11.07.2006

Einschüchterung und militärische Stärke

Text von Pascal Merz
Die russische Jagd auf Schamil Bassajew ist mit seinem Tod zu Ende gegangen. Die Problematik rund um Tschetschenien aber bleibt. Der Verlust seines Staatsfeindes Nr. 1 könnte sich für Präsident Putin gar als kontraproduktiv erweisen. Oder wie lässt sich ein Krieg rechtfertigen?

Zwischen den Fronten dieses Konflikts stand und steht ungeschützt eine traumatisierte tschetschenische Zivilbevölkerung, deren Bestreben wohl am ehesten dem Frieden gilt. Mit Präsident Putin aber ist dies nicht zu erreichen, seine quasidiktatorische Herrschaft gründet in Russland auf Einschüchterung und militärischer Stärke.

Tschetschenien liegt zerbombt am Boden und bräuchte dringend ein massives Wiederaufbauprogramm. Doch dies steht bestimmt nicht auf Vladimir Putins Prioritätenliste, so dass der grausame Kampf mit unmenschlichen Mitteln weitergehen wird.– der seit Anbeginn nie gerechtfertigt war – wenn die grössten Symbolfiguren des gewaltsamen Widerstandes nicht mehr existieren.

Ohne ihren Anführer sind die tschetschenischen Rebellen ganz bestimmt geschwächt, doch dies ist sicher nicht das Ende ihres bewaffneten Kampfes. Kommt hinzu, dass die Beliebtheit des brutalen Terroristen Bassajew nicht weit über seine befehligten Truppen hinausging.

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