Kultur | 15.07.2006

Musik über Kontinente hinweg

Text von Andrea Würsten | Bilder von Andrea Würsten
Der Freitag stand im Zeichen der aussereuropäischen Bands. Den Auftakt machte ein bunter Haufen schrill-schräger Musiker aus der Ukraine. Nebst Gypsy-Klängen wurde auch Hiphop im Klartext von EJ von Lyrik, Shame und Burni Aman aus Kapstadt geboten.
Bild: Andrea Würsten

Der zweite Tag startete mit einer Show von Gogol Bordellos, die einem Varieté glich. Die achtköpfige Band tritt stets in exklusiv für sie geschneiderten Kostümen auf. Sie mischt Punkrockelemente unbekümmert mit ukrainischen Volksliedern und vermochte mit ihrer unkonventionellen Darbietung das Publikum schlagartig wachzurütteln.

Dass südafrikanischer Hiphop auch Frauensache ist, bewiesen die drei Vokalistinnen von Godessa auf der Zeltbühne. Seit vier Jahren sind sie international bekannt und ihr Bekanntheitsgrad in der Schweiz wird nebst dem Auftritt an diesem Openair noch zusätzlich durch die diesjährige Compilation-CD mit den Berner Rappern Greis und Pan steigen. Ihre Songs handeln von sozialer Gerechtigkeit und der Unterdrückung von Minderheiten, wogegen sie mit Sprechgesängen und markanten Rhythmen ankämpfen wollen. Im Line-up des diesjährigen Gurtenfestivals findet sich nebst Godessa keine weitere afrikanische Band – ob sich das im nächsten Jahr wohl ändern wird?

Einen Touch Soweto brachte die afrodeutsche Joy Denalane auf die Bühne. Die stimmengewaltige Soulsängerin thematisierte ihre eigene Biografie und die ihres Vaters in ihrem Debütalbum «Mamani«. Das Publikum schaukelte zu der Darbietung die Flammen ihrer Feuerzeuge durch die Lüfte. Joy legte mit ihrer Band einen soliden Auftritt hin, insgesamt hinterliessen die Titel aber einen leicht uniformen Eindruck.

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