Kultur | 27.08.2006

Grosses Musikerlebnis mit kleinem Budget

Winterthur - die Festivalstadt: Das trifft während den Musikfestwochen durchaus zu. An der Winti-Night rockten vier Bands in verschiedensten Musikstilrichtungen vor vielen begeisterten Besuchern in der Altstadt.
Fotos: Julian Perrenoud Tabe & Garriss bei ihrem ersten Festivalauftritt. Mundart-Hiphop mit Infantrie. Die abtretende Band Hukedicht zog nochmals alle Register,... ...wusste das Publikum zu begeistern... ...und war der Höhepunkt der Winti-Night My Name is George rundete mit Beat-Rock... ...den gelungenen Festivalabend ab.

Die zwölftägigen Musikfestwochen sind seit über 30 Jahren ein fester Bestandteil in der Altstadt von Winterthur. Mit der Winti-Night kommt das Festival zu einem Höhepunkt: Es treten ausschliesslich Bands aus Winterthur auf.

Tabe & Garriss, die den Stairway-Contest (Bandwettbewerb in Winterthur) für sich entscheiden konnten, eröffnen die Gratiskonzerte. Sie sind eine der vier Bands, die vom Organisationsteam der Musikfestwochen für die Winti-Night ausgesucht wurden. «In Winterthur wollen wir vor allem Entdeckungen und neue, frische Bands bringen«, erklärt David Baumgartner, Pressesprecher der Musikfestwochen. Doch auch bekannte Namen aus dem Ausland wie Eagles of Death Metal, Jan Delay und Jimmy eat World sind zugegen. «Diese Konzerte sind dann aber nicht mehr gratis. Doch der Vorverkauf für die drei Auftritte Anfang September läuft bis jetzt gut. Es sind halt auch Bands mit grossen Fangemeinschaften.«  

Ein Punk-Rock-Spektakel zum Abschluss

Tabe & Garriss spielen das letzte Lied ihres halbstündigen Auftrittes und überlassen die Bühne der Hiphop-Truppe Infantrie. Die steigenden Ansprüche eines Festivals sind auch an David Baumgartner nicht spurlos vorbeigezogen. «Eigentlich können wir auf dem Markt der Grossen schon lange nicht mehr mithalten. Bei uns erscheinen etwa 4000 Besucher an einem Abend, an anderen Orten 20’000 bis 30’000. Zudem gibt es bei uns nur wenig Ticketeinnahmen, da die meisten Konzerte kostenlos sind. Doch es gibt so immer wieder die Möglichkeit, neue Bands anzuwerben«.

Zum Auftritt von Hukedicht sind viele Besucher erschienen, die mehr und mehr zum Bühnenrand drängen. Die Punk-Rock Band spielt in Winterthur eines ihrer letzten Konzerte. Danach soll Schluss sein. Mit schnellen Gitarrenriffs, Schlagzeugwirbel und fetziger Stimme begeistern sie das Publikum. Es wird getanzt und gepogt was das Zeug hält.  

«Geniessen eine grosse Unterstützung«

Die Musikfestwochen versprechen viel mehr, als das der Name sagt. «Die Musikfestwochen sind ursprünglich als Kontrapunkt zu den Luzerner Musikfestwochen entstanden. Zugegeben ist es nicht mehr der passende Name, nach 30 Jahren ändert man aber so was nicht mehr«, meint Baumgartner. Genügend Besucher würden auch so erscheinen. Für die zwölf Festivaltage ist rund eine Million Franken investiert worden. «Diese Summe teilt sich in Gagen, Infrastruktur und Allgemeinkosten. Die Musikfestwochen funktionieren auch nur dank dem Entgegenkommen der Stadt, die uns 190’000 Franken bereitgestellt hat«, sagt Baumgartner.

Den Schlusspunkt setzt an diesem Abend My Name is George mit Beat-Rock, etwas ruhiger und melodiöser als Hukedicht, gerade richtig, um sich von dem vorangegangenen Punk-Rock-Spektakel zu erholen.

Auch zu dieser späten Stunde gibt es in der Altstadt keine Probleme mit den Anwohnern. «Wir geniessen eine grosse Unterstützung in der Stadt. Das Festival gehört einfach zu Winterthur und die, die hierher kommen, wissen das auch zu schätzen.«

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