Kultur | 17.07.2006

Tschechischer Punk-Folk in Extremis

Text von Janosch Szabo
Das letzte Konzert auf der Hauptbühne avancierte zum absoluten Highlight des Pod'Rings 06. Hadry z tela, direkt aus Tschechien angereist, begeisterten mit fetzigem Punk-Folk. Die Altstadt kochte, der Schweiss tropfte.
Radek Smolen singt und das Publikum versteht Bahnhof: Aber das spielt keine Rolle. Ruhiger Typ, blitzschnelle Finger: Banjospieler Jiri Lenoch. Völlig von der Rolle: Gerockt wird bis zum Umfallen. Flötenklänge mitten im wilden Punk-Folk.

Drehleier, Banjo, E-Gitarre, Bass-Gitarre, Akordeon, Schlagzeug und Flöte: Diese Instrumente ergeben, gespielt von der tschechischen Gruppe Hadry z tela gespielt, ausserordentlich fetzigen Punk-Folk.

Wilde, emotionsgeladene Bühnenshow

Den Pod’Ring brachten Leadsänger und Gitarrist Radek Smolen und seine Kollegen zum Kochen. Sie lieferten ein Konzert voller Emotionen und spielten sich selbst auf der Bühne in einen wahren Rausch, besonders Radek, der mit seiner Gitarre des Öfteren in die Knie ging, wild auf den Brettern rockte und seine strähnigen Haare schüttelte. Dann wieder sprang er auf und tigerte wild umher. Er prägte den ganzen Auftritt mit seinem rauen tschechischen Gesang. Das Publikum verstand selbstverständlich kein Wort, aber das tat nichts zur Sache, denn schliesslich ging es ums Tanzen.

Hadry z tela erfüllte diesen Wunsch hervorragend mit interessanten Rhythmuswechseln und treibende Banjomelodien. Zum Verschnaufen gabs zwischendurch auch mal ein Liebeslied und etwas ruhigere Stücke mit Drehleier- und Akkordeonintermezzos.  

Ein Endspurt, der in Erinnerung bleibt

Das Finale dann wurde zum furiosen und wahrlich verrückten Schlusspunkt des Pod’Rings 2006. Zwei Zugaben holte das schreiende und pfeifende Publikum heraus. Nebst Radek Smolen lag am Ende auch Akordeonist Vit Mostek wild mit denen Beinen in der Luft zappelnd auf dem Bühnenboden. Der sonst eher ruhige Jiri Lenoch drehte sich mit seinem Banjo im Kreis und auch Schlagzeuger Martin Harych und Bassist Zdenek Benisek stürzten sich mächtig in die letzten Töne.

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