Kultur | 15.08.2006

Spektakuläre Stunden am Theaterspektakel

Text von Anina Peter
Das Theaterspektakel auf der Zürcher Landiwiese startet am 17. August in die nächste Runde. Bis zum 3. September sollen den Zuschauern mit Musik, Theater und spektakulären Einlagen neue Dimensionen von Raum und Zeit spürbar gemacht werden.
China Village: Installation zum Leben in China Die Filmreihe "Promised Paradise" setzt ein Zeichen gegen Fanatismus. Urban Dance: Moderner Tanz von Jugendlichen aus Berlin

Das Programm ist vielfältig und energiegeladen. Augen– und Ohrenschmaus zur gleichen Zeit. Die grossen Fragen im Raum sind hingegen weder neu noch einfach. Wo stehen wir zu Beginn des neuen Jahrhunderts? Kann der Mensch mithalten mit der rasanten Veränderung seines Alltags? Leben wir auch in einer wichtigen Umbruchphase der Weltgeschichte?

Diese Thematiken werden durch Tanz, Bewegung, Musik und Theater aufgegriffen. Alte Geschichte und Weltanschauungen werden neu verarbeitet und hinterfragt. So werden in der Kategorie Geschichte des 20. Jahrhunderts moderne Mythen aufgegriffen und den alten neues Leben eingehaucht.

Kunst überwindet Gewalt und Differenzen

Mit der Filmreihe «Paradise«  aus Asien setzen die Regisseure ein Zeichen gegen den Fanatismus und die Unterdrückung in ihren Heimatländern. Sie wollen zeigen, dass Gewalt mit Kultur überwunden werden kann, und leisten den ersten Schritt zu diesem Ziel mit ihren Produktionen gleich selbst.  Das Dokumentarstück «Schwarze Jungfrauen« basiert auf Interviews mit in Deutschland lebenden Muslimen. Die Rolle der Frau im Islam, Kulturdifferenzen und Kritik am System werden hier direkt und offen zur Sprache gebracht.

Hinter dem Label Swiss Made steht – wie könnte es auch anderes sein – ein ganzer Haufen Schweizer Künstler. Komödie, Kindergeschichten, Volksmusik kontra Rap. Das Duo Sgaramusch hatte eine besondere Idee. Die Künstler entdeckten den Wolf in sich und liessen Kinder Geschichten zu diesem grauen Tier schreiben. Diese lassen sie nun auf der Bühne zum Leben erstehen und laden ein, dem Wolfsrudel in den Phantasiewald hinein zu folgen.

30 Künstler, ein Festival

Neben den verschiedenen Theaterproduktionen soll auch die Musik nicht zu kurz kommen. An mehreren Abenden finden Konzerte statt. Auch diese haben das Ziel Kulturbarrieren zu überwinden. Finnischer Tango, brasilianische Rhythmen, Schweizer Volksmusik und Hiphop. Tanzen ist erlaubt, ja sogar erwünscht.

  

Insgesamt sind bis zu 30 Künstler und Kunstgruppen eingeladen. Prioritäten bei der Auswahl setzen die Organisatoren bei der Eigenständigkeit und Innovation. Ob nun politisch, exzessiv und energiegeladen, stilvoll oder noch nie da gewesen – sehenswert sind auf jeden Fall.

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