Kultur | 13.08.2006

Dem Wind und Regen getrotzt

Zum sechsten Mal fand in Hergiswil das Lakeside Festival statt. Trotz viel Regen erschienen zahlreiche Besucher. Verschiedene Filme, ein Latin-Abend und Rockmusik sorgten für ein interessantes Programm.
Bild: Julian Perrenoud The Mortals aus Zürich Extra aus Schweden angereist: Kenny Lövrin William White & The Emergency lockten viele Besucher an Gespanntes Warten auf den Lake Jump- Wettbewerb "Burell" aus der Innerschweiz beim "Heimauftritt"... ...waren eine von vielen Bands, welche am Samstagabend auftraten

Es regnet in Strömen. Das sechste Lakeside Festival in Hergiswil scheint buchstäblich ins Wasser zu fallen. Die wenigen Besucher auf dem Gelände suchen eilig nach einem vom Regen geschützten Platz. Das viertägige Festival direkt am Vierwaldstädtersee hätte kaum schlechteres Wetter erwischen können. Dem vielen Nass zum Trotz starten «The Mortals« aus Zürich in den Freitagabend und servieren den nun etwas zahlreicheren Besuchern während einer Stunde eine Palette emotionsgeladener Folk- und Reggaesongs. Mit Kenny Lövrin kommt es bereits zu einem kleinen Höhepunkt. Der Sänger und Liederschreiber gibt erstmals überhaupt ein Konzert ausserhalb seines Heimatlandes Schweden. Durch verschiedene Spenden konnte ihm ein Flugticket in die Schweiz finanziert werden.  

Viele Besucher im kühlen Hergiswil

Kurz nach 22 Uhr scheint sich Petrus etwas zu besinnen und lässt es nur noch in vereinzelten Tropfen regnen. «William White & The Emergency« bringen den Sommer für anderthalb Stunden nach Hergiswil zurück. Mit ihrer Soul-Musik und weichen Melodien versprühen sie warmes und karibisches Flair. Die Besucher scheinen von diesem Hörvergnügen sehr angetan und strömen nun richtiggehend zur Bühne. Mittlerweile tummeln sich rund 1000 Menschen, welche sich in die kühle und regnerische Nacht wagten, auf dem Festivalgelände. “Es ist super, dass trotz diesem Wetter so viele Besucher hier sind. Das ist natürlich eine riesige Freude und ein positives Feedback für unsere Arbeit«, meint ein sichtlich zufriedener Albi Christen, Medienverantwortlicher und Programmchef des Lakeside Festivals. «Bis jetzt sind wir mit dem Festival sehr zufrieden. An der Movie-Session am Mittwoch kamen über 500 Leute, um sich die Snowboard-, Skater- und Musikvideos anzusehen«.  

Rock und Reggae aus der Region

Ein ziemlicher Reinfall war die Latin-Nacht am Donnerstag, als bei kalten Temperaturen nur 200 Besucher erschienen. «Das Latin-Programm wird im kommenden Jahr durch mehr Funk ersetzt. Wir haben gesehen, dass für solche Musik wohl zuwenig Interesse vorhanden ist«, erklärt Christen. Am Lakeside Festival gibt es jeweils vier Themenabende. «Der Samstag ist eigentlich immer fest für den Rock eingeplant«. Zwölf Bands sind es, welche in diesem Jahr in Hergiswil auftreten. «Wir nehmen meist Bands, welche in der Schweiz bekannt sind, oder regionale Musiker, damit diese auch ihre Fangemeinde mitbringen können«, sagt Christen, der bereits seit sechs Jahren am Lakeside aktiv mitwirkt.  

Lake Jump-Wettkampf als Höhepunkt

Zu einem Spektakel kommt es am Samstagnachmittag. Unter leicht bewölktem Himmel stürzen wagemutige Fahrer beim Lake Jump auf ihrem Velo eine Sprungschanze hinunter und fliegen in hohem Bogen direkt in den See. Bewertet wird der Wettkampf von einer dreiköpfigen Jury. Schlag auf Schlag geht es nun weiter im Programm. Den zahlreich erschienenen jungen Besuchern und Familien werden zum Abschluss noch verschiedene Konzerte geboten. «Burrell« aus Nidwalden lassen es gewaltig rocken. Viele, von klein bis gross, tanzen und wippen fröhlich mit. Alles wirkt sehr familiär und friedlich. Mit Lird van Goles, Highfish, Disco Ensemble und The blue Van kommt das gut organisierte Lakeside Festival zu einem würdigen Abschluss.

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