Kultur | 17.08.2006

Ange ou Demon

Interessante Ausstellung über die guten und schlechten Seiten des Sportes im Olympiamuseum in Lausanne. Kurzfilme, Bilder oder Lautsprecher klären über die «Engel und Dämone« der menschlichen Seele auf.
Fotos: Julian Perrenoud Haupteingang zum Museum Das olympische Feuer Ein Teil der Ausstellung Dämon und Engel Alte Olympiaden-Artikel

Angel ou demon – Le choix du fair-play (die Wahl des Fair plays), heisst die Temporärausstellung des olympischen Museums in Lausanne. Das vom 12. April bis 5. November 2006 andauernde Thema befasst sich intensiv mit dem Fairplay-Gedanken im weltweiten Sportgeschehen. Die Ausstellung ist in zwei gleich grosse Teile aufgebaut: Die Seite des Engels und die Seite des Dämons. In die Ausstellung führen zwei Eingänge, der Eine ist durchsichtig und hell, der Andere wirkt unangenehm und düster. Jedem Besucher ist freigestellt, mit welchem Teil er starten möchte. Betritt man den hellen Eingang, sind sofort glückliche Jubel- und Zuschauerschreie aus Lautsprechern zu hören. Auf verschiedenen Bildschirmen sieht man Sportler, die sich umarmen, Siege feiern oder einander trösten. Die Ausstellung ist in mehrere Stationen aufgeteilt. Auf einer riesigen Wand sind viele kleine Fotos abgebildet. Wenn man die Fläche als Ganzes betrachtet, ist ein Fussballer zu sehen, der einem anderen wieder auf die Beine hilft. Oder Sofas, auf denen man im liegen den Slogan des olympischen Gedankens mitverfolgen kann.  

Von rotem Band geführt

Als Übergang in den Teil des Dämons dient eine Playstation. Während zwei Personen in einem Fussballmatch gegeneinander antreten, ist auf der Leinwand ausser dem Spiel auch zu sehen, wer seine Mannschaft fairer führt. Der Ausstellungsteil des Dämon beinhaltet das Gegenteil von der des Engels. Man vernimmt Geräusche der Wut und Unfairness. Wiederum sind verschiedene Bildschirme aufgebaut, die von der dunklen Seite des Sportes berichten. Mit Skandalen in Fussballstadien, krassen Schiedsrichterfehlentscheidungen oder Sportlern, die sich unfair verhalten wird eindrücklich gezeigt, dass der Sport nicht nur schöne Seiten hat. Ebenfalls ein oft behandeltes Thema ist das Doping. Durch alle Räume und Stöcke, in denen sich die Ausstellung befindet, ist ein rotes Band gelegt. Folgt man dem roten Streifen, führt dieser einem durch die gesamte Ausstellung.  

Interessantes aus vergangenen Olypiaden

Neben der Temporären Ausstellung kann natürlich auch das «normale« Museum besichtigt werden. In diesem können von alten Skiern, Helme oder Hanteln bis zu hoch modernen Rennfahrrädern und Sportbekleidungsartikeln alles bestaunt werden. Auch spannend ist die breite Medaillensammlung, in der von allen olympischen Spielen seit 1896 die Gold-, Silber und Bronzemedaillen zu sehen sind. Die Sehenswürdigkeiten sind längerfristig ausgestellt, werden aber von Zeit zu Zeit auch ausgewechselt. Auch eine öffentliche Bibliothek ist im dreistöckigen Gebäude untergebracht. Ausserhalb des im Jahre 1993 gegründeten Museums ist ein sehenswerter Park angelegt. Neben Statuen, Wasserspielen, ausgestellten Sportgeräten oder dem Olympiafeuer sind auch gemütliche Bänke aufgestellt.

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