Kultur | 07.07.2006

Frischer Sound aus Lu-Town

Text von Michaela Dubach
Knapp zwei Jahre nach seiner letzten Solo-Scheibe «Emm för Musig« hat der Luzerner-Rapper Emm sein Debüt-Album mit dem Titel "Jetzt mol ehrlich" über Artcoremusic veröffentlicht.
Böse oder nachdenklich? Emm auf dem Cover seines neuen Albums.

Nachdem die ersten Minuten erklungen sind, hat man sich bereits richtig in die Musik fallen lassen. Schon im Intro erfährt man eine Menge über den Luzerner MC. Das Album weckt ernsthafte Eindrücke und regt enorm zum Nachdenken an. Passend zu der textlichen Ausrichtung ist die unterlegte Musik eher ruhig und melodiös. Erstaunlich ist, dass auf diesem Album mal kein typischer Clubtrack vertreten ist. Das Lied «Wochenänd« kommt dieser Kategorie noch am Nächsten. Wer sich mit Musik ein Wenig auskennt, merkt, dass Emm beim Tracklisting sehr überlegt vorgegangen ist. Der Rapper vermag über das ganze Album zu überzeugen. Die Themenvielfalt reicht vom «Weiss ned«, einem typischen Track über Probleme in der Welt bis zu «Ech bruch«, über Erwartungen, die man in alles Mögliche steckt. Schon nach erstem Hören lernt man das Album sehr zu schätzen.

Weiter als der Standard

Wir kennen alle diese Tage, an den wirklich mal alles gut läuft. Das Lied «Höt isch mine Tag«, spiegelt dieses Gefühl sehr gut. Der tiefgründige Rapper stellt in seinen Texten seine ganze Umgebung, die ganze Rap-Szene und sich selbst in Frage. Antworten gibt er fast nie und so zieht er den Zuhörer in eine Welt voll offener Fragen. Wer seine Erwartungen hoch ansetzt und Lust auf ein abwechslungsreiches Album hat, der sollte sich die Scheibe des sympathischen Luzerners Mal zur Gemüte führen. Beim Hören des Albums merkt man, dass Emms Musik inhaltlich definitiv weiter als der Standard ist. Entscheidend ist, wie Emm selber auf «Jetzt mol ehrlich« sagt: Es gibt keinen Unterschied zwischen Geschmack und Qualität

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