.

Lohnt der Aufstieg denn jemals?

Ist’s unten nicht bequemer?

Hat’s blindes Vieh nicht besser als

der Reiseunternehmer?

Soll ich denn die Augen auf

tun, nur um zu erblicken

den Groll, der rollt vom Berg zu Hauf,

mir mein Genick zu knicken?

Nein, das weise Auge ruht

auf Steinschlag, zu erkennen

wie’s schlägt, um nicht in blinder Wut

dagegen anzurennen.

Mein Paar Augen sieht schon viel,

alleine viel zu wenig.

Gemeinsam schauen wir ein Ziel,

dass mir entging auf ewig,

wenn ich ohne Seil im Berg

und ohne Weggefährten

vollbringen wollt’ mein Lebenswerk.

Zusammenhalt auf Erden!

Hier und jetzt Zusammenhalt!

Hinüben wie Hienieden.

Statt Jed’ für sich die Faust geballt,

geht Hand in Hand in Frieden.

Auf! Hinan zum Gipfelkreuz!

Das Berg-Seil uns zusammenhält,

die Liebe uns den Weg erhellt.

Wer unten bleibt bereut’s.

Denn vom Geleit, das sich gesellt,

kein Weggefährd’ zu Tal mehr fällt.