Kultur | 19.08.2006

“Einmal Gampel, immer Gampel”

Text von Janosch Szabo
Roman Pfammatter aus Brig ist Programmverantwortlicher beim Openair Gampel. Seit neun Jahren ist der 35-Jährige dabei, noch immer mit viel Herzblut. Tink.ch sprach mit ihm über seinen Job, Rock und die Sache mit den exklusiven Bands.
Roman Pfammatter aus Brig holt Stars wie Muse ins Wallis... ...und kriegt Gänsehaut, wenn 20 000 Leute vor der Hauptbühne stehen. asfgjhsdgf

Am Openair Gampel treten viele Bands exklusiv auf. Gehört das zu eurer Taktik?

Ja. Gampel ist das letzte grosse Openair des Schweizer Festivalsommers. Demnach ist es für uns noch wichtiger als für andere, exklusive Acts zu haben. Wir wollen nicht einfach am Schluss eine Zusammenfassung, von allem was gelaufen ist, machen, sondern ein interessantes Programm präsentieren, das noch niemand gesehen hat.

Gampel setzt voll auf Rock. Warum?

Weil das die Openairmusik schlechthin ist, weil Rock’n’Roll wieder am aufkommen ist und weil Gampel ganz grundsätzlich ein Rockfestival ist. So hat es auch vor 21 Jahren angefangen auf einem Anhänger eines Lastwagens mit drei Bands und 300 Zuschauern. Das Herz vom OK sind noch heute Rockliebhaber.

Ausserdem ist es schwierig auf so einer grossen Bühne elektronische Musik zu bringen. Wir haben in den letzten Jahren Einiges ausprobiert, sind aber immer wieder auf den Rock zurückgekommen.

Das Festival ist seit seinen Anfängen enorm gewachsen.

Ja. Heuer treten bereits rund 35 Bands auf und wir rechnen mit bis zu 80 000 Besuchern. Jedes Jahr erreichen wir neue Publikumsrekorde, bis auf letztes Jahr, als uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Sie sind Programmverantwortlicher des Openairs. Wie holen Sie die Bands exklusiv nach Gampel?

Das ist eine lange Geschichte, die jeweils gleich nach dem Openair beginnt. Ich arbeite mit zwei Agenten zusammen und es gilt gegen extrem viele andere Festivals zu kämpfen. Viele Faktoren spielen zusammen, das Geld, der Ruf, der Zeitpunkt und das Touring der Bands. Es ist wie ein Puzzle, das man Stück für Stück zusammensetzt.

Dem Festival haben wir in den letzten Jahren eine gewisse Referenz gegeben.Gampel ist mittlerweile ein Teil der europäischen Festivalszene, weshalb manche Bands einen Auftritt im Wallis schon von sich aus bei der Planung ihrer Tourneen in Betracht ziehen.

Sie haben sicher Wunschbands, die Sie gerne mal nach Gampel holen würden.

Die ändern sich mit den Jahren. Vor zehn Jahren wäre zum Beispiel Brian Adams der Hammer gewesen, heute wohl nicht mehr. Aber sowieso buche ich nicht meine persönlichen Wunschacts, sondern mache ein Programm für das Publikum. Da gehen wir mit der Zeit, auch wenn wir älter werden und das Publikum jung ist.

Halten Sie bei der Programmation grundsätzlich jede Band für möglich?

Nein. Es gibt viele Bands, die viel zu gross sind, jene die im Hallenstadion auftreten zum Beispiel. Mit den Jahren habe ich ein Gespür für die Realität entwickelt. Natürlich habe ich Träume fürs kommende Programm, aber realistische. Wir bleiben auf dem Boden, denn Priorität Nummer eins ist es, das Festival zu sichern.

Was macht Ihnen Spass an Ihrer Aufgabe “Programmverantwortlicher”?

Es ist grunsätzlich mein Job. Musik ist mein Leben. Seit einigen Jahren habe ich meine eigene Agentur. Also war es naheliegend, beim Openair Gampel die Programmleitung zu übernehmen. Das war vor acht Jahren. Seither gilt: Einmal Gampel, immer Gampel. Ich bin mit viel Herzblut dabei, denn es ist ein tolles Gefühl an so einem grossen Festival mitbeteiligt zu sein.

Warum?

Das kann man gar nicht so genau in Worte fassen. Es sind diese Momente, wie zum Beispiel gestern Abend, als Muse vor 20 000 Leuten gespielt haben. Schon nur wenn ich daran denke, bekomme ich Hühnerhaut.

Auch den Kontakt mit den Künstlern finde ich interessant, das Handling dieser Leute. Mir ist wichtig, dass sie mit einem guten Eindruck vom Festival nach Hause gehen.

Gibt es etwas, das Ihnen jeweils Sorgen macht?

Das Wetter. Wenn es regnet, wie letztes Jahr, und alles im Schlamm versinkt, dann macht einen das fertig. Aber dieses Jahr ist es bisher bestens. Sorgen macht mir jeweils auch, dass wir genug Besucher haben, um das Festival zahlen zu können. Alles andere macht mir keine Sorgen. Wir geben immer das Beste. Und wenn ich mir dem sicher bin, dann ist es so ok, wie es ist.

Was kann man in Hinblick auf das Openair Gampel 2007 sagen?

Am Grundsatz wird sich nicht viel ändern, ausser das die Anzahl der Tage diskutiert werden könnte.

Nächste Woche sollen schon erste Sachen geklärt werden.  

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