Sport | 18.09.2006

Mehr Spannung als je zuvor

Mit dem Start der Eishockeysaison 2006/2007 beginnt auch gleich ein neues Kapitel in der Geschichte des Eishockeysports. Neue Regeln und Veränderungen wurden im Derby zwischen Olten und Langenthal erstmals sichtbar.
Fotos: Julian Perrenoud Die Eishockeysaison in der Nationalliga B hat begonnen. Viele Partien dürften spannend werden, da viele der zwölf Teams ausgeglichener geworden sind. Ein Grund sind mit Sicherheit die neuen Spielregeln sowie das Drei-Punkte-System. Die Schiedsrichter wollen in der neuen Saison hart und konsequent durchgreifen. Ab sofort zählt nur noch der Sieg oder die Niederlage. Im regionalen Derby in Olten konnte der SC Langenthal die ersten drei Punkte einfahren.

Die neue Eishockey-Saison hat in der Nationalliga B vor wenigen Tagen begonnen. Mit ihr die verschiedenen neuen Regelungen des Schweizerischen Eishockeyverbandes. Nach der sogenannten «Nulltoleranz«, die seitens des SEHV aber lediglich als Regelverschärfung genannt wurde, folgt nun in der Saison 2006/2007 eine weitere Änderung und Anpassung der Regeln. Neu wird in der Nationalliga, sowie in allen Amateurligen das Drei-Punkte-System eingeführt, im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine grosse Umstellung. Dem Team, das in den regulären 60 Minuten Spielzeit den Sieg davonträgt, winken drei satte Punkte. Die verlierende Mannschaft geht wie gewohnt leer aus. Bei einem Unentschieden kommt es zur 5-minütigen Verlängerung und danach zum Penalty-Schiessen. Es gibt also nur noch Sieg oder Niederlage. Gelingt es einem Team, beim Sudden Death oder dem Penalty-Schiessen erfolgreich zu sein, erhält dieses aber lediglich zwei Punkte. Der Verlierer bekommt einen Punkt zugesprochen.  

«Den Wunschgegner bitte!«

Zudem werden Schwalben und Spielverzögerungen im Spiel mit einer zweiminütigen Strafe geahndet. Das Spiel soll so schneller und attraktiver werden. Die wohl amüsanteste Neuerung aber betrifft die kommenden Playoff- und Playout-Spiele im Frühling. Das erstplazierte Team der Meisterschaft darf sich seinen Gegner für die Viertelfinals von den Rängen fünf bis acht gleich selbst aussuchen. Der Zweit- und Drittplazierte dürfen danach ebenfalls ihre Wahl treffen. Gleich läuft es in den Playouts. Der Neunte kann sich zwischen den zwei schwächsten Teams auf den Rängen elf und zwölf entscheiden. Dies dürfte eine spannende Angelegenheit werden, man stelle sich vor, was für Hammerpartien die Fans erwarten könnten. Beispielsweise ein Spiel zwischen Biel und Lausanne, oder Langenthal und Olten oder Sierre und Visp. Doch die Wahl des Wunschgegners kann auch einige Gefahren mit sich bringen. Ein frühes Ausscheiden einer Top gesetzten Mannschaft wäre so nicht allzu verwunderlich.  

Regelumsetzung im ersten Derby

Im ersten Meisterschaftsspiel von Olten und Langenthal kam es gleich zum Derby der zwei Kantonsrivalen. Im Oltner Kleinholzstadion galt es, sich wieder an den Rhythmus der Nationalliga B zu gewöhnen und mit der neuen Regelauslegung zurecht zu kommen. Bereits zum zweiten Mal in fünf Jahren trafen diese beiden Teams beim ersten Saisonspiel aufeinander. Der EHC Olten, auf dem Papier klarer Aussenseiter, versuchte dem Favoriten ein Bein zu stellen und spielte zu Beginn keck auf. Die Oberaargauer-Gäste waren in den ersten zwanzig Minuten inexistent, kaum ein gelungener Angriff konnte Richtung Oltner Tor vorgetragen werden. Das Heimteam seinerseits verpasste es, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen und scheiterte des Öfteren am grandios agierenden Keeper Marc Eichmann. Im zweiten Drittel drehte Langenthal auf und erzielt das 1:0. Olten konnte auf den Rückschlag nicht wunschgemäss reagieren, haderte oftmals mit der strengen neuen Regelauslegung und mit dem eigenen Glück. Die Gäste hingegen agierten abgeklärt und mit der nötigen Kleverness.      

Technische Klasse gegen Kampfgeist

Das 2:0 spiegelte die technische Überlegenheit des Favoriten wieder. Das dritte Tor der Gäste im letzten Abschnitt brach endgültig denn Wiederstand der Oltner. Die Spieler schienen trotz vieler Strafen keine grössere Anpassungsprobleme in der neuen Saison zu haben. Langenthal konnte erstmals überhaupt im ersten Saisonspiel gleich drei Punkte einfahren. Für Olten bleibt der Trost, gut gekämpft zu haben, sie waren jedoch vor dem Tor nicht genug kaltblütig, was schlussendlich den Unterschied ausmachte. Die diesjährige Saison startete früh wie noch nie. Anhand der nur 1850 Zuschauer in Olten kann man sagen, vielleicht zu früh, denn viele befinden sich immer noch im Sommer- und Fussballfieber. Die Meisterschaft dürfte aber ausgeglichener und spannender werden als je zuvor. Unter den Favoriten befinden sich gleich mehrere Teams wie der EHC Biel, SC Langenthal, HC Sierre, der ambitionierte Aufsteiger HC Thurgau und Lausanne. Zudem tummelt sich die Schweizer U-20 Nationalmannschaft in der NLB, um Spielpraxis und Erfahrungen zu sammeln. Die Spiele der jungen Nati auswärts gegen jeden der zwölf Gegner finden immer am Donnerstag und auswärts statt.  

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