Kultur | 30.07.2006

Und der Vorhang fällt

Text von Niclas Vogt
Am 27. Juli fand in würdigem Rahmen die Arthur-Cohn-Gala am Münsterplatz in Basel statt. Eine lange und produktive Zusammenarbeit prägt das Verhältnis von Arthur Cohn und dem beliebten Orange Cinema am Münsterplatz. Doch dieses Jahr tritt der Meister ab und wird die Tradition, welche sich bereits zum 15. Mal jährte, beenden.

Der bekannte und mit Auszeichnungen und Oscars überhäufte Basler Hollywood- Produzent kam selbst in die ehrenvolle Lage, als einziger Nicht-Amerikaner einen Stern am Walk of Fame zu zieren und präsentierte den 1998 produzierten Film «Central Station«.

Ein Star unter Stars

Doch Arthur Cohn wäre nicht Arthur Cohn, wenn seine  Anlässe nicht von einer Vielzahl von Prominenz begleitet wären. Am Donnerstag waren auf dem Münsterplatz Franz Beckenbauer mit Heidi, Veronica Ferres, Samuel Schmid, diverse weitere Personen aus Wirtschaft, Medien und Politik und sogar Tina Turner zu sehen. Sie alle bahnten sich ihren Weg durch das Publikum. Arthur Cohn nutzte die Gelegenheit und dankte seinem Team, seinen Gästen und dem Regisseur des Films. Er liess es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, seinen Stars Gestecke mit Rosen überbringen zu lassen.

Ein bezaubernder Film

Der Film «Central Station« sticht durch ein schönes Zusammenspiel von Schnitt-Technik, Wetterverhältnissen, Filmmusik und schauspielerischer Leistung aus dem Dickicht von Hollywood-Produktionen heraus.

Die erschreckenden und gleichzeitig rührenden Bilder nahmen den Zuschauer mit, in den Alltag der Brasilianerin Dora, die im Hauptbahnhof von Rio ihr Geld mit dem Verfassen von Briefen verdient.

Als eines Tages eine Mutter mit ihrem kleinen Jungen bei Dora einen Brief an den Vater des Jungens schreiben lässt, ändert sich ihr Leben kurz darauf schlagartig.

Denn der Junge verliert seine Mutter bei einem tragischen Unglück am Bahnhof. Nora nähert sich dem Waisenkind Josué und bringt diesen über einige Umwege zu seinem Vater. Doch gegen Ende nimmt die Geschichte nochmals eine unerwartete Wende.

Orange Cinema in Basel

Mit 30’000 bis 50’000 Besuchern in Basel ist die Kinosaison im kleineren Rahmen, verglichen mit den grossen Veranstaltungen in Genf und Zürich, doch macht gerade die Enge inmitten der denkmalgeschützten Häuser und am Fusse des Münsters die Ambiance aus. Die Vorstellungen waren bereits nach drei Tagen ausverkauft.

Wir danken Arthur Cohn für sein kreatives Schaffen und freuen uns auf die nächste Premiere in Basel.