Sport | 11.08.2006

Ein Remis mit Folgen

In einem packenden UEFA Cup Spiel errangen die Berner Young Boys ein 3:3-Unentschieden gegen den Favoriten aus Marseille. Trotz dem Punktgewinn bleibt ein fader Nachgeschmack.
Fotos: Julian Perrenoud Viele Proteste von Olympique de Marseille. "Hier entlang!" Die YB-Spieler zeigen, wohin der Weg führen soll. Die Partie war geprägt von vielen Zweikämpfen. Das Schiedsrichter-Trio griff durch. Jubel auf Seiten der Franzosen nach der Führung... ...und bei den Bernern nach dem Ausgleich. Die zwei roten Karten schwächten Marseille erheblich.

Das Hinrundenspiel im UEFA Cup gegen das französische Spitzenteam aus Marseille stellte für die Young Boys eine brisante Aufgabe dar. Zum einen wollten sie sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erarbeiten, zum andern galt es sich für das Ausscheiden aus dem Vorjahr im UI-Cup gegen eben diesen Gegner zu revanchieren. Dementsprechend konzentriert und entschlossen starteten die Berner in diese Partie. Ganz anders Marseille: die Gäste zogen sich schnell einmal in die eigene Platzhälfte zurück und überliessen YB das Spieldiktat.  

Rote Karte und Gehässigkeiten nach vier Minuten

Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Carlos Varela dank seiner Schnelligkeit die Gästeabwehr überrumpelte, und er nur noch mit einem Notbremse-Foul aufgehalten werden konnte. Nach der logischen roten Karte entstanden zwischen den Spielern einige Gehässigkeiten. Marseille schlug einen aggressive Spielweise an, was zehn Minuten später zu zwei weiteren Verwarnungen führte. Die Berner versuchte, aus diesem Vorteil Kapital zu schlagen, die Bemühungen endeten jedoch bereits an der Strafraumgrenze.  

Kapitale Abwehrfehler der Berner

Rund 18 Minuten waren gespielt, als Olympique de Marseille mit seinem ersten Angriff gleich das Führungstor erzielte. Nach einem Freistoss vermochte Zubar das runde Leder ungehindert einzunicken. Die Reaktion des Heimteams folgte prompt. Nach schöner Vorlage Varelas, war Hakan Yakin zwei Minuten später mit dem Kopf für den Ausgleich besorgt. Die Partie flachte zunehmend ab, lediglich die rund 1500 mitgereisten Anhänger aus Marseille sorgten für Stimmung auf den Rängen. Mit dem 1:2 kurz vor dem Pausentee erlitten die Young Boys einen erneuten Rückschlag. Dem Tor ging ein katastrophaler Abwehrfehler von Tiago und Wölfli voraus.  

Verzweiflung nach erneutem Rückstand

Mit der Einwechslung von Topskorer Joao Paulo ging ein Ruck durch die Mannschaft von YB. Die Angriffsbemühungen wurden belohnt, als der Brasilianer nach einer schönen Kombination kaltblütig abschloss. Doch wieder waren die Berner nicht fähig, Kapital aus dem Ausgleich und dem durch die rote Karte verursachten Überzahlspiel zu schlagen. Nach 57. Minuten wurde die gesamte Abwehr der Gastgeber mit einem Pass übertölpelt, Niang konnte alleine auf Wölfli losziehen und sich wenige Sekunden später zum zweiten Mal als Torschütze feiern. Der erneute Rückschlag schien YB nicht mehr zu verkraften, zu unkontrolliert und verzweifelt schienen die Abschlussversuche.  

Verdienter Ausgleich nach Schlussoffensive

Kurz nach der Auswechslung von Hakan Yakin handelte sich Marseille nach einem total unnötigen Ausraster eine weitere rote Karte ein. Die Gelb-Schwarzen erhielten nun noch einmal kräftig Aufschwung und nach einem Durcheinander im Strafraum konnte Marcos zum 3:3-Endstand einschieben. Die Berner wurden von den 18’273  Zuschauern für ihre aufopfernde Leistung gefeiert. Ein fader Nachgeschmack bleibt aber. Mit drei Auswärtstoren und dem Rückspiel in Frankreich kann Olympique de Marseille den Bernern abermals einen Strich durch die Rechnung machen.

Links