Kultur | 25.07.2006

Unmusikalische Lachnummer neben musikalischen Höhenpunkten

Am Samstag standen im Val Lumnezia nicht nur Bands wie Mattafix, Patent Ochsner und Silbermond auf der Bühne, sondern auch das Komikerduo Oropax aus Deutschland.
Die deutschen Komiker Oropax entlockten jedem Zuschauer ein Lachen. Liricas Analas zogen mit rätoromanischem Hiphop alle in ihren Bann. Der deutsche Hiphopper Curse überzeugte vor allem die jungen Festivalbesucher. Ausser mit ihrem grossen Hit „Big City Life-œ konnten Mattafix das Publikum nicht so richtig überzeugen. Büne Huber von der Mundargruppe Patent Ochsner Frontsängerin Stefanie Kloss von Silbermond hatte keine Mühe, das Publikum ins Schwitzen zu bringen.

Nach einer kurzen Nacht startete bereits am Mittag die erste Schweizer Punk-Rockband in die zweite Runde. Sie stammt aus dem Bündnerland und hatte die Aufgabe dem neuen Tag ordentlich einzuheizen, wobei die Hitze dank der Sonne schon früh am Morgen da war.

Abgelöst wurde Unused Pawnshop durch eine einmalige Musikgruppe, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Hiphop in Rätoromanisch an die Leute zu bringen. Liricas Analas – bestehend aus sieben jungen Schweizern – begeisterte das Publikum, vor allem auch in dem sie unzählige Coversongs in ihre eigenen Sound einbauten.

Ein wichtiger und sehr spezieller Punkt im Programm an diesem Tag war der Auftritt der Gruppe Oropax, die aus zwei deutschen Komikern besteht. Die zwei Männer schafften es aus jeder Kleinigkeit einen Scherz zu machen, selbst ein kaputtes Mikro brachte die Beiden nicht aus der Ruhe.

Mit einer komischen Verkörperung von Spiderman, aber auch die eines Mönchs erreichten Oropax manch lauten Lacher. So waren alle davon fasziniert, wie man Senf, Schlagsahne, Schokolade und Milch direkt nacheinander trinken und essen konnte, ohne dass es einem davon übel wurde.

Weiter ging es mit deutschem Hiphop. Curse stellte mit seinem Auftitt sofort klar, dass der deutsche Hiphop dem aus der Schweiz nicht nachsteht. Kaum eine Stimme blieb stumm, wenn Curse zum Mitsingen aufrief.

Nachdem sich Curse verabschiedet hatte, stieg die Spannung. Die Headliner dieses Festivals standen bereit: Die Chartstürmer Mattafix. Mit dem Song «Big City Life« hatten diese auch in der Schweiz Platz eins erreicht.

Mattafix besteht aus dem Steel Drummer und Sänger Marlon Roudette sowie aus Preteesh Hirji, der sich während des Auftritts hinter dem Mischpult aufhielt. Etwas schüchtern versuchte der Sänger das Publikum zu animieren, was aber nur bei «Big City Life« gelang. So kam es, dass sich viele Zuschauer bereits vor Ende des Auftritts wieder vom Platz bewegten.

Mit Patent Ochsner war endlich wieder eine Schweizer Band auf dem Programm. Sie nahm zwei Gastmusiker mit auf die Bühne. Da fast alle den Text von «W. Nuss vo Bümpliz« auswendig singen konnten, war es ein Leichtes für die Künstler gute Stimmung herzuzaubern.

Nach dem stimmungsgeladenen Auftritt lag es an der aus Grossbritannien stammenden Band Kosheen, die Festivalbesucher mit ihrem elektronischen Sound zu verzaubern. Ungewohnt mochte die Musik wohl für einige klingen, doch zog die Sängerin mit ihrer aussergewöhnlichen Stimme die Leute an.

Silbermond aus dem deutschen Bautzen schloss den Abend ab. Frontfrau Stefanie Kloss schaffte es innert weniger Minuten die ganze Menschenmenge zum Kochen zu bringen. Auch Publikumsscheue war für die Band ein Fremdwort.

Sie fragte die erste Reihe nach einem Wunschlied, später liess sich die mutige Sängerin von der Menschenmasse auf Händen tragen und zum Schluss wurden mehrere Leute auf die Bühne geholt, um zu zeigen, wie man richtig feiern kann in den Bergen. Aber auch ruhige Balladen waren vertreten und so manches verliebtes Paar freute sich wohl über Songs wie «Symphonie« oder «Durch die Nacht«.

Die Veranstalter schienen sichtlich zufrieden mit den 13’000 Besucherinnen und Besuchern in den zwei Tagen und freuen sich bereits auf die Ausgabe im nächsten Sommern.

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