Kultur | 14.08.2006

“Berlin wäre sehr cool”

Text von Andreas Renggli | Bilder von Sandro La Marca
Am Waldstock in Steinhausen hat die Zuger Band Troimer gerade mal ihr sechstes Konzert gegeben. Im Interview mit Tink.ch träumen die vier Musiker laut von ihrer Zukunft im In- und Ausland.
Als gäbe es nur die Bühne. Etienne Bühler bei seinem sechsten Auftritt. Fotos: Andreas Renggli Gitarrist Steve (Stefan Landolt): "Pro Monat vier bis fünf Konzerte, das wäre der Hammer." Lukas Wirz hat extra für Troimer zum Bass gegriffen. Ein klares Ziel vor Augen: "Ich will mit Wörtern Bilder erzeugen."
Bild: Sandro La Marca

Euer Name klingt unwirklich. Wie ist Troimer entstanden?

Etienne: Ich kannte Steve von einer anderen Band. Im Herbst 2004 beschlossen wir ein eigenes Projekt zu starten. Ich wollte endlich was mit meinen vielen Texten machen. Das war in vorherigen Bands nicht möglich gewesen.

Was sind eure Inhalte?

Etienne: Es handelt sich häufig um Texte aus meiner Pubertät. Allerdings abstrahiere ich die Inhalte so, dass nicht mehr unbedingt nachvollziehbar bleibt, was genau ihr Ausgangspunkt war. Dadurch können die Leute für sich selber was rausziehen. Vielfach geht nämlich was verloren, wenn man reine, zu schöne Geschichten erzählt. Ich will mit Wörtern Bilder erzeugen.

Ein Beispiel?

“Ich wohne in einem lichtlosen Raum” oder “Ich lasse es sein zu sein”. Gerne spiele ich auch mit dem schmalen Grat zwischen Vision und Illusion.

Entstehen eure Songs häufig aufgrund solcher Texte?

Etienne: Nicht unbedingt. Ich habe zwar eine grosse Sammlung an Texten, wo ich mich manchmal bediene. Oft ist es aber so, dass wir im Bandraum eine Melodie entwickeln. Häufig entsteht dann auch gleich ein Refrain. Anschliessend mache ich mich an den restlichen Text.

Lukas: Manchmal kommt das wie aus dem Nix. Wir proben zweimal pro Woche. Da kommt es immer wieder vor, dass wir erst gegen Ende des Abends zufällig auf eine spannende Kombination von Riffs stossen. Wenn plötzlich alles zusammenstimmt, bricht ein richtiges Feuer aus.

Wieso deutsche Lieder?

Etienne: Ich habe meine Texte schon immer auf Deutsch geschrieben. Zwar kann ich etwas Englisch, aber die Übersetzungen würden den Inhalten zu viel Energie rauben.  Und in Mundart kann ich nicht schreiben.

Der Auftritt am Waldstock war ein grosses Ziel. Nun ist das Konzert vorbei. Wie geht es weiter?

Etienne: Wir haben kein Geld für die Promo. Deshalb wollen wir mehr Konzerte geben. Es braucht Leute wie Paco (Patrick Pauli, Programmleiter Waldstock; Anm. d. Red.), die Vertrauen haben und uns eine Chance geben. Wir klappern gerne kleine Konzertbühnen ab. Das ist genau, was ich will. Zunächst gehen wir jetzt aber ins Studio von Lucky Music in Luzern und produzieren drei bis vier Lieder für eine Demo-CD.

Steve: Ich will ebenfalls viel spielen. Mein Traum ist, dass eine Eigendynamik entsteht. Pro Monat vier bis fünf Konzerte, das wäre der Hammer.

Lukas: Ich sehe das sehr bodenständig. Unser Auftritt am Waldstock war das sechste Konzert insgesamt. Gerne würde ich unsere Konzerte vom Raum Zug Richtung Zürich ausweiten. Ich denke, das ist mit unserem bestehenden Programm durchaus möglich.

Sämi: Mir ist wichtig, dass wir an ganz unterschiedlichen Orten auftreten. Dabei ist mir die Atmosphäre wichtiger als die Grösse. Zum Beispiel auch an einer coolen Geburtstagsparty mit 25 Leuten. Und später mal ein Auftritt im deutschen Sprachraum. Zum Beispiel in Berlin.

Etienne: Ja, Berlin wäre sehr cool.

Und wann findet euer siebtes Konzert statt?

Steve: Am 16. September in der Industrie 45 in Zug. Wir sind die Vorgruppe von The Houndox.

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