Sport | 15.07.2006

Lockerer Sieg von YB

Zum 45. Mal fand in Grenchen der Uhrencup statt. Am zweiten Spieltag trafen die Berner Young Boys auf den Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln mit dem ehemaligen Thun- und GC-Trainer Hanspeter Latour.
Bild: Julian Perrenoud, Thomas Hirsbrunner Die Young Boys in ungewohnter Formation Gürkan Sermeter versucht sich durchzusetzen Milicevics Jubel nach dem 1:0 Hanspeter Latour konnte mit seinen Mannen nicht zufrieden sein Trotz dem schlechten Auftritt ihres Teams: Die Kölner Fans in Festlaune Hauptorganisator Sascha Ruefer dirigiert

Man erinnert sich nur zu gut daran, als der Erfolgstrainer Hanspeter Latour das Berner Oberland verliess und für ein Jahr zu den Zürcher Grasshoppers wechselte. Nach einer gelungenen Saison beim früheren Titelaspiranten wurde der Berner Oberländer zum abstiegsbedrohten 1. FC Köln geholt. Der Abstieg in die 2. Bundesliga konnte nicht mehr verhindert werden, jedoch konnte Latour in seiner kurzen Zeit in Deutschland sein Können als Motivationstrainer einige Male erfolgreich unter Beweis stellen. Nun also, nach einem halben Jahr, kehrt er zurück in die Schweiz, genauer nach Grenchen an den diesjährigen Uhrencup.  

Viele Ersatzspieler mit Einsatz

Nebst Köln ist ebenfalls Bayern 04 aus Leverkusen an diesem Turnier anwesend, welche am Vortag vom FC Zürich mit 4:1 souverän bezwungen wurden. Der Uhrencup dient seit 45 Jahren für verschiedene Teams als Vorbereitung auf die kommende Saison, so auch für die Young Boys, welche gerade erst vom Uefa-Cup Spiel aus Armenien zurückgekehrt sind. Dementsprechend trat die Equipe von Gernot Rohr auch nicht in der Bestformation an. Mit Calvano Tiago, Matteo Gritti, Xavier Hochstrassener und Shi Jun erhielten vor allem Ergänzungsspieler die Möglichkeit, sich von einer guten Seite zu präsentieren und für allfällige Meisterschaftseinsätze auf sich aufmerksam zu machen.  

Verteidiger schoss die Berner in Front

Die Partie wurde zu Beginn von beiden Seiten mühevoll begonnen. Sowohl die Berner als auch die Gäste aus Deutschland vermochten 20 Minuten lang keine echten Torchancen zu generieren. In der 22. Minute überlistete YB-Neuzuzug Ljubo Milicevic den Gästekeeper mit einem Distanzschuss. Kurz vor der Pause lenkte der Kölner Aleksandar Mitreski einen Schuss des Chinesen Shi Jun unhaltbar für seinen eigenen Schlussmann ab. Während der Pause liessen sich unter den rund 4700 Zuschauern auf der Tribüne einige YB-, Thun- und YF-Juventus-Akteure blicken, welche sich die mittelmässige Partie zu Gemüte führten. Unter ihnen auch YB-Stammtorhüter Marco Wölfli und Thuns Armand Deumi.  

Köln zu schwach für Reaktion

Der zuvor etwas unglücklich agierende Shi Jun war nach 51 Minuten für die Entscheidung zugunsten der Berner besorgt. Obwohl er von beiden Seiten bedrängt wurde, vermochte er das dritte Tor für YB zu erzielen. Damit war die Partie entschieden. Die Berner wollten nicht und die Kölner konnten nicht mehr, machte es den Anschein. Auch Hanspeter Latours Ausbrüche an der Linie änderten daran wenig. Allzu grosses Gewicht darf man diesem Resultat aber nicht zuschreiben, denn es war nicht zu übersehen, dass es sich bloss um ein Testspiel handelte. Die kommende Meisterschaft und der Uefa Cup werden die Young Boys vor wesentlich grössere Probleme stellen, als dies der 1. FC Köln tat.

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