Kultur | 11.07.2006

“Ein guter Film braucht ein gutes Thema”

Text von Stephan Weber
Tink.ch sprach am Internationalen Festival des Fantastischen Films in Neuchâtel mit Michael Sauter. Der momentan einzige Schweizer Drehbuchautor, den man wirklich kennt, sprach über seinen Erfolg, seinen Aufenthalt am Festival und seine Zukunftsträume.
Zum ersten Mal in der Jury des NIFFF: Michael Sauter

Herr Sauter, Sie sitzen zusammen mit amerikanischen Stars wie George A. Romero und John Landis in einer Jury: Wie fühlen Sie sich?

Ich wurde angefragt, ob ich bei der Jury mitmachen will. Natürlich war ich einverstanden. Man sagte mir, dass ich die Details zu gegebener Zeit erfahren werde. Dann hörte ich jedoch während geraumer Zeit nichts mehr und dachte bereits, dass die Sache ‚gegessen’ sei. Doch siehe da: Die Festivalverantwortlichen meldeten sich wieder und teilten mir mit, dass ich in der Jury  sei. Als ich aber erfuhr, dass John Landis und George A. Romero mit mir in der Jury sitzen, hatte ich einen gewaltigen Schock. Die beiden Regisseure sind für mich Helden. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich mit zwei Vorbildern zusammen arbeiten darf. In der Nacht, bevor ich sie traf, konnte ich  kaum schlafen. Ich fühlte mich wie vor einer Prüfung. Ich hätte beinahe in die Hosen gemacht. Nachdem ich Landis und Romero getroffen und mit ihnen einige Worte gewechselt hatte verflog das merkwürdige Gefühl im Magen. Man kann gut mit ihnen reden. Sie sind beide sehr offen. Sie sind nun mal Amerikaner – die sind einfach cooler als wir.

Achtung Fertig Charlie, Mein Name ist Eugen und Grounding sind riesige Erfolge. Können Sie sich das erklären?

Bei Achtung Fertig Charlie und Grounding hatte ich dies. Dass jedoch beide so gut anlaufen würden, hätte ich nicht gedacht. Besonders bei Charlie war ich überrascht. Im Nachhinein denke ich jedoch, dass mit Achtung Fertig Charlie der Startschuss für eine neue Art von Schweizerfilm gegeben wurde.

Das Wirtschaftsdebakel der Swissair faszinierte die Menschen. Daher hatte auch Grounding einen Erfolg. Ich selbst kann jedoch nicht viel mit Wirtschaft anfangen. Das der Erfolg von Mein Name ist Eugen grösser sein wird konnte ich mir denken. Vor allem weil es ein Kinderfilm ist. Wenn ein Kind ins Kino geht um Mein Name ist Eugen zu sehen, dann kommen zusammen mit den Eltern gleich noch ein bis zwei Tickets mehr dazu. Dazu kommt noch, dass ich Eugen Filmtechnisch besser gelungen finde, als Achtung Fertig Charlie. Dennoch, einen solchen Erfolg hätte ich nicht erwartet.

Sie sind noch jung, und haben den Höhepunkt Ihrer Karriere praktisch erreicht. Wie berühmt sind Sie dann in zehn Jahren?

Den Höhepunkt meiner Karriere habe ich hoffentlich noch nicht ganz erreicht. Trotzdem denke ich, dass in der Schweiz nicht viel mehr möglich ist, als das was ich bereits habe. Aus diesem Grund würde ich auch gerne mal etwas im Internationalen Bereich machen.

Was wünschen Sie sich für Ihre zukünftige Laufbahn?

Was das Materielle angeht, sicherlich ein gutes Zuhause für meine Frau und meinen Sohn. Ich möchte auch vermehrt Projekte machen, die ich wirklich machen will. Dies können durchaus Projekte in der Schweiz sein. Wie bereits erwähnt, möchte ich auch mehr in die Internationale Richtung gehen, um einmal etwas richtig Grosses zu schreiben. Am liebsten recherchiere ich. Deshalb würde ich gerne in der Welt herumreisen, um Ideen für ein neues Drehbuch zu sammeln. Am liebsten würde ich dies mit Michael Steiner machen, und auch weiterhin mit ihm zusammenarbeiten. Mit ihm habe ich Grounding und Mein Name ist Eugen gemacht.

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