Kultur | 07.08.2006

Aus aller Welt, von Nah und Fern

Text von Janosch Szabo
Vielfältig & eigenwillig, international & lokal, neu & bewährt, schön & gewagt: Die Besucher des Strassenmusikfestivals Buskers Bern erwartet vom 10. bis 12. August ein Programm mit vielen Überraschungen. Manche der Künstler kommen von weit her gereist, aus Australien, der Mongolei oder Usbekistan.
Von der anderen Seite der Welt: "The Von Trolley Quartet" aus Australien. Exotisch: Das "Ensemble Khiva" bringt traditionelle ubekische Rhythmen nach Bern. Samba Chôro Bossa: So nennt sich der Stil von "Berimbanda". Barti: Die grinsende Marionette von Alex Barti aus Dänemark. Aus der Region: Die Bieler von "Carnation" spielen Straight Rock'n'Roll. Stammgast: "Trukitrek" sind mit ihrer Puppenshow wieder mit dabei.

30 Gruppen auf 30 Plätzen an 3 Tagen: Das Strassenmusikfestival “Buskers Bern” kommt mit Zahlen daher, die einen staunen lassen und doch im Grunde wenig bedeuten. Denn was sich wirklich hinter ihnen verbirgt, enfaltet sich in Berns Altstadtgassen erst, wenn am Donnerstag 24. August der Abend anbricht. Dann holen Strassenkünstler aus aller Welt ihre Instrumente, Bälle, Puppenbühnen und Kostüme aus den Koffern und eröffnen das bunte Treiben. Jeden Abend ab sechs Uhr und bis Samstagmitternacht ziehen sie die Leute in ihren Bann, verzaubern die Stehenbleibenden, lassen sie vor Spannung erstarren, staunen, herzhaft lachen oder zum Rhythmus tanzen.

Trukitrek ist wieder dabei

Was an den drei Tagen so alles auf die Berner Pflastersteine kommt, reicht von Samba bis Tango, von Mambo bis Rock’n’Roll, von Gipsy bis zu Afrobeats. Und noch viel weiter, bis zu traditionellen usbekischen Melodien, mongolischen Rhythmen und skandinavischem Folk.

Doch wird nebst Musik aus Nah und Fern dieses Jahr auch viel Comedy, Theater und Kunst geboten. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich die witzige und schräge Puppenshow von Trukitrek. Das Duo aus Barcelona ist damit bereits zum dritten Mal in Folge am Buskers dabei und kann nach den Erfolgen in den letzten beiden Jahren wieder auf viel Publikum hoffen.

Sensepause um Mitternacht – oder doch nicht ganz?

Weitere Namen von Gruppen seien hier noch nicht verraten, denn erstens sind sie weitgehend unbekannt und zweitens machen gerade die Überraschungen, die um jede Ecke warten, das Festival so reizvoll. Ein Programmheft mit allen Gruppen im Portrait und den Auftrittszeiten und Orten ist zur Orientierung dennoch sinnvoll. Erstehen kann man es für 10 Franken im Tourist Center Bahnhof und im Kulturbüro an der Rathausgasse 53. Dazu gibts gleich auch noch das Festivalbändeli, das zum reduzierten Eintrittspreis ins “Buskershaus” berechtigt. 

 Und damit wieder zurück zum Programm: Wenn nämlich um Mitternacht auf Gassen und Plätzen “ausgebuskert” ist, steigt im Kornhausforum, im “Buskershaus” eben, die Buskersparty mit Konzerten von Buskers-Bands und Jamsessions.  

Talente “on stage”

 Bleibt noch die Jugendplattform auf der Münsterplattform. Auch sie verspricht als fester Bestandteil seit dem ersten Buskers im August 2004 wieder ein reichhaltiges Programm, das vor allem von vielen verschiedenen Tanzstilen geprägt ist. Neu gehts auf der Jugendplattform, wo Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten im künstlerischen Bereich präsentieren, jeweils schon um vier Uhr nachmittags los.

Und die Neuigkeit zuletzt: Unter dem Motto “anyone can be a busker” gibts erstmals auf dem Kornhausplatz eine Talentbühne für mutige Bernerinnen und Berner, die etwas zu bieten haben, organisiert von Capital FM und der BZ. Für Kurzentschlossene hat es am Freitag noch ein paar Plätze frei.

Tink.ch ist mit einem Redaktionsteam vom 10. bis 12. August in der Hauptstadt und berichtet vom Buskers Bern mit einer Festivalreportage.

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