Politik | 25.09.2006

Ende Hotel Schweiz

Text von Lailo Sadeghi
Es steht fest. Das Ergebnis war klar und eindeutig. Um zu sehen, was die junge Bevölkerung von Bern zur Abstimmung über das Asyl- und Ausländergesetz meint, ging Tink.ch auf die Strasse.
"Lieber gar nicht dafür auch nicht falsch." Alex Brotbeck. Fotos: Lailo Sadeghi "Ausserdem habe ich noch dieses Infobüchlein gelesen." Lea Beck "Diese neuen Gesetze sind Diskriminierung." Ruben Pica "Ich habe nicht abgestimmt, ich bin nicht stoltz darauf." Simon Kovatst "Wir dürfen gar nicht wählen." Jean-Pierre Dupont und Robert "Alles kam so wie ich es nicht wollte." Viviana Zitola "Ich bin keineswegs zufrieden." Reto Witschi

Alex Brotbeck: Ich habe nicht abgestimmt, weil ich mich nicht richtig informiert habe. Von allen Seiten wird man zugetextet, was man wählen soll. Ich möchte nicht einfach die Meinung von jemand anderem übernehmen. Da wähle ich lieber gar nicht. Ich stimme nur ab, wenn es mich sehr interessiert oder betrifft.

Lea Beck: Ja, ich habe gestimmt. Ich stimme immer mit, wenn es so schweizweit und wichtig ist. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Ich habe mich bei meiner Schwester informiert, sie hatte dieses Thema in der Schule behandelt. Ausserdem habe ich noch dieses Infobüchlein gelesen.

Ruben Pica: Natürlich war ich stimmen. Mit dem Ergebnis bin ich aber überhaupt nicht zufrieden. Da kann man ja nicht zufrieden sein. Ausländer haben es schon schwer genug. Diese neuen Gesetze sind Diskriminierung. Abstimmen tu ich nur, wenn es mich direkt betrifft oder interessiert.

Simon Kovatst:  Ich habe nicht abgestimmt, ich habe es versifft. Ich wusste sowieso nicht recht, ob ich dafür oder dagegen sein will. Eigentlich nehme ich es mir immer fest vor wählen zu gehen, oft klappt es dann aber trotzdem nicht. Ich bin nicht stolz darauf. Es ist ist eben doch eine gewisse Verantwortung. Obwohl, manchmal glaube ich, dass sich sowieso nicht viel ändert.

Jean-Pierre Dupont und Robert: Wir dürfen gar nicht wählen. Sind ja kein Schweizer. Mit dem Ergebnis sind wir aber zufrieden. Wir hätten auch ja gestimmt. Jetzt heisst es Ende Hotel Schweiz.

Viviana Zitola: Ja, klar habe ich abgestimmt. Mit dem Ergebnis bin ich aber ganz und gar nicht zufrieden. Alles kam so, wie ich es nicht wollte. Dieses Mal haben viel zu wenig Junge abgestimmt, nur die alten SVP-Wähler und so. Das ist sehr schade. Ich selbst versuche immer zu wählen und zu stimmen. Es kommt aber auch vor, dass ich es einfach vergesse. 

Reto Witschi: Ja, ich habe abgestimmt. Informiert habe ich mich mit dem Abstimmungsmaterial. Mit dem Ergebnis bin ich aber keineswegs zufrieden, bei keinem einzigen. Eigentlich stimme ich oft ab, manchmal habe ich aber einfach keine Zeit und vergesse es. Ich denke, dieses Mal sind viele stimmen gegangen, welche normalerweise nicht wählen oder abstimmen.