Kultur | 13.08.2006

Gute Stimmung trotz Regen am Buskers Bern

30 Künstlergruppen aus der ganzen Welt verwandelten die Berner Altstadt vom 10. bis zum 12. August in eine kulturelle Hochburg. Ein extrem vielfältiges Programm, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte, belebte die Bundeshauptstadt wie schon lange nicht mehr.
Coole Mamboleros: Angel Maria Torres brachten südliche Klänge nach Bern.
Bild: Janosch Szabo und Christian Wyler. Tolle Stimmung am noch trockenen Nachmittag. Aber auch unter den Schirmen lässt es sich bestens staunen. Rockige Bieler: Carnation liessen die Gitarren singen. Exotisch und von weit hergereist: Börte aus der Mongolei. Barti und sein Marjonettenspieler Alex Jorgensen hatten die Lacher auf ihrer Seite... ...wie auch das australische Von Trolley Quartet mit ihrer spassigen Musik-Comedy.

Auch die diesjährigen Buskers waren von überall her angereist. Ob aus der Mongolei, Brasilien, Bulgarien, oder einfach aus Bern, alle boten sie dem Publikum ein tolles und einzigartiges Erlebnis. Die Darbietungen der Künstler waren vielfältig, speziell, gewagt, neu und hautnah. Jede Show hatte ihre ganz eigene Ausstrahlung. An der einen Ecke standen die Zuschauer staunend und applaudierten heftig für das Gezeigte, im Gässchen nebenan lachten sich die Passanten über irgend einen ausgefallenen Scherz schier kaputt und direkt um die Ecke herrschte bei brasilianischer Sambamusik Partystimmung. Auf den Strassen standen Essens- und Getränkestände, welche den Hungrigen und Durstigen fremdartige Leckerbissen aber auch typisch schweizerisches Gebäck anboten.

 

Dicht beisammen unter den Schirmen

Dauerhafter Nieselregen versuchte den Buskers und den zahlreichen Besuchern die Stimmung zu vermiesen. Doch das schlechte Wetter vermochte dem dritten Berner Strassenmusikfestival nichts anzuhaben. Im Gegenteil, der Regen liess die Passanten unter ihren Schirmen enger zusammenrücken und eine richtig “heimelige” Stimmung entstand.

Rock’n’Roll, Samba, Jazz, Volksmusik, Afrobeat und vieles mehr konnten sich die Passanten anhören und ansehen. Die Musik stand auch dieses Jahr an Buskers Bern im Mittelpunkt. Daneben sorgten aber auch verschiedene Komödianten, Puppenspieler, Geschichtenerzähler und eine Eisschnitzerin für Unterhaltung.

 

Ein Highlight – Barti die grinsende Marionette

Für richtig ausgelassene Stimmung sorgte der Däne Alex Jorgensens. Seine Marionette Barti entzückte das Publikum als Rockstar, Balladensänger, oder Flamencogitarrist. Barti, der schlacksige Strubbelschopf, ist witzig und unglaublich beweglich, kann die Augen rollen, die Zähne zeigen und phantastisch tanzen. Egal was Barti macht, es sieht einfach zum umfallen komisch aus.

Auch die Gruppe Angel Maria Torres y los ultimos Mambolleros war ein absoluter Dauerbrenner. Mit Mambomusik der 60iger Jahre, Macho-Schnäuzen und Pommadeffrisuren liess die mexikanisch schweizerische Musikgruppe das Publikum begeistert die Hüften kreisen.

 

Nützliche Infos im Programmheft

Absolut sinnvoll war der Kauf eines Festivalbändelis inklusive Programmheft für 10 Franken. Das Büchlein enthielt eine Beschreibung aller 30 Künstlergruppe, eine Übersicht mit allen 30 Auftrittsorten, sowie andere nützliche Infos.

Wenn um Mitternacht in den Strassen jeweils “ausgebuskert” war, ging das Fest im Kornhausforum, mit Auftritten von Buskers-Bands weiter. Wer sich ein Festivalbändeli geleistet hatte, konnte für 5 anstatt 15 Franken im Kornhausforum weiterfeiern.

 

Mehrweggeschirr und ein Kinderprogramm

Das Berner Strassenmusikfestival engagierte sich auch ökologisch und verwendete nur Mehrweggeschirr. Für jeden Becher und Teller, für jede Gabel und jedes Messer, war eine Depotgebühr von zwei Franken zu entrichten. Neben der besseren Ökobilanz blieb dank dieser Massnahme auch das Festgelände sehr sauber.

Am Freitag und Samstag, jeweils von 16 bis 18 Uhr, wurden für die jüngsten Besucher Kindertheater organisiert. Chasperlibühni, Le Monelle, Adam und Eva und Duo Delikatessen führten vier verschiedene musikalische Komödien auf.

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