Gesellschaft | 01.06.2006

Träumen von der Zukunft

Text von Stephan Weber
Wer alles über die ungelösten Rätsel des Universums erfahren will, sollte wieder mal nach Interlaken fahren. Ericht von Dänikens Mystery Park hat eine Menge zu bieten. Ein Bericht über die Entstehung und den Gründer.
Das Tor zu einer neuen Welt - mitten in der Schweiz.

Erich von Däniken wurde 1935 als Sohn eines Kleiderfabrikanten in Zofingen geboren. 1968 schrieb er sein erstes Buch « Erinnerungen an die Zukunft«. Bis heute hat der Schweizer Forscher 28 Bücher veröffentlicht, die in 32 Sprachen übersetzt und über 62 Millionen Mal verkauft wurden. Erich von Däniken hatte das Glück während Jahrzehnten durch die ganze Welt zureisen. «Mir war immer klar, dass dies für die meisten Menschen nicht möglich ist, weil Ihnen die Zeit oder das Geld dafür fehlt«, schrieb er in seinem Buch. So entstand schon vor 20 Jahren in ihm der heimliche Wunsch des Mystery Parks. So schrieb er dann bereits im Jahre 1989 in seiner von Ihm herausgegebenen Zeitschrift «Ancients Skies«: «Ich habe einen Traum…«. Er träumte von einem Ort, an dem rätselhafte Relikte aus der Vergangenheit präsentiert werden können.

Die Idee wird zur Tatsache

Doch wie kam es dann zum Mystery Park wie wir ihn heute kennen, und warum ausgerechnet in Interlaken? Auf diese Frage hatte Erich von Däniken in seinem Buch über den Mystery Park eine einfache Antwort: «Als ich auf den Beatenberg im Berner Oberland zog, fragte mich der Tourismusdirektor bei einem gemütlichen Glas Wein, wie man den Tourismus in Interlaken ankurbeln könnte. Ich hielt es für die Gelegenheit meinen Traum zu verwirklichen und fing daher an, Kraft in mein Projekt zustecken. Ich versuchte möglichst viele Menschen von meinem Projekt zu überzeugen. Ich hatte das Glück vor allen Parteien sowie vor Lehrern und tausenden von Schülern zu sprechen um mein Projekt zu präsentieren.«

Nach einer langen Planung und einer 2-järigen Bauzeit war es dann soweit. Am 23.Mai 2003 erfüllte sich Erich von Däniken seinen grossen Traum.  Über 1000 geladene Gäste waren am Nachmittag dabei, als von Däniken das rote Band zur Eröffnung des Parks durchschnitt. Und mit einem grandiosen Feuerwerk wurden die Feierlichkeiten um Mitternacht beendet. Einen Tag später konnte der Mystery Park seine Türen für die Besucher öffnen.

Mit seinen sieben Themenpavillons bietet der Mystery Park seinen Gästen einen gewaltigen Einblick in die Geheimnisse unserer Erde. Die Fragen, die bei den sieben multimedialen Shows auftauchen, werden jedoch nicht direkt beantwortet. Im Gegenteil; gewisse Shows werfen sogar noch weitere Fragen auf.

Das Staunen lernen

Der grösste Wunsch des Mystery Park-Gründers wäre es, dass man noch zu seinen Lebzeiten einen Beweis fände, der die Existenz von Ausserirdischen, beziehungsweise Leben auf einem anderen Planeten, definitiv beweisen würde. Doch Erich von Däniken braucht diesen Beweis theoretisch gar nicht mehr. Denn er selbst sagt ja, er glaube nicht an Ausserirdische. Er sei absolut überzeugt davon, dass es sie gebe. Und schliesslich konnte er sich ja seinen grössten Traum bereits erfüllen.

Wenn man in den Mystery Park geht, sagt Erich von Däniken, kann man das Staunen lernen; was anscheinend viele Leute wollten. Denn allein im ersten Jahr durfte der Park über 400’000 Besucher empfangen. Diese Anzahl übertraf die Erwartungen von 300’000 Besuchern natürlich bei Weitem. In den  zwei folgenden Jahren  hat die Besucherzahl jedoch  ständig abgenommen. Um wie Viel ist unklar. Auf jeden Fall wäre es Erich von Däniken und seinem Werk zwischen dem Thuner- und dem Brienzersee zu gönnen, wenn uns der Mystery Park noch viele weitere Jahre über die Schätze dieser Welt aufklären könnte. Denn es wäre doch schade, wenn man nicht mehr nach Interlaken kommen könnte, um sich an die Zukunft zu erinnern.