Kultur | 16.07.2006

“Neue Songs aus dem Nichts heraus”

Text von Janosch Szabo
«Nächstes Jahr spielen wir hier" haben sich Gregor, Lionel, Rico und Lucas letzten Sommer gesagt und mit "hier" die Hauptbühne vom Pod'Ring gemeint. Es hat tatsächlich geklappt. Tink.ch traf die Crossover-Rocker vor ihrem Auftritt in der Bieler Altstadt zum Interview.
Vier 18-Jährige aus Nidau und Port geben Gas und träumen von einer eigenen CD. Gitarrist Lucas Hallauer, Sänger Lionel Hofstetter, Schlagzeuger Rico Walter und Bassist Gregor Kaufeisen (v.l.n.r.) Lucas: "Neue Songs entstehen oft aus dem Nichts heraus." Lionel: "Wir nennen unseren Stil neuerdings Crossover." Rico: "Wir wollen mal raus aus dem Seeland." Gregor: "Musik ist für mich etwas vom Wichtigsten im Leben."

Tink.ch: Jede Band hat eine Geschichte. Wie geht die bei euch?

Lucas Hallauer: Wir sind zusammen in die Schule gegangen, wo wir in einer Schülerband gespielt haben. Danach ging es in der Freizeit weiter und im Frühling 2004 haben wir die Band “Hangover” gegründet. 

Vor Kurzem habt ihr den Soundcheck-Bandwettbewerb gewonnen. Ist das der Durchbruch?

Lionel Hofstetter: Es ist ein weiterer Schritt Richtung Durchbruch.

Lucas: Der Sieg am Soundcheck ist der Höhepunkt unserer bisherigen Karriere. Dank ihm können wir nun am Pod’Ring spielen und zwei Tage ins Tonstudio gehen. Dort wollen wir möglichst viel aufnehmen.

Soll es denn bald eine Hangover-CD geben?

Lionel: Das ist sicher ein Traum von uns…

Lucas: …aber wir warten noch. Wir wollen uns gut darauf vorbereiten. Es gilt zu überlegen, was genau wir wollen, ob viele Songs oder nur drei, dafür perfekt. Mir wäre Letzteres lieber.

Euren Stil beschreibt ihr als Mix aus Nu-Metal, Grunch und Punk-Rock…

Lionel: …Wir nennen unseren Stil neuerdings Crossover, weil er eben, kreuz und quer, ein Gemisch verschiedener Stile ist.

Gregor Kaufeisen: Lucas ist mehr der Hard-Rocker und wir anderen schauen, dass die Songs nicht zu hart werden.

Ihr schreibt und komponiert eure Songs selber. Wie kann man sich das vorstellen?

Lucas: Neue Songs entstehen oft aus dem Nichts heraus, zum Beispiel dann, wenn es uns langweilig ist im Bandraum. Dann spielen wir etwas und plötzlich tönt es gut. Das wird dann weiterentwickelt. So sind diese Woche gleich zwei neue Songs entstanden.

Lionel: Ich musste kürzlich für die Schule fünf Songs schreiben. Da habe ich gemerkt: Wenn man muss, dann geht es nicht.

Es gibt so viele Newcomerbands. Ist es schwierig sich durchzusetzen?

Lionel: Auf dem Niveau, wo wir sind, gibt es tatsächlich viel Konkurrenz. Das hat man am diesjährigen Soundcheck-Finale gehört. In der Schweiz ist es schwierig, nach oben zu kommen. In Amerika wäre es wohl leichter.

Lucas: Aber wir wollen nicht, wie zum Beispiel Tokio Hotel, hochgepusht werden, sondern unser eigenes Ding durchziehen. Wenn wir damit berühmt werden, umso besser, aber das ist schwierig. Wir wollen in der Rock-Szene bleiben und das machen, woran wir Freude haben. Die Leute sollen wegen der Musik kommen und nicht wegen der Frisur. 

Warum macht ihr Musik?

Gregor: Musik ist für mich etwas vom Wichtigsten im Leben.

Rico Walter: Weil es Spass macht.

Lionel: Bei mir gibt es keinen Tag ohne Musik. Das reicht vom Musikhören im Auto bis zum Singen unter der Dusche. Musik machen bereitet mir viel Freude.

Lucas: Ja, es ist die Freude an der Musik. Schön, wenn wir die noch mit anderen Leuten teilen können.

Was sind eure Ziele für die nähere Zukunft?

Lucas: Wir wollen sicher mal ein CD aufnehmen. Ein Ziel, das mit dem Gewinn der beiden Studiotage ein bisschen näher gerückt ist.

Dann wollen wir weiterhin viele Konzerte geben, auch mal an anderen Orten. In der Schweiz herumreisen…

Rico: …aus dem Seeland raus.

Wie erreicht ihr das?

Lucas: Wir müssen dran bleiben und vielleicht auch noch ein bisschen auf Glück hoffen…

Lionel: …Vielleicht steht heute Abend jemand aus Zürich hier auf dem Platz.

Lucas: Nein, ich denke es muss schon von uns aus kommen. Wir müssen uns um Auftrittsmöglichkeiten bemühen. Die CD wird uns dabei helfen.

Gregor: Wir können sie an die Lokale, wo wir spielen wollen, verschicken.

Gibt es einen Ort, wo ihr unbedingt mal auftreten möchtet?

Lionel: In einem Fussballstadion. Das wäre super.

Lucas: Oder auf dem Gurten oder sonst einem grossen Festival. Das wäre es auch nicht schlecht.

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