Kultur | 04.09.2006

„Hebet euchi Händ id Luft…“

Text von Andrea Scherrer
Das Festiwald der Pfadi Baar war ein voller Erfolg. Nationale Grössen rockten die Bühne ebenso wie Zuger Bands in den Anfängen. Die grosse Begeisterung am Samstag lösten Gleiszwei und Wurzel 5 aus.
Fotos: Andrea Scherrer

Das Festiwaldgelände übertraf die Vorstellungen vieler, nicht nur, was die Grösse anging. Die Bauten der Pfader waren wirklich unglaublich und liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet. Während es sich die älteren Generationen in einer der Bars gemütlich machten, konnten die Kleinen auf dem tollen Spielplatz und der «Gumpiburg« toben.

Die Generationenbars hätten abwechslungsreicher nicht sein können. So erinnerte zum Beispiel die Elternbar an “1000 und eine Nacht” und man konnte bei spärlicher Beleuchtung auf eines der Sitzkissen sitzen und die Einrichtung bewundern. In der Älplerbar gabs Älplerkaffee, serviert in idyllische Umgebung von einem ländlich gekleideten Barkeeper.

Am frühen Freitagabend hatte es noch nicht allzu viele Leute, aber die Stimmung war bereits sehr gut. Dank der vielfältigen Bandauswahl kam jeder auf seine Kosten. Die Hiphop-Fans erfreuten sich an So lang wie breit, deren eines Lied gar einige zu Tränen rührte. Weit düsterer klang da der Hiphop von Stylehang.

Für die Rock-Fans spielten Redwood und Blusbueb. Der Sänger von Blusbueb erinnerte mit seinen dreckigen Texten und frechen Sprüchen an Chris von Rohr und erfreute damit nicht alle. Burnigdrop, eine Reggae- und Ska-Band spielte mit einiger Verspätung. Doch das Warten lohnte sich und die jungen Musiker überzeugten mit ausgereiften Songs und einer breiten Palette an Instrumenten. Das tolle Wetter krönte den Abend.

Am Samstag spielten bereits am Nachmittag einige Bands, jedoch auf der Zeltbühne. Gegen Abend wurden sie von der ersten Band auf der Eventbühne abgelöst, wobei Band leicht übertrieben ist, handelt es sich doch um nur eine Person, um Dickson. Er gab mit Gitarre, Mundharmonika und Gesang Reggae-Songs von Bob Marley und anderen zum Besten. Die relaxte Stimmung wurde von Dabu Fantastic & Dump Funk, einer Hiphop-Band in ein begeistertes Auf-und-ab-jumpen umgewandelt. Die Leute vor der Bühne merten sich.

Rundfunk überzeugte anschliessend mit bigbandartiger Musik, die das Publikum etwas beruhigte und zum Tanzen anregte. Als Gleiszwei dann auf die Bühne kam, explodierte die Stimmung. Es war so voll, dass man fürchten musste, von der begeisterten Menge verquetscht zu werden. Hände wurden in die Luft gestreckt und es wurde getanzt, gewippt, gekreischt und geschrien. Als die Jungs ein paar T-Shirts und eine CD in die Menge warfen, hoffte man, sie zu fangen und zugleich auch wieder nicht, weil man dann von allen Seiten von hoffnungsvollen Fans angesprungen worden wäre. Die Stimmung tat auch keinen Abklang, als Wurzel 5 das Mikrofon übernahmen, im Gegenteil. Sogar die Band selbst, wurde von der Stimmung erfasst, gab ihr Äusserstes und die MC`s waren schon bald ein wenig heiser. Trotzdem gaben sie nach heftigem Verlangen des Publikums völlig erschöpft noch etliche Zugaben.

Die Pfadi kann stolz auf sich sein. Der riesige Aufwand, der betrieben wurde, hat sich gelohnt. Das Festiwald war auf der ganzen Linie ein Erfolg.