Sport | 25.09.2006

Heisse Sprünge am Zürichsee

Freestyle.ch auf der Zürcher Landiwiese bot drei Tage lang spektakuläre Jumps, Tricks und eine Superstimmung. Sportler aus aller Welt massen sich in den Disziplinen Snowboard, Freeski, Motocross und Skateboard.
Wollte kaum mehr runter: Skifahrer am Zürcher Nachthimmel. Fotos: Freestyle.ch Tolle Stimmung und ein grosses Spektakel am Zürchersee. Das Freestyle.ch bot tolle Jumps, Tricks und Spannung. Der Brasilianer Sandro Dias in seinem Element. Hoch hinaus auf der Pipe. Boarden im Frühherbst.

Das Freestyle.ch wurde in diesem Jahr am Freitagabend mit dem FMX Whip Contest eröffnet. Bei diesem mussten die Motocrossfahrer über eine rund zwei Meter hohe Schanze rasen, das Motorrad in der Luft möglichst schräg legen oder das Hinterrad so hoch wie möglich heben und anschliessend sicher landen.

Gestartet wurde mit einfachen Jumps, dann mit immer schwieriger werdenden Sprüngen. Beim Start traten immer zwei Fahrer gegeneinander an. Insgesamt nahmen acht Fahrer aus sieben Nationen an dieser Qualifikation teil, darunter befand sich auch der Schweizer Mat Rebeaud. Die beiden gegeneinander antretenden Fahrer hatten jeweils zwei Sprünge, die von einer Jury bewertet wurden. Der Gewinner kam eine Runde weiter. Im Final traten der Franzose Jey Rouanet und der Deutsche Lukas Weis gegeneinander an. Der Franzose konnte sich mit zwei sehr spektakulären Sprüngen den Titel holen. Auch der Schweizer Mat Rebeaud fuhr stark, schied aber im Halbfinal knapp aus.  

Schweizer auf Platz drei

Kurz darauf ging es los mit der Prequalifikation der jungen Wilden beim Freeski. 16 grosse Talente aus der ganzen Welt lieferten sich einen heissen Kampf um einen der vier begehrten Startplätze vom Samstag, um dort gegen die besten der Welt antreten zu können. Jeder durfte dem Publikum drei Sprünge präsentieren, die zwei besten wurden gewertet. Der Österreicher Martin Misof wurde mit 71.4 Punkten souverän Erster. Unter den drei anderen Qualifikanten fand sich auch einer der vier Schweizer wieder. Der 21-jährige Reto Comincioli aus Davos schaffte es auf den dritten Platz. Zum Siegerquartett gehörten zudem Tim Russel aus den USA und der Franzose Richard Permin. Die Jumps waren gewagt und vielen gelang die Landung nicht wünschenswert.  

Spektakel in der Halfpipe

Nach den Freeskiern standen die Skateboarder mit dem Highest Air Contest auf dem Programm. Zehn Fahrer aus aller Welt traten gegeneinander an und versuchten einen möglichst hohen Sprung aus der Halfpipe heraus zu landen. Die Höhe der Sprünge wurde an der Flughöhe des montierten Brettes gemessen. Die Sprünge zählten allerdings nur, wenn sie auch gestanden wurden. Gefahren wurde abwechselnd, insgesamt hatten die Fahrer eine Stunde Zeit. Die Skateboarder waren allesamt mit Helm, Ellbogen- und Knieschoner ausgerüstet. Bereits waren viele Zuschauer am Freestyle.ch erschienen, weshalb eine Superstimmung entstand.  

Laute Musik und coole Jumps

Zu ständiger Punk- oder Rockmusik zogen die Skater ihre Show ab. Den Sportlern ging es beim Wettkampf allerdings nicht nur um den Erfolg und die Höhe der Sprünge, sondern sie zeigten den Zuschauern auch viele spektakuläre Tricks und pflegten eine gute Stimmung untereinander. Oft geschah es, dass die ganz hohen Sprünge nicht gestanden werden konnten und die Skater auf den Knien durch die Pipe sausten. Unter den zehn Teilnehmern waren deutliche Unterschiede der technischen Fähigkeiten zu beobachten. Schafften es die schlechteren Fahrer nicht über die zwei Meter Marke, sprang der Gewinner Sandro Dias aus Brasilien auf ganze 3.80 m.  

“Schweizer Frauen sind sehr schön”

Bei der Qualifikation der Snowboarder  traten 15 Teilnehmer gegeneinander an. Drei der vier Sieger waren aus der Schweiz. Mit Jahrgang 1988 qualifizierte sich der Zürcher Louri Potladtchikov als jüngster Teilnehmer bei seinem Heimspiel mit Platz vier für die nächste Runde. Auf Platz eins schaffte es Roman Marti aus Luzern und auf Platz zwei folgte der Bündner Stephan Maurer. Einziger Nichtschweizer war der Schwede Chris Sörmann mit Platz drei. Nicht der Erfolgreichste dafür der Auffallendste war der langhaarige Italiener Giacomo Kratter, mit seiner Bemerkung dass er die Schweizer Frauen sehr schön finde.

Trotz seiner Beliebtheit bei den weiblichen Fans verpasste er den Einzug unter die Besten vier deutlich: Die strenge Jury setzte ihn auf Platz zehn. Dank einer grossen Leinwand bekamen auch die Zuschauer in den hintersten Reihen alles problemlos mit. Die Stimmung war ausgelassen fröhlich und auch die Athleten waren dieses Jahr erste Sahne und präsentierten sich bereites in der Prequali auf einem hohen Niveau.

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