Politik | 04.09.2006

Musik und Film für zwei Mal „Nein“!

Text von Anina Peter
Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen der Abstimmung zum neuen Asylgesetz. Dass diese vor lauter Feiern und Wochenendfreude nicht in Vergessenheit gerät, dafür sorgt die Rote Fabrik. Rock down Asylgesetz und A Wall is a screen sind zwei Veranstaltungen mit den selben Themen: Asyl, Ausländer, Gesetze und natürlich die Abstimmung dazu.
Fünf Acts von der gleichnamigen CD sorgen für eure Ohren: Soulstimme Namusoke... die Züri-Schnurre Anna... und Göldin aus St.Gallen.

Eine gute Party mit noch besseren Konzerten: Das kann doch fast nicht mehr gesteigert werden. Oh doch, denn dahinter steckt noch eine gute Message: Rock down Asylgesetz. So sollen die Besucher daran erinnert werden, dass schon bald wieder die Urne ruft und dies auch ja nicht vergessen werden darf. Grenzen überwinden, Freundschaften schliessen, friedliches Beisammen und Nebeneinander sein, Austausch – wo könnte das besser erlebt und geschafffen werden, als bei Tanz, Musik und einer gemütlichen Feier. Deshalb heisst es am Freitag in der Roten Fabrik: Rock down Asylgesetz.  

Fünf Acts, ein Thema

Kürzlich erschienen ist auch die gleichnamige CD. In Ahnlehnung daran sind fünf Live-Acts eingeladen. Diese wollen die Leute nicht nur zum Tanzen bringen, sondern auch auf das Thema hinter der Abstimmungs-Propaganda aufmerksam machen. So wird Göldin aus St. Gallen zwar in Reimen erzählen, aber bestimmt kein Blatt vor den Mund nehmen. Genau so Rapperin Anna, die das Ganze von der weiblichen Seite zur Sprache bringt, gefolgt von Namusoke, Zürcherin mit tansanischen Wurzeln. Ein weiterer Gast ist The Hollow Man, der sich selber als Melodienfetischist mit Hang zum witzig Düsteren beschreibt.

Auch für Nervenkitzel und den Überraschungseffekt ist gesorgt. Fünfter und letzter im Bunde ist der grosse Unbekannte. Surprise, surprise. Wer dieser geheime Gast ist, wird natürlich nicht verraten.

Natürlich soll nicht nur getanzt und musiziert werden. Balthasar Glättli, Generalsekretär von Solidarité sans frontières, wird sein Statement abgeben und Etritt Hasler führt als Moderator durch den Abend. Ausserdem: Wer sein Abstimmungscouvert zur Veranstaltung mitnimmt, der erhält reduzierten Eintritt.

Viele Wände bedeuten viele Filme

Auch der folgende Abend hat dieselbe Motivation. Nur werden samstags nicht Melodien, sondern Bilder sprechen. “A Wall is a screen” oder auch “Screen Down Asylgesetz” ist Guerilla-Kino aus Hamburg. Das einzige was gebraucht wird, ist ein Beamer, ein Generator, eine kleine Tonanlage und keine müden Beine. Die Kurzfilmaktivisten samt Gefolge ziehen zur dunklen Stunde durch die Innenstadt, von einer hellen Fläche zur nächsten. Ist ein Film zu Ende, heisst es weiter zur nächsten Wand und so auch zum nächsten Film. Unter der Leitung von Antje Haubenreisser, Peter Stein und Kerstin Budde wird der nächtlichen Einsamkeit und Totenstille neues Leben eingehaucht. «A Wall is a Screen” will der Nutzung der Innenstädte für Konsum und Kommerz etwas entgegensetzen und zwar umsonst und unter freiem Himmel. Ein unvergessliches und mitreissendes Erlebnis: Kino mal ganz anders.

Die Filme des Abend beziehen sich alle auf das Thema Asyl und Ausländer. Passend, denn die Veranstalter und Zuschauer wandeln von einem Wandasyl zum nächsten. Der genaue Treffpunkt für den Start der Filmtour wird rechtzeitig auf der Homepage der Roten Fabrik bekannt gegeben.     

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