Politik | 11.09.2006

Die Bilanz fällt ernüchternd aus

Text von Pascal Merz
Fünf Jahre sind seit dem 11. September 2001, einem Wendepunkt in unserer Geschichte, vergangen. Präsident Bush hat nach diesem Terroranschlag gegen Amerika den globalen Kampf gegen den Terrorismus ausgerufen. Wer erinnert sich nicht an seine kontroverse Aussage: Entweder seid ihr für oder gegen uns.

Dass die Einteilung von Gut und Böse in der realen Welt nicht funktioniert, haben uns diese fünf Jahre Terrorbekämpfung eindrücklich bewiesen. Der globale Feldzug wurde oftmals mit sehr umstrittenen und auch illegalen Aktionen geführt. Das Völkerrecht und unsere freiheitlichen Werte haben in dieser Auseinandersetzung gelitten. Im Fokus waren allzu oft einseitige, militärische und repressive Mittel zur Terrorismusbekämpfung.

Die Ziele sind einmal mehr verfehlt worden und die Welt ist seit dem denkwürdigen Ereignis vor fünf Jahren nicht sicherer geworden, im Gegenteil. Amerika ist ausgezogen mit der grössten Streitmacht der Welt gegen einen unsichtbaren Feind, der sich unabhängig von Land und Nation, globalisiert hat. Die Rückzugsbasen der Terrorzellen sind heute weltweit verstreut und auch unter uns.

Statt den Sumpf trocken zu legen, hat man diesen noch undurchdringlicher gemacht. Die massiveren und tiefer gehenden Probleme, die ebenfalls mit dem Phänomen Terrorismus zusammenhängen, hat man darob vernachlässigt.

Die Bilanz fünf Jahre nach dem 11. September 2001 fällt ernüchternd aus und die Zeichen stehen alles andere als gut, dass bald eine Abkehr der gängigen und einseitigen Terrorismusbekämpfung bevorsteht.