Vorpremiere des Filmes Playground Station

Seit 2000 unterstützt der Verein Streets of India das Strassenkinderprojekt Navajeevan (Hindi für „neues Leben“) in Indien. Die Kinder sollen durch professionelle Hilfe Vertrauen zu den Helfern aufbauen, um später wieder den Einstieg in die Gesellschaft zu finden.

Es war sehr gut, dass der ganze Vorstand während der drei Wochen vor Ort war. Dies erleichterte vor allem im Nachhinein die Diskussionen, weil alle mitreden konnten. Wir sind alles Amateure und konnten daher viel dazulernen. Leider hatten wir einige Hindernisse wie schlechtes Wetter und Technikausfälle zu überwinden. Aber wir hatten ein Ziel vor Augen und dies half uns durchzuhalten.

Der Film wurde selber finanziert und teilweise mit Hilfe des Vereins Streets of India. Wir wollen keine Werbung für das Projekt machen. Er soll weder die Situation von den Strassenkindern verharmlosen noch auf die Tränendrüse drücken. Der Film soll einfach den Alltag von Strassenkindern im Dorf Vijayawada (ca. 1 Million Einwohner) in Indien zeigen und vor allem Informieren. Der Film soll zeigen, dass die Strassenkinder trotz schwierigen Bedingungen ihr Lächeln nicht verloren haben.

Während dreissig Minuten entführt der Film die Zuschauer in die Welt der Strassenkinder von Vijayawada. Es wird wenig gesprochen und die hupenden Fahrzeuge sind nicht zu überhören. Es ist kaum vorstellbar, wie einige der Kinder bei solchem Lärm in den Strassenecken schlafen können. Der Film gibt dem Zuschauer unverfälscht einige Eindrücke aus dem Leben dieser Kinder und überlässt es dem Zuschauer wie er oder sie mit den Eindrücken umgehen möchte.  

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Das Meer im Dorf

Das Wuhrplatzfest setzt dieses Jahr auf das Thema Hochsee und beginnt am 17. August mit einem Unplugged-Konzert der Luzerner Band Pinode. Sie wollen zeigen, dass richtiger Rock nicht eine Frage des Verstärkers ist. Anschliessend gibt es schrille Kurzfilme von Studierenden der Kunsthochschulen Luzern und Zürich.

Am Freitag zelebrieren Zeno Tornado and the Boney Google Brothers den Hillybilly-Country. Mütter werden gebeten, ihre Töchter einzusperren oder an die kurze Leine zu nehmen. Die Veranstalter lehnen jegliche Haftung ab.

Nach den Cowboys treten fünf Jungs aus Winterthur und Schaffhausen auf, die diesen Sommer als My name is George mit tollem 60er Beat pausenlos von Festival zu Festival jagen. Jeweils als Geheimtipp. Weiter an Bord sind Sinner DC aus Genf und El Thule mit italienischem Stoner-Rock. Ja, richtig gelesen: El Thule stammt aus Italien und spielt trotzdem so was wie Desert-Blues. Zwischendurch greifen Mani Porno ein. Drei Berner, die schon im Stade de Suisse, im Shoppingcenter Schönbühl, mitten auf der Strasse und im Old-School-Lift von Vaucher aufgetreten sind.

Der Samstag beginnt mit einer Portion Ratatouille à  la balkane. The Raspoutine Smoked Band spielen eine verheissungsvolle Mischung aus südosteuropäischer Volksmusik und Rock  Sie geben dieses Jahr erst ihr zweites Konzert in der Deutschschweiz. Weiter gibt es am gleichen Abend noch Reggae, Capoiera und die Ohrbooten aus Deutschland.

Der Eintritt am Donnerstagabend und am Sonntag ist frei. Freitag und Samstag kosten die Tickets je 15 Franken. Der Vorverkauf läuft online über Petzi.

Wer ein Ticket gewinnen möchte, kann hier sein Glück versuchen. Tink.ch verlost zwei mal zwei Tickets für das Wuhrplatzfest 2006. Schick bis zum 14. August um 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff “Wuhrplatzfest” und deiner Postadresse an tickets@tink.ch. Und vielleicht bist du mit dabei.

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Alles etwas indisch

Was habt ihr für einen Eindruck vom Waldstock?

Wir wollen alle hier bleiben! Ne, also es gefällt uns sehr gut. Die ganze Organisation ist super. Auch die Idee, ein Festival in der Art mit der ganzen Dekoration und alles zu veranstalten, ist genial.

Hat euer Bandname eine bestimme Bedeutung?

Ja, Samadhi ist Sanskrit, kommt also aus dem Indischen. Das ist der höchste Zustand der Trance, den man durch Meditation erreichen kann. Manchmal sterben die Mönche, die das praktizieren, sogar dabei.

Euer Musikstil beinhaltet viele verschiedene Stilrichtungen. Von Reggae, Ska, Dub, Irish Folk bis zum Metal ist ja einiges dabei. Wie entstand dieser ungewöhnliche Mix?

Als wir vor zwei Jahren zusammen angefangen haben zu jamen, hat sich vieles einfach von selbst ergeben. Da wir ja schon auf Grund unserer Herkunft ein bunt gemischter Haufen sind (Frankreich, England, Deutschland, Irland, Bosnien Herzegoina), hat sich auch dieser Mix von Stilen ergeben. Es ist ja auch nicht so, dass in jedem Lied alles drin ist. Wir legen zu jedem Track etwas fest, so dass schlussendlich nicht viel mehr als zwei Stile vertreten sind. Mit der Geige versuchen wir eigentlich immer was zu machen.

Die Texte in euren Liedern weisen auf politische und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten hin. Engagiert ihr euch auch noch anderweitig, als mit eurer Musik?

Ja, im Bereich Umweltschutz haben wir hin und wieder was gemacht. Protestbriefrunden und dergleichen. Checkt mal www.regenwald.org.

Aber eigentlich liegt unser hauptsächliches Engagement in unserer Musik. Durch die Texte versuchen wir die Leute zum Nachdenken zu bringen. Dass man sich zum Beispiel einmal überlegt: Woher kommen eigentlich die Kleider, die ich trage? Oder woher kommt eigentlich das Wasser, das aus unserem Wasserhahn fliesst? Bleibt das für immer so? Ob man dann die Texte liest, ist jedem selber überlassen.

Habt ihr viele Auftritte im Ausland, abgesehen von der Schweiz?

Ausser in Deutschland und der Schweiz haben wir auch schon an verschiedenen Orten in Frankreich gespielt.

Gab es dabei irgendwelche Höhepunkte, an die ihr euch besonders erinnert?

Ja, das Waldstock natürlich! (allgemeines Gelächter) Die Release-Party für unsere CD war natürlich schon etwas Spezielles. Aber ansonsten ist jeder Auftritt wieder was anderes. Jeder hat seinen eigenen Reiz.

Spielt ihr lieber vor kleinem Publikum oder vor einer riesigen Masse?

Das kommt natürlich immer auf das Publikum an. Durch unseren Musikstil können wir uns auch immer etwas anpassen und das Set etwas variieren, je nachdem, was gerade passt. Wichtig ist uns einfach, dass die Atmosphäre stimmt und die Leute Spass haben.

Was möchtet ihr dem Publikum während des Auftritts mitteilen?

Mit Musik zusammenkommen, tanzen und Freude haben. Und dass man für alles offen sein soll. Weltoffenheit ist uns auch ganz wichtig.

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“Ich mache lieber selber Musik”

Wie bist du zum Rappen gekommen?

Mit 14 Jahren habe ich mit der Musik angefangen, sprich mit dem Rap. Die Hauptursache war, dass ich IceCube und andere Rapper kennen gelernt habe.

Waren deine Kollegen neidisch auf dich?

Wurzel 5 besteht eigentlich aus meinen Kollegen. Die, die nicht zur Band gehört haben, hatten Freude an unserer Musik und waren stolz auf uns.  

Welches war die erste CD, die du dir gekauft hast?

Eine von IceCube, aber ich habe keine Ahnung mehr welche.

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Da muss ich leider passen, ich habe kein Idol. 

Welche Meinung hast du gegenüber dem Kommerz-Hiphop wie zum Beispiel Eminem oder 50Cent. Hörst du diese Musik?  

Ich höre diese Musik schon, finde sie auch völlig okay. Aber ganz ehrlich: Ich höre sehr selten Musik, habe zu Hause fast keine CD’s, und der Radio läuft nur sporadisch. Ich mache lieber selber Musik.  

Hörst du auch mal andere Musik als Hiphop und Rap?  

Ja. Mein Bruder ist Opernsänger und dadurch habe ich den Zugang zur klassischen Musik gefunden. Ich höre sie sehr sehr gerne.  

Was würdest du jetzt machen, wenn es keinen Hiphop und Rap gäbe?

Dann würde ich ihn halt selber erfinden. Nein, keine Ahnung was ich machen würde. 

Wie gefällt dir die Stimmung hier in der Römerarena von Orpund?

Herrlich. Ich war schon vor zwei Jahren hier am Festival. Auch damals war es super. Aber dieses Jahr hat es mehr Leute und das Festival nimmt immer bessere Formen an, ist professioneller geworden und wurde auch in den Medien gross geschrieben. Kompliment an die Leute vom Organisationskomitee, die da sicherlich viele Monate fürs Festival geopfert haben.

Was für Tipps, Kritik oder Lob kannst du dem jungen Organisationskomitee mit auf den Weg geben?

Saubere Sache Jungs. Ich finde es grandios, wie es ihnen gelungen ist so etwas grosses auf die Beine zu stellen. Das Essen ist super, es ist einfach alles picobello.

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“Wir warten mal die nächste Welle ab”

Letztes Jahr habt ihr am Openair Gränichen als regionale Nachwuchsband einen Auftritt gekriegt. War das bisher euer grösstes Konzert?

Raphael: Von der Grösse des Anlasses her betrachtet, muss man das Openair Gränichen ganz bestimmt als bisher wichtigstes Konzert hervorheben. Da wir als kleine Regionalband natürlich nicht die beste Spielzeit erhalten, haben wir allerdings auch schon Konzerte vor mehr Zuhörern gegeben. So beispielsweise am Skaarau 2004, wo wir zu bester Zeit vor mehreren hundert Leuten aufspielen durften.

War Gränichen auch das beste?

Raphael: Falls du damit unsere musikalische Leistung ansprichst, würde ich dies bejahen. Wir konnten uns gut auf das Konzert vorbereiten und waren alle richtig heiss auf diesen Auftritt.

Jonas: Die Ambiance war in Gränichen sicherlich gut und für diese Uhrzeit war die Zuschauerzahl echt zufrieden stellend. Es ist aber schon so, dass die Stimmung meistens heisser ist, wenn mehr Leute vor einem stehen und tanzen. Von dem her war Gränichen nicht unser bester Anlass.

Als junge Band geht man immer wieder mal Engagements ein, die man später

bereut. Wo wars wirklich mies? Und warum?

Jonas: Das stimmt, wir hatten auch schon weniger schöne Auftritte. Manchmal weiss man nicht genau, auf was man sich einlässt. Im einen Lokal ist die Verpflegung übel, im andern die Musikanlage, es hat kein Publikum, weil keine Werbung gemacht wurde und, und, und. Wir haben auch schon einen sehr weiten Weg in Kauf genommen, um fast umsonst vor zwanzig HC-Fans zu spielen. Mies! Das nur um auch in anderen Landesteilen auftreten zu können. Naja.

Inspirieren lässt sich die Band mitunter von Millencolin. Was fasziniert

euch am schwedischen Punk-Rock?

Jonas: Eigentlich ist nur unser Bassist ist ein treuer Fan der Schweden. Er kam durch Millencolin zum Ska, und somit zur Musik, die wir jetzt zu machen versuchen. Der Rest der Band kennt sie zwar, lässt sich aber von vielen verschiedenen Interpreten und Bands inspirieren.

Wo holt ihr die Inspiration her?

Yves: Von vielen verschiedenen Musikrichtungen. Mal wird im Rockabilly nach einem Refrain gesucht, manchmal im Punk. Es gibt so viele Bands, die uns prägen.

Die Texte sind mal deutsch, mal englisch, mal spanisch. Dabei ist in den

Stimmen die Schweizer Herkunft unverkennbar. Wieso setzt ihr nicht auf

Mundart?

Raphael: Das ist eine gute Frage. Unser Aargauer Dialekt ist schlicht und einfach für eine musikalische Anwendung nicht attraktiv genug. Ausserdem sind wir alle viel mehr Musiker als Schriftsteller. Da sich die Zuhörer mehr auf den Text achten, muss ein Lied auf Mundart poetisch sein oder etwas aussagen.

Um welche Inhalte dreht sich denn eure Musik?

Raphael: Wir möchten mit unseren Liedern niemanden belehren. Unser Ziel ist es vielmehr, für einen Moment Freude zu verbreiten und die Leute zum Tanzen zu bringen. Dies erreichen wir besser mit Musik und Rhythmus als mit tiefgreifenden Botschaften. 

Ska und Ska-Punk werden nach und nach salonfähig. Wann wird es eine

Schweizer Skaband in der Hitparade ganz noch oben schaffen?

Fabian: Hättest du uns diese Frage vor gut einem Jahr gestellt, hätte ich wohl Sommer 2006 gesagt. Doch die Szene hat sich in eine andere Richtung entwickelt. Vor gut einem Jahr war Ska noch die Szene-Trend-Musik der Jungen. Seit letztem Herbst aber ist die Besucherzahl an Ska-Konzerten allgemein ein bisschen zurückgegangen. Ska surfte vorher auf einer schönen Welle, die nun langsam aber sicher wieder kleiner wird. Vielleicht wird es mal eine Skaband an die Spitze schaffen, ich denke zwar nicht, aber warten wir mal die nächste Welle ab.

Im Herbst erscheint eure erste CD. Was darf man von “Varicoloured” erwarten?

Raphael: Es ist eine Mischung aus bekannten, frisch überarbeiteten und neuen Songs.

Und wie wird sie stilistisch?

Raphael: Eigentlich wollten wir ja eine starke Durchmischung von Reggae, Ska und Skapunk erreichen. Dies ist uns auch gelungen, wobei der Schwerpunkt eher beim Skapunk liegt.

Die CD-Produktion wird vom Aargauer Kulturdünger unterstützt. Wie grosszügig waren sie?

Raphael: Kulturdünger zeigte sich sehr grosszügig. Die grössten Kostenanteile übernehmen das Label 808 Records, Kulturdünger sowie zahlreiche private Spender. Ohne all diese Unterstützung wäre diese CD-Produktion nicht möglich gewesen.

Wo und wann wird die CD getauft?

Jonas: Die Plattentaufe unseres ersten Kindes findet am 21. Oktober in unserem Heimlokal statt, dem Piccadilly in Brugg.

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Das Openair für Einsteiger

Mit Bands wie Patent Ochsner und Headrush sowie Ex-Musicstarkandidat Baschi konnte das Openair Etziken dieses Wochenende sein 10-jähriges Jubiläum mit grossem Erfolg feiern. Zum Jubiläum erwarteten die Zuschauer auch einige Neuigkeiten. So wurde die Bühne vergrössert und der Essbereich bot 2006 nicht nur Kuchen, sondern auch Hotdogs, Bratwürste und vieles mehr.

Premiere eines internationalen Acts

Auch war dieses Jahr zum ersten Mal seit zehn Jahren auf der Openairbühne eine deutsche Band zu sehen. Sie nennt sich Elke und besteht nicht aus Frauen, wie man bei dem Bandnamen wohl gedacht hätte, sondern aus Männern. Die drei Freunde stammen aus Berlin und legten mit ihrem Deutschrock eine mitreissende Leistung hin.

Rapper Bensch, der ebenfalls bereits auf eine 10-jährige Karriere zurückblicken kann, sorgte  am Samstag mit seinen Mundarttexten für eine gelungene Abwechslung. Mit seinen Hits wie „Eifach“ oder „Für wär?“ zeigte er dem Publikum, dass ein Rapper auch fern von jeglichen Hiphop-Klischees Erfolg haben kann.

Unbekannte und bekannte Gesichter

Aber auch unbekannte Gesichter wie die Bands Headrush und Paraphernalia zeigten mit ihren selber geschriebenen Texten, dass sie richtig abrocken konnten. Die Mitglieder überraschten mit einem breiten Spektrum von Rock und Pop bis hin zu Funk. Die Bands haben sich mit dem Motto „Wir machen Musik um Spass zu haben“ eine gute Grundlage für den weiteren grossen Erfolg geschaffen.

Gegen Abend betrat dann der erste Headliner die Bühne. Ex-Musicstarkandidat Baschi war beim Publikum beliebt und brachte mit Songs wie „Gib mer ä Chance“ oder „Himmelgränzelosschön“ so einige Frauenherzen zum Schmelzen. Der Sänger kann mit seinen 19 Jahren bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. So verkaufte er in der Schweiz rund 30’000 Exemplare seiner aktuellen CD „Irgendwie Held“. Der aus dem Baselbiet stammende Baschi war somit eine grosse Bereicherung des Openairs und die Zuschauer wurden trotz den hohen Temperaturen zum Mitmachen angeregt.

Gelungener Abschluss

Ein gelungener Abschluss boten die Bandmitglieder von Patent Ochsner. Diese traten sozusagen als Jubiläumsgeschenk auf. Die Band, welche seit Ende November 2005 wieder zurück auf der Bühne steht, gibt momentan Konzerte in der gesamten Schweiz Sie sind alle restlos ausverkauft. Obwohl Patent Ochsner erst um 23 Uhr aufgetreten ist, sang garantiert jeder der Zuschauer mit. Denn wer kennt schon keinen Song der bekannten Schweizer Band? “Bälpmoos”, “Scharlachrot” oder “Trybguet”, eines dieser Lieder kannte sicherlich jeder.

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Nicht ein Auftritt fürs Portemonnaie

Freakfestivals zeichnen sich fast immer aus durch einen meist in der Natur gelegenen eindrücklichen Standort und humane Preise. Ausserdem wird man nicht mit Reklamen belästigt und nervigen Werbegeschenken traktiert. Genuss statt Exzess heisst das Motto. Eine chilbikulturfreie Zone sozusagen.

Ein solches unkommerzielles Bijoux unter den Freilichtfesten stellen wir euch vor. Es fand an einem Ort statt, wo sich Hase und Fuchs sind noch «Gute Nacht» sagen können, ohne das sie sich ängstigen müssen von einem rasenden City-Offroader platt gewalzt zu werden. Unser Reiseziel war klar. Wo genau es sich jedoch geografisch befand, wusste ich vorher nicht; mir wurde nur erklärt: «Irgendwo bei Spiez und dann weiter fern ab vom Schuss.» Mit dem um die engen Kurven zischenden Postauto fuhren wir zum Fuss der sagenumwobenen Blüemlisalp ins idyllische Kiental.

Als erstes erspähten wir Patent Ochsner, die uns von einer kleinen, mit Geranien geschmückten Bühne aus ihre alt bekannten Hits entgegen schmetterten. Bühne Huebers Tochter, die in der ersten Reihe tanzte, war natürlich nur eine von vielen, die fast alle Lieder auswendig konnte. Die energiegeladenen Vollblutmusiker hatten mit ihren drei musikalischen Gästen Mimo Locasciulli, Gustav und Tinu Heiniger ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, von dem sich sogar einige Ausdruckstänzer vorne an der Bühne zu eindrucksvollen Einlagen hinreissen liessen.

Interesse haben aber auch sehr kleine Acts wie das Duo Webtisch geweckt. Wer vor der winzigen Bühne den verquerten Tönen der beiden «Hawaiigarager», «Hulablueser» und «Bolerotrasher» lauschend die Augen schloss, war geneigt sich vorzustellen, wie es wäre, vor einer hawaiianischen Strohhütte in einem Liegestuhl zu sitzen, während der Duft von Rösti mit Spiegelei übers Meer zieht.

Aus dieser skurrilen Phantasie wurde man aber spätestens von den Stop the Shoppers gerissen. Die Latin-Combo forderte einem mit wilden Rythmen und zackigen Beats zum Tanzen auf – bis in die frühen Morgenstunden.

BB Frances, die Gott-sei-Dank-bin-ich-jetzt-nicht-mehr-Lehrerin-Sängerin aus Flawil, konnte sich mit ihrer herzlichen Art sicherlich auch den einen oder anderen neuen Fan ergattern. Sie sagte, ihr Mami wäre stolz gewesen, wenn sie gesehen hätte, wie viel Werbung sie für ihre CD gemacht habe. Zu ihrem Auftritt hätte das Mutti ihr bestimmt auch gratuliert. Frances hätte wohl noch fünf Zugaben gespielt, wäre sie nicht von der Feuer-Jongleur-Gruppe Marama abgelöst worden. Die feurige Truppe, die zu mittelalterlichen Trommel- und Dudelsackklängen Feuerkugeln und andere heisse Utensilien in haarsträubender Weise durch die Luft wirbelt, ist übrigens auch am Openair Woodrock (11. und 12. August) zu bewundern.

Laut Reto Grossen, dem Organisator des Openairs, kennen Musiker in ihrem Arbeitsalltag mindestens zwei Arten von Auftritten: Solche fürs Portemonnaie und solche fürs Herz, fürs Gemüt, für die Seele. Am Openair Kiental spielten die Musikanten nicht fürs Portemonnaie, sondern für ihre Freude und die des Publikums, welches diese Einstellung spürte und zu schätzen wusste.

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Mit gutem Schuhwerk und offenen Augen

Kunst, kühle Luft und zahlreiche Begegnungen: Es spricht viel für eine Museumsnacht. Vor allem während diesen quälend heissen Sommermonaten, wo es am hellichten Tag fast unmöglich ist, sich länger als fünf Sekunden auf ein Kunstwerk zu konzentrieren. Dann doch lieber alle kulturellen Aktivitäten auf den Abend und die Nacht verlegen.

Am 25. August ist es wieder einmal soweit. Fast alle Museen in- und ausserhalb Luzerns öffnen eine ganze Nacht lang ihre Pforten. Vielleicht im Museum im Bellpark in Kriens ins Fotoalbum von Bolette Petri-Sutermeister gucken? Oder Angy Burri & The Apaches live beim Historischen Museum erleben? Oder im Hans Erni Museum vom 97jährigen Künstler ein Werk signieren lassen? Oder sich von einem Traktor durch die Stadt chauffieren lassen? Nicht zu vergessen die romantische (muss ja auch mal sein)  Schiffahrt vom Verkehrshaus zum Richard Wagner Museum.

Tickets gibt es ab 2. August bei allen beteiligten Museen und Institutionen, bei der Tourist Information im Bahnhof, bei der Neuen Luzerner Zeitung an der Pilatusstrasse 12 sowie bei den Raiffeisenbanken in und um Luzern.

Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben übrigens freien Eintritt.

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Und der Vorhang fällt

Der bekannte und mit Auszeichnungen und Oscars überhäufte Basler Hollywood- Produzent kam selbst in die ehrenvolle Lage, als einziger Nicht-Amerikaner einen Stern am Walk of Fame zu zieren und präsentierte den 1998 produzierten Film „Central Station“.

Ein Star unter Stars

Doch Arthur Cohn wäre nicht Arthur Cohn, wenn seine  Anlässe nicht von einer Vielzahl von Prominenz begleitet wären. Am Donnerstag waren auf dem Münsterplatz Franz Beckenbauer mit Heidi, Veronica Ferres, Samuel Schmid, diverse weitere Personen aus Wirtschaft, Medien und Politik und sogar Tina Turner zu sehen. Sie alle bahnten sich ihren Weg durch das Publikum. Arthur Cohn nutzte die Gelegenheit und dankte seinem Team, seinen Gästen und dem Regisseur des Films. Er liess es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, seinen Stars Gestecke mit Rosen überbringen zu lassen.

Ein bezaubernder Film

Der Film „Central Station“ sticht durch ein schönes Zusammenspiel von Schnitt-Technik, Wetterverhältnissen, Filmmusik und schauspielerischer Leistung aus dem Dickicht von Hollywood-Produktionen heraus.

Die erschreckenden und gleichzeitig rührenden Bilder nahmen den Zuschauer mit, in den Alltag der Brasilianerin Dora, die im Hauptbahnhof von Rio ihr Geld mit dem Verfassen von Briefen verdient.

Als eines Tages eine Mutter mit ihrem kleinen Jungen bei Dora einen Brief an den Vater des Jungens schreiben lässt, ändert sich ihr Leben kurz darauf schlagartig.

Denn der Junge verliert seine Mutter bei einem tragischen Unglück am Bahnhof. Nora nähert sich dem Waisenkind Josué und bringt diesen über einige Umwege zu seinem Vater. Doch gegen Ende nimmt die Geschichte nochmals eine unerwartete Wende.

Orange Cinema in Basel

Mit 30’000 bis 50’000 Besuchern in Basel ist die Kinosaison im kleineren Rahmen, verglichen mit den grossen Veranstaltungen in Genf und Zürich, doch macht gerade die Enge inmitten der denkmalgeschützten Häuser und am Fusse des Münsters die Ambiance aus. Die Vorstellungen waren bereits nach drei Tagen ausverkauft.

Wir danken Arthur Cohn für sein kreatives Schaffen und freuen uns auf die nächste Premiere in Basel.

Schottische Gitarrenmusik und französischer Zigeunerpop am Waldstock

Um halb sieben wurde es enger in der schwankenden Boje, als Jimmie Something mit seiner Gitarre zu spielen begann. Es war immer noch heiss und auf einer Fläche von acht auf fünf Metern mit einer Bar, einer Bühne und einigen Bänken, stiegen die Temperaturen nochmals um einige Grade.

Normalerweise spielen Patrick Ruoss, Michel Zurflüh und Jimmie Wilhelm in der Band Glenturret. Doch diesmal begleiteten sie ihren Bandkollegen ans Waldstock und brachten damit ein Stück Schottland nach Steinhausen. Ausgerüstet mit einer Geige, einem Akkordeon und einer Gitarre, unterhielten sie das Publikum mit ruhigen und besinnlichen Klängen. Obwohl keine schottischen Temperaturen vorherrschten, schafften die drei eine typische Waldstockatmosphäre. Ein Teil des Publikums lauschte gespannt und der andere Teil plauderte gemütlich bei einem kühlen Bier, während Jimmie Something mit einem schottischen Akzent seine Lieder sang. Er begeisterte sein Publikum und schloss man die Augen, sah man die schottischen Highlands vor sich. Jimmie Something bot eine interessante musikalische Darbietung und die Zuschauer waren sich einig, dass auch schottische Musikklänge einen Platz am Waldstock haben.

Nach den schottischen Highlands folgten auf der Hauptbühne die sechs Musiker von The Feet Peals, welche den Sonnenuntergang mit – wie sie es nennen – französischen Zigeunerpop einstimmten. Die Gruppe kommt aus der Berner Gegend und sie zeigten dem Publikum, dass sie zwar die Berner Gemütlichkeit in sich haben, aber durchaus zu schnelleren Rhytmen und Sprechgesängen fähig sind. Sie überzeugten das Publikum mit ihrem Charme und ihrem musikalischen Talent, so dass es einige Zugaben brauchte.

Sie unterhielten das Publikum, welches mehrheitlich auf Strohbällen sass, mit abwechslungsreichen Stücken und einigen Interpretationen von bekannten Künstlern wie beispielsweise Mani Matters „Hemmige“. Von der Musik inspiriert, gab es auch einige im Publikum, die der sitzenden Mehrheit trotzte und sich den Rhytmen hingaben. Andere dagegen nutzten die Gelegenheit für eine kleine Strohschlacht.