Kultur | 24.08.2006

„Ali Häng id Luft“

Text von Wanja Knausz | Bilder von www.chlyklass.ch
In strömendem Regen tanzten und schrien die Massen. Wurzel 5, die momentan wohl besten CH-Rapper begeisterten in Luzern die zahlreichen Festivalbesucher und hoben die schon gute Stimmung auf ein neues Hoch. Cool, unnahbar und mit einem neuen Album, Wurzel 5 ist aktueller denn je.
Bild: www.chlyklass.ch

«Teamgeist« heisst die neue CD, die ab sofort in allen Musikläden erhältlich ist. 15 coole Songs, die sich jeder Fan von Schweizer Mundart-Rap unbedingt einmal anhören sollte, beinhaltet das neue Meisterwerk der Berner Jungs. Auf der ebenfalls neuen Homepage ist es möglich, sich Ausschnitte aus jedem der 15 Lieder anzuhören. Wer die ganze CD inklusive der originalen Hülle haben möchte, muss sich die Scheibe jedoch kaufen.

So laut wie lange nicht mehr

In Luzern am Funk am See Festival waren die Songs der neuen CD zum ersten Mal live zu hören. Trotz strömendem Regen waren am Vierwaldstädtersee kaum Schirme zu sehen. Als Wurzel 5 die Bühne betrat, ging die Party jedoch erst richtig los. Der Funken sprang mit dem ersten Beat sofort auf das Publikum über. Plötzlich waren nur noch Hände zu sehen, ein Adrenalinstoss erfasste die Menge und der Regen wurde zur Nebensächlichkeit. So laut war es am Vierwaldstädtersee schon lange nicht mehr. Die Wurzel 5 Crew hatte ihrem Namen wieder alle Ehre gemacht. Warum ist Wurzel 5 so erfolgreich? Tink.ch befragte die Berner Jungs in einem Exklusivinterview nach ihrem Erfolgsrezept und vielem mehr.

Tink.ch: Wieso seid ihr momentan beliebter und bekannter als etwa 6er Gascho?

Wurzel 5: Wir sind schon länger im Geschäft. Wir haben uns unseren guten Ruf erarbeitet, der übrigens auch schon schlechter war.

Wann habt ihr euren musikalischen Durchbruch geschafft?

Mit unserem ersten Album. Seither sind wir langsam rein gerutscht. Das ging nicht auf einen Schlag.

Was geht nach einem Auftritt im Backstagebereich noch ab?

Nicht mehr viel, zum feiern sind wir da echt zu müde. Wir trinken noch zwei, drei Biere oder geben ein Interview.

Wurdet ihr bei einem Auftritt auch schon mal ausgebuht?

Nein, das blieb uns bisher erspart.

Was plant ihr jetzt als nächstes nach eurem Album Teamgeist?

Nach dem Album ist vor dem Album. Bevor wir uns aber richtig mit etwas Neuem beschäftigen, lassen wir es auf der Tour so richtig krachen.

Wo führt euch eure Tour noch hin?

Durch die ganze Westschweiz. Die Tour ist für uns die Belohnung für den ganzen Stress, den wir sonst mit Album schreiben, Lieder einüben und Lieder aufnehmen haben.

Hattet ihr auch schon Zoff untereinander?

Ja schon oft, aber das hat uns jedes Mal wieder enger zusammen geschweisst. Es gab auch schon einmal beinahe eine Auflösung von Wurzel 5. Das gehört eben auch dazu. Momentan haben wir alle super viel Spass und so lange wir Spass haben, machen wir weiter.

Wo wäre es euer Traum einmal aufzutreten?

Im Madison Square Garden, das wäre geil.

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

In Rente. Nein, wenn alles gut läuft und wir am Rappen noch Spass haben werden wir auch in zehn Jahren noch weitermachen.

Weshalb seid ihr Rapper geworden und warum macht ihr Mundart und nicht englischen Rap?

Jeder macht was er am besten kann. Wir rappen, weil wir das am besten können. Könnten wir unglaublich gut Querflöte spielen, so wären wir Querflötisten geworden. In unserer Muttersprache können wir uns gut ausdrücken. Wir wollen den Leuten etwas mitteilen, das können wir am einfachsten auf Schweizerdeutsch. Mundart Rap als Beruf auszuüben war für uns schon immer klar. Etwas anderes war nie ein Thema.

Nehmt ihr irgendwelche Drogen um euch auf zu puschen?

Nein nie. Ausser Alkohol kommen Drogen für uns nicht in Frage. Wir haben auch eine gewisse Vorbildfunktion, die wir auch wahrnehmen wollen.

Was stört euch an der Schweiz am meisten?

Die Engstirnigkeit die hier herrscht, ansonsten ist die Schweiz super.

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