Kultur | 25.07.2006

Weltstars stürmen die Berge

Zum 22. Mal fand von Freitag auf Samstag das zwischen Bergen gelegene Openair Val Lumnezia statt. Im Unterschied zu den letzten Jahren wurde das Festival auf ein grösseres Gelände verlegt, was der Stimmung jedoch nichts antat.

Es überraschte nicht, dass eine junge Bündner Band namens Skywards die Ehre hatte, das Festival in der sehr schönen Umgebung zu eröffnen. Zur gleichen Zeit drängten immer mehr Leute auf das Gelände, die Zeltstadt wuchs und wuchs. Vor der Bühne herrschte gelöste Stimmung und man genoss die Sonne – trotz grosser Hitze.

Nach den jungen Musikern aus Samedan folgte die aus New York City stammende Punk-Rockband Slunt, die frech und provokativ das Publikum in ihren Bann zog. Die vier Bandmitglieder freuten sich darüber, bereits zum zweiten Mal zwischen den Bergen spielen zu dürfen.

Vor allem die hübsche Sängerin Abby Gennet, aber auch die leicht bekleidete Bassistin Jenny Guns legten sich mächtig ins Zeug, um den Zuschauern eine rockige Show zu bieten. So wurde kein Blatt vor den Mund genommen und das Wort «Sex« tauchte öfters unter vielen anderen Ausdrücken dieser Art auf. Überraschend war die Herzlichkeit der Band nach ihrem Auftritt. Sie gesellte sich zu den Leuten und freute sich über jedes Gespräch.

Während Slunt sich bereits auf dem Gelände mit den Zuschauerinnen und Zuschauern unterhielten, hiess es für die erfolgreiche Schweizer Hiphop–Fraktion Breitbild dem Publikum ihre Beats nahe zu bringen. Schon nach kurzer Zeit war der Platz vor der Bühne voll belegt mit jungen Festivalbesuchenden, die den Sound der fünf Musiker mit ganzem Körpereinsatz begeistert unterstrichen. Breitbild überzeugten mit ihren kreativen schweizerdeutschen Texten sowie mit dem Mix aus Drum ‘n’ Bass und Jazz.

Von Hiphop wechselte das Programm nach Breitbild fliessend zur Soulsängerin Beverley Knight, welche mit ihrer Band und ihren Backgroundsängern aus Grossbritannien angereist war. Mit im Gepäck hatte sie nicht nur eigene Songs, die sie mit grandioser Stimme sang, sondern auch Coversongs. So gab sie Robbie Williams «Angels« einen ganz speziell souligen Touch und auch «Piece of my heart«, welches aus den Federn von Janis Joplin stammt, wurde geschickt in R ‘n’ B verpackt. Das Publikum schien sichtlich begeistert zu sein von der jungen Soulqueen und so sah man noch gespannter dem Headliner des Abends entgegen: Die Punkrockerin Skin wurde erwartet.

Um 22 Uhr war es dann auch an der Zeit für die zierlich gebaute schwarze Sängerin. Mit grünem Hut, Streifenoberteil und Krawatte war sofort klar, dass Skin auch an diesem Abend ihrem eigenen Stil gerecht würde. Eigentlich hätte man überrascht sein müssen, als die Powerfrau plötzlich auf der Absperrung vor dem Publikum stand und absolut keine Nähe scheute.

Die ehemalige Frontfrau von Skunk Anansie sprühte nur so vor Energie, fegte über die Bühne und schaffte es trotzdem stimmlich die Stange zu halten. Nicht nur neue Songs der Soloplatte «Facke Chemical State« wurden gespielt, auch der grosse Skunk-Anansie-Hit  “Hedonism (Just Because You Feel Good)«, welcher besonders die Stimmbänder des Publikums forderte.

Nach dem grossen Auftritt der kleinen Frau wurde der Abend mit der dänischen Band Saybia abgerundet, die den Programmplatz Molotov übernommen hatte und mit Musik in der Art von Travis und Coldplay den Zuschauerinnen und Zuschauern den Abend abrundeten. 

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