Kultur | 29.08.2006

„So lang wie breit“ am Festiwald Baar

Text von Andrea Scherrer
Von der Aussage:«Uns ist egal, was andere von unserem Sound halten« stammt der Bandname «So lang wie breit« und sie treten am kommenden Wochenende am Festiwald in Baar auf. Tink.ch sprach mit der Hip-Hop Band «So lang wie breit« aus Baar und erfuhr wie die Band zusammenfand noch einiges mehr
Selbstkreiertes Logo Matthias von "So lang wie breit"

Am Freitagabend sitze ich mit meinen Freunden am See auf der Rössliwiese, als plötzlich ein schwer definierbares Gefährt unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es sieht aus wie eine überdimensionale, viereckige Werbetafel, welche von vier Fahrrädern angetrieben wird. Diese Idee kann natürlich nur von der Pfadi Baar stammen, welche auf ihr bevorstehendes «Festiwald« aufmerksam machen will. Sie stellen das Festiwaldmobil direkt vor uns ab und spielen laute Musik ab. Hauptsächlich CH-Rap, wie z.B. Breitbild. Nicht unbedingt meine Lieblingsmusik und trotzdem höre ich zu. Bei einem Lied werde ich stutzig. Es klingt ähnlich wie die Lieder von Breitbild und doch anders. Bei genauerem hinhören stelle ich fest, dass sich der Text um das Festiwald und die Pfadi Baar dreht! Ich frage nach und erhalte von einem grinsenden Pfader die Antwort: «Das sind unsere Pfadi MC`s!« Neugierig geworden wittere ich sofort eine Chance für einen neuen Bandartikel.

Hip-Hoper aus Baar

«So lang wie breit«, so nennen sich die Schweizer Hip-Hoper aus Baar. Die Idee zum Namen stammt von der Aussage: «Uns ist egal, was andere von unserem Sound halten!« Die Band besteht aus zwei Mitgliedern, die natürlich begeisterte Anhänger der Pfadi Baar sind. Zum einen Rafael Orler mit dem Künstlernamen Herzog, zum anderen Matthias Letsch alias Pasha. Die beiden kamen vor etwa 2 Jahren bei einem Freestyle auf die Idee, eine Band zu gründen. Sie hatten bis jetzt vier Auftritte. Ihren Ersten an der Chilbi Baar 2005 und danach folgten weitere Auftritte in Buochs, am Geburtstagsfest eines Freundes und als Einleitung für ein Theater.

Matthias besucht momentan das Gymnasium im vierten Jahr und Rafael absolviert das erste Lehrjahr als Sanitär. Auf die Frage hin, was ihnen denn nun wichtiger sei, die Ausbildung oder ihre Musik, meinen sie lachend: «Theoretisch die Ausbildung, praktisch der Sound«.

Und es lohnt sich! Bisher haben sie ca. zwölf komplette Songs und dutzende Beats. Sie schreiben ihre Texte selbst, welche sich mit Problemen und Interessen der beiden oder mit anderen aktuellen Themen (wie bereits erwähnt, Werbung für das Festiwald, Berichte vom Pfadilager oder ihre Freundinnen) befassen.

Geprobt wird in einem Raum bei Matthias zu Hause. Er ist ausgestattet mit Sofa, Keyboard, Plattenspieler, PCs und Mikrofonen. An den Wänden hängen Poster von Cypress Hill, Spongebob Schwammkopf und ein Bild von den beiden beim Rappen. Sie verleihen dem Raum eine persönliche Note und machen ihn erst richtig gemütlich. Eine Demo-CD von «So lang wie breit« ist bereits in Planung.

«So lang wie breit« am  Festiwald Baar

Ihre Musik scheint anzukommen: «Bei den bisherigen Auftritten sind die Fans richtig abgegangen!« Und ich persönlich finde die beiden auch wirklich gut. Wer die beiden live sehen möchte, hat schon sehr bald die Möglichkeit dazu. Denn, wie könnte es anders sein, sie treten am 1. September am Festiwald in Baar auf. Zu kommen lohnt sich! «So lang wie breit« tritt neben 24 anderen Bands wie beispielsweise Gleiszwei oder Wurzel 5 auf. Auch für diejenigen, die nicht so gerne Hip-Hop hören, hat es etwas dabei. Es werden pro Abend etwa 1000 Zuschauer erwartet und die Mitglieder der Pfadi Baar sind schon fleissig am Aufbauen. Ein zehn-köpfiges Organisationsteam ist schon seit einem Jahr am Vorbereiten, damit alles am kommenden Wochenende glatt läuft.

Den Festiwald-Song  von «So lang wie breit« und dem dritten Pfadi MC, Andreas Lustenberger, kann man sich ausserdem auf der Homepage vom Festiwald anhören. Dort finden sich auch noch Bilder und Videos von den fleissigen Pfadern beim Bauen und ab Mittwoch sogar ein Videoclip zum Festiwald-Song.

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