01.08.2006

20-jähriger Bieler wird Chefredaktor

Text von Tink.ch | Bilder von Tink.ch
Janosch Szabo wird am 1. August Chefredaktor des Onlinemagazins Tink.ch. Die Herausforderung sei «riesengross», sagt der ehemalige BT-Praktikant. Ein Beitrag von Simon Bickel im Bieler Tagblatt vom 28. Juli 2006.
Bild: Tink.ch

Wie ein grosser Redner bewegt Janosch Szabo seine Arme. Der Bieler spricht viel und gern. Noch lieber schreibt er Reportagen und führt Interviews mit Sportlern, Künstlern oder Politikern. Sein Talent zur Kommunikation verhilft ihm nun zu einem Karrieresprung. Am 1. August übernimmt Janosch Szabo die Chefredaktion des Onlinemagazins Tink.ch. Obwohl er erst 20 Jahre alt ist. «Es ist ein spezielles Gefühl, in Zukunft so viel Verantwortung zu tragen», sagt Szabo. Die Herausforderung sei «riesengross ».

Janosch Szabo hat in Biel die Rudolf Steiner-Schule besucht. In diesem Sommer hat er die ROJ Fachmittelschule in Solothurn mit dem Schwerpunkt Kommunikation und Journalismus abgeschlossen. Im Rahmen dieser Ausbildung hat er mehrere Praktika absolviert. Unter anderem beim «Bieler Tagblatt», für das er auch heute noch als freier Mitarabeiter schreibt. «Während meines Praktikums beim BT habe ich den professionellen Tagesjournalismus kennengelernt», sagt Janosch Szabo. «Ich habe gelernt, unter Zeitdruck zu arbeiten.»

Magazin für Jugendliche

Als Kind wollte Janosch Szabo Radiomoderator werden. «Es hat mich fasziniert, mit welchen Emotionen die Kommentatoren über Sportanlässe berichteten.» Er habe schliesslich gemerkt, dass er gut schreiben könne. Noch heute feile er mit Leidenschaft an seinem Schreibstil. Szabo: «Ich will mich ständig verbessern.»

Vor drei Jahren hat der Bieler bei Youthguide.ch zum ersten Mal in die Welt des Journalismus geblickt. Youthguide.ch ist ein Onlinemagazin für Jugendliche. Seit April dieses Jahres heisst es Tink.ch. «Am Anfang hatten wir 20 Leser», blickt Szabo zurück. «Mittlerweile lesen mehrere hundert Personen am Tag unser Magazin. » Der Hauptsitz des Online- Magazins befindet sich in Moosseedorf. Kreiert wird es von Jugendlichen. «Im Vergleich zu den traditionellen Medien sind wird freier in der Themenwahl», sagt Janosch Szabo. «Jeder Mitarbeitende kann seine Ideen einbringen. » Deshalb sei es nicht schwer, genügend Motivation zum Arbeiten zu finden. Szabo: «Unser Magazin ist ein Sprungbrett, um im Journalismus Fuss zu fassen.»

Enormer Aufwand belohnt

Als Praktikant bei Youthguide. ch hat Janosch Szabo die Idee gehabt, eine Lokalredaktion in Biel zu eröffnen. Diese hat er einige Zeit geleitet. «Ich habe neben der Schule mehr als 30 Stunden gearbeitet», sagt er. «Es war ein enormer Aufwand.» Sein Engagement für das Onlinemagazin hat sich gelohnt. Der abtretende Chefredaktor und künftige Verlagsleiter Andreas Renggli habe seinen Einsatz gespürt, sagt er. Bei Tink.ch arbeitet der junge Bieler künftig zu 40 Prozent. «Mein Lohn reicht zum Leben», erklärt Janosch Szabo. «Denn ich wohne bei meinen Eltern.»

Als Chefredaktor wird Szabo die Schreibkünste von über 100 Mitarbeitern überwachen – eine machtvolle Position: «Ich kann einerseits bestimmen, was publiziert wird, andererseits muss ich dafür geradestehen.» Zudem ist der Bieler dafür verantwortlich, dass jeden Montag sieben neue Texte auf der Frontseite von Tink.ch erscheinen. Ich bin der Aufgabe gewachsen», sagt Janosch Szabo selbstbewusst. «Beim -¹Bieler Tagblatt-º habe ich den redaktionellen Alltag kennengelernt. »

Die Leidenschaft für den Journalismus hat Janosch Szabo erfasst. Er habe jedoch nicht vor, bei tink.ch zu bleiben, bis er dreissig sei. Seine Träume: «Ich möchte einmal bei einer guten Zeitung arbeiten oder ein eigenes Textatelier eröffnen.»

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