Kultur | 17.08.2006

Sommerfilme auf der Krumturmschanze

Text von Lailo Sadeghi
Unter dem zwar bewölkten, aber freiem Himmel, werden auch dieses Jahr die Solothurner Sommerfilme abgehalten. Zum zehnjährigen Jubiläum gibt es von Tink einen kleinen Stimmungsbericht.
Fotos: Lailo Sadeghi Gute Stimmung in der Solothurner Kulturoase

Auf der Krummturmschanze, die ihren Namen nicht umsonst trägt, treffen sich Freunde mit Freunden, Verliebte mit Geliebten und  Filmkritiker mit Journalisten. Hier werden noch bis zum Sonntag den 20 August Filme auf Grossleinwand projiziert. Welche Filme das sind, wurde von einem fünfköpfigen Gremium entschieden. Hollywoodproduktionen haben keine Chance, hier wird nicht auf Mainstream gesetzt. der Streifen muss Sehenswert und wenn möglich aus Europa sein.

Trotz Waffenpräsenz gute Stimmung

Toröffnung ist um 19:00. Der Film beginnt zwei Stunden später. Auch in dieser Zeitspanne wird den Besuchern etwas geboten. Bier, Wein, gutes Essen und Musik. Jedoch keine Gewöhnliche. Die Veranstalter nennen es Klangarten. Aus hübsch gestalteten Stereoboxen hallen spezielle Klänge und sonderbare Geräusche, vermischt mit Uhurufen und Vogelgezwitscher. Auch wenn man sich so was normalerweise nicht anhört, verleiht es der Atmosphäre eine besonders schöne Stimmung und lässt einen Hauch von Mystik aufleben. Diese Stimmung wird durch den falsch konstruierten Turm, den kleinen Fledermäusen, der Moos überwachsenen Stadtmauer, der Aare und den Sonnenuntergang zusätzlich unterstrichen. Nur die alten Verteidigungskanonen und der regelmässig vorbeidonnernde Zug stören das Erlebnis.

Hey, was machst denn du hier?

Menschen kommen trotzdem. Sie treffen langsam ein, sodass man es gar nicht richtig merkt. Plötzlich ist es voll und die Trink- und Essstände haben Hochbetrieb. Doch bevor gegessen und getrunken wird, markiert man sich mit Jacke, Schirm oder sonst was, einen guten Platz. Nicht zu weit vorne, das ist schlecht für die Augen und nicht zu weit hinten, dort rattert die Filmprojektionsmaschine. «Das Durchschnittsalter liegt schätzungsweise um die 35.« Sagt Eva Gauch, künstlerische Leiterin vom Alten Spital. Die meisten Menschen sehen aus, als würden sie in ihrer Freizeit Arte schauen und sich regelmässig in Museen blicken lassen. Unter den meisten herrscht auch ein mehr oder weniger familiärer Umgang. Man kennt sich. «Hey was machst den du hier?« Szenen gibt es zuhauf. Zwar sind die Plastikstühle bei weitem nicht so bequem wie übliche Kinositze und sobald die Sonne untergeht wird es kalt (wer klug ist, hat seine Wolldecke dabei). Doch die angenehme Stimmung heben dieses Kinoereignis von den restlichen ab.  

Die Solothurner Filmtage. Man liebt sie, findet sie komisch, oder kennt sie gar nicht. Wer sich zwischen frischer Luft und Kino nicht entscheiden kann und Wert auf eine schöne Umgebung setzt, ist auf dieser kleinen Kulturoase bestens aufgehoben.