Kultur | 15.07.2006

Tomazobi – Das Trio Troubaduro

Drei Flip-Flop tragende junge Berner beglückten am Freitag das Publikum am Pod'Ring. Die aus Spass gegründete Band nennt sich Tomazobi. Ihre Lieder handeln von Schweizer Kuhweiden, spanischen Oliven und amerikanischen Kriegstreibern.
Matze, der Mann in der Mitte mit der Gitarre. Das Trio Troubaduro in Flip-Flops auf der Pod'Ring-Bühne. Tobi geht richtig ab, vor allem bei Tomazobis Hiphop-Einlage "Hibedihob". Drei lockere Typen, die einfach gerne Spass haben.

Wer Tomazobi ernst nimmt, ist selber Schuld, denn die drei Berner “Giele” wollen ganz einfach Spass. Den hat das Publikum und auch das Trio selbst auf der Bühne. Dort sind Tobi, Matze und Obi in ihrem Element, blödeln rum, klopfen Sprüche und lachen auch mal ganz spontan über sich selbst.

Und natürlich singen sie, und Matze spielt Gitarre, wie sich das gehört für Troubaduren.

Von Mani Matter bis Los Ketchup

Die Melodien sind allesamt geklaut, doch bieten die eigenwilligen Interpretationen mit viel Witz und Humor im Text eine nette Abendunterhaltung und zaubern so Manchem ein Lächeln aufs Gesicht. Tomazobi machen vor nichts Halt, nicht vor kubanischen Rhythmen, nicht vor urschweizerische Jodel, nicht vor dem Ketchup-Song und auch nicht vor Mani Matter. Der wird für einmal spanisch interpretiert und an Stelle der “Hemmige” gehts bei Tobi, Matze und Obi nun eben um Oliven. Herzhafte Lacher sind garantiert.

Wie solche Lieder entstehen? “Wir sitzen zusammen, nehmen ein Bier und dann kommen die Ideen”, erklärt Tobi. Obi sagt: “Wir machen die Songs zu dritt, wir schaukeln uns gegenseitig rauf im Text und der Gerstensirup hilft mit.”

Aber nicht nur die Nachahmung von Hiphop, Blues und afrikanischer Volksmusik, sondern auch herzerwärmende Busch und Blocher Imitationen, sowie marketingtaktische Eigenwerbung machen ein Tomazobi-Konzert unterhaltsam, sogar für mundartmusikverachtende Individuen.

Tobi, Matze und Obi sind locker drauf

Dass es alle gut und lustig haben, genau das wollen die Drei. Sie spielen ganz nach dem Motto “Tüät doch nid so kompliziert, gäbät Gas”, wie Obi sagt und Matze ergänzt: “Wenns einer mal nicht lustig findet, dann finden wir es umso lustiger.” Das Trio ist derart locker drauf, dass ein anständiges Interviewgespräch kaum möglich ist. Es wird gequasselt, geraucht und am Bier genippt. “Entstanden ist Tomazobi an der Hochzeit eines Kollegen von uns”, erzählt Obi “da haben wir drei Lieder gesungen aus Spass”. Seither singen und spielen Obi, Tobi und Matze zusammen, “als Ausgleich neben ernster Musik”, wie sie sagen. Alle Drei spielen auch noch in anderen Bands, Tobi als Schlagzeuger, Obi als Trompeter und Matze als Gitarrist.

Bekannt geworden sind sie aber als Trio Trubaduro. Seit dem Release ihrer CD “Chue” gings steil bergauf und diesen Sommer von Openair zu Openair. Das gefällt  ihnen, wegen den Kühlschränken, die überall im Backstagebereich stehen, und den netten Betreuungen. Am Pod’Ring hat es ihnen auch gefallen. “Das ist ein super sympa Festival mit toller Kulisse”, sagt Obi und Matze meint schlicht und einfach: “Olö”.

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