Kultur | 31.07.2006

Alles etwas indisch

Am Sonntag spielte die deutsche Band Samadhi am Waldstock zum Tanz auf. Wirklich getanzt haben schlussendlich nur eine Hand voll Leute, was aber sicher nichts mit der Performance der Band zu tun hatte, die rockte nämlich sehr ordentlich. Es lag wohl eher an den gemütlich zum Sitzen einladenden Strohballen. Tink hat die Band aus Lörach am Dreiländereck vor ihrem Auftritt interviewt.
Der Gitarrist und Sänger Vinc sowie Oli, der Schlagzeuger, beim Chillen. Fotos: Marisa Lustenberger. Stefan der Bassist, ist erst seit kurzem in der Band. Arun, für Percussion und Gesang zuständig, freut sich schon auf das Konzert.

Was habt ihr für einen Eindruck vom Waldstock?

Wir wollen alle hier bleiben! Ne, also es gefällt uns sehr gut. Die ganze Organisation ist super. Auch die Idee, ein Festival in der Art mit der ganzen Dekoration und alles zu veranstalten, ist genial.

Hat euer Bandname eine bestimme Bedeutung?

Ja, Samadhi ist Sanskrit, kommt also aus dem Indischen. Das ist der höchste Zustand der Trance, den man durch Meditation erreichen kann. Manchmal sterben die Mönche, die das praktizieren, sogar dabei.

Euer Musikstil beinhaltet viele verschiedene Stilrichtungen. Von Reggae, Ska, Dub, Irish Folk bis zum Metal ist ja einiges dabei. Wie entstand dieser ungewöhnliche Mix?

Als wir vor zwei Jahren zusammen angefangen haben zu jamen, hat sich vieles einfach von selbst ergeben. Da wir ja schon auf Grund unserer Herkunft ein bunt gemischter Haufen sind (Frankreich, England, Deutschland, Irland, Bosnien Herzegoina), hat sich auch dieser Mix von Stilen ergeben. Es ist ja auch nicht so, dass in jedem Lied alles drin ist. Wir legen zu jedem Track etwas fest, so dass schlussendlich nicht viel mehr als zwei Stile vertreten sind. Mit der Geige versuchen wir eigentlich immer was zu machen.

Die Texte in euren Liedern weisen auf politische und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten hin. Engagiert ihr euch auch noch anderweitig, als mit eurer Musik?

Ja, im Bereich Umweltschutz haben wir hin und wieder was gemacht. Protestbriefrunden und dergleichen. Checkt mal www.regenwald.org.

Aber eigentlich liegt unser hauptsächliches Engagement in unserer Musik. Durch die Texte versuchen wir die Leute zum Nachdenken zu bringen. Dass man sich zum Beispiel einmal überlegt: Woher kommen eigentlich die Kleider, die ich trage? Oder woher kommt eigentlich das Wasser, das aus unserem Wasserhahn fliesst? Bleibt das für immer so? Ob man dann die Texte liest, ist jedem selber überlassen.

Habt ihr viele Auftritte im Ausland, abgesehen von der Schweiz?

Ausser in Deutschland und der Schweiz haben wir auch schon an verschiedenen Orten in Frankreich gespielt.

Gab es dabei irgendwelche Höhepunkte, an die ihr euch besonders erinnert?

Ja, das Waldstock natürlich! (allgemeines Gelächter) Die Release-Party für unsere CD war natürlich schon etwas Spezielles. Aber ansonsten ist jeder Auftritt wieder was anderes. Jeder hat seinen eigenen Reiz.

Spielt ihr lieber vor kleinem Publikum oder vor einer riesigen Masse?

Das kommt natürlich immer auf das Publikum an. Durch unseren Musikstil können wir uns auch immer etwas anpassen und das Set etwas variieren, je nachdem, was gerade passt. Wichtig ist uns einfach, dass die Atmosphäre stimmt und die Leute Spass haben.

Was möchtet ihr dem Publikum während des Auftritts mitteilen?

Mit Musik zusammenkommen, tanzen und Freude haben. Und dass man für alles offen sein soll. Weltoffenheit ist uns auch ganz wichtig.

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