Kultur | 11.07.2006

Zu Gast in Neuchâtel

Text von Stephan Weber
Von Tideland bis hin zu Stay. Von George A. Romero bis Michael Sauter. Ob fantastisch, asiatisch oder die Entdeckung des digitalen Films. Eine Reise an den Lac de Neuchâtel lohnt sich.
Zum 6. Mal in Neuchâtel: das NIFFF

Das im Jahr 2000 gegründete Neuenburger Festival des Fantastischen Films (NIFFF) hat sich schnell zu einem der Hauptevents in der Schweizer Filmlandschaft entwickelt. Seine Berühmtheit verdankt es vor allem den prominenten Gästen, die jedes Jahr an den wunderschönen Neuenburgersee reisen. Auch dieses Jahr hat das Festival Prominente angezogen wie Drehbuchautor Michael Steiner oder Regisseur John Landis. Auch mit dabei ist George A. Romero. Ihm zu Ehren zeigt man seine Trilogie Night of the Living Dead, Dawn of the Dead und Day of the Dead. Das vierte Mitglied der Jury ist Christopher Priest. Ein aus England stammender Schriftsteller. Doch wie gesagt. Das Festival des Fantstischen Film verdankt seinen Erfolg den Berühmtheiten. Denn die Werbung ist in Neuchâtel und ausserhalb der Stadt sowie des Kantons nicht optimal gestaltet und lässt wahrhaft zu wünschen übrig. Dennoch irgendwie muss es funktionieren, sonst wären letztes und dieses Jahr nicht über 12’000 Gäste anwesend gewesen.

Eine Menge zu bieten

Das Festival basiert auf einer zentralen Achse: Dem fantstischen Film. Und aus zwei komplementären Achsen: Dem asiatischen Kino und den digitalen Bildern.

Unter «fantastisch« versteht man alles was, was von der naturgesetzlich definierten Realität abweicht. Solche Grenzüberschreitungen können diverse Formen annehmen, sie können spektakulär oder subtil sein. Ziel des Festivals ist es, seinem Publikum verschiedene Darstellungsweisen von Realitätsversschiebungen aus allen Ländern und in allen filmischen Formen zu zeigen. Im Laufe der Zeit hat sich die Vitalität des asiatischen Kinos in der Szene des «fantastischen Films« bemerkbar gemacht. Am Festival gibt es vielerlei asiatisches zu entdecken. Werke aus Japan, Korea und Hongkong, aber auch aus Thailand, Vietnam oder den Philippinen. Interessante Filme wie zum Beispiel «Chai-Lai«, eine asiatische Version von Charlies Angels, oder die Horrorstory «Red Shoes«. Dies sind nur zwei von vielen gezeigten asiatischen Werken, die immer mehr westliche Zuschauer für sich gewinnen. Seit der Erfindung des Kinos sind der fantastische Film und die Spezialeffekte untrennbar. Um mit solchen Effekten immer auf dem neusten Stand zu bleiben, präsentiert und veranstaltet das Festival diverse Workshops, in denen sich Künstler, Wissenschaftler und Industrielle treffen. Man sieht also, eine Reise in die Romandie lohnt sich. Für alle Neugierigen – ob Filmfans, Genrefanatiker oder keines von Beiden – ist dieses Festival eine echte Entdeckung.

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