Kultur | 23.06.2006

Musik im Kohletagebauwerk

Text von Martin Sigrist
Vom 14. bis 16. Juli 2006 findet zum neunten Mal das Melt-Festival in Gräfenhainichen im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt statt. Das Festival behauptet von sich, konsequent musikalische Stile zu kreuzen. Ein Blick auf das Programm weckt Hoffnungen dazu.

Das Programm bietet einerseits Headliner wie die Elektropop Götter Pet Shop Boys oder Sprechsänger The Streets und Deutschpopper wie Blumfeld oder die Sterne. Daneben werden unter anderen Aphex Twin oder Herbert als seltene Festivalgäste zu sehen sein.

Auch unbekannte Bands wie Digitalism oder die Newcomer Who Made Who werden in Gräfenhainichen für die 15’000 Besucherinnen und Besucher die Bühne besteigen. Mit dieser Mischung verschiedenster Musikrichtungen und dem nebeneinenader von Bands und DJs soll das Melt eine Besonderheit in der deutschen Festivallandschaft darstellen, ein Zwitterfestival sein, wie es der Festivalbooker Stefan Lehmkuhl nennt.

Das Melt existiert schon seit 1997, seit 2001 befindet es sich an seinem neuen Standort, der Ferropolis. Die Ferropolis, Stadt aus Eisen, ist ein ehemaliges Kohletagebauwerk, welches 1991 stillgelegt wurde und danach zu einem Ort umgebaut wurde, welcher verschiedenen Veranstaltungen eine neue, aussergewöhnliche Plattform bietet. Umgeben von einem See und mehreren alten Tagebaumaschinen soll den Besuchenden ein beeindruckendes Panorama geboten werden.

Besonders für Leute aus der Schweiz gut zu wissen ist, dass Gräfenhainichen ungefähr zwischen München und Berlin, ganz in der Nähe von Leipzig liegt. Zu erreichen ist der kleine Ort bei Dessau mit der Bahn ab Basel oder Zürich in zirka 9 Stunden, ab Berlin in etwas mehr als einer. Die Festivalkarten kosten ungefähr 55 Euro, zuzüglich Gebühren.

Online sind die Karten bei Mikromarken.de zu erwerben, da eine Vorverkaufsstelle in der Schweiz nicht bekannt ist. Daneben wird es, sofern das Festival nicht ausverkauft sein wird, vor Ort eine Abendkasse geben, an denen auch Karten für  Einzeltage verkauft werden.

Man darf also gespannt sein auf das Melt, welches sich selbst als eines der aussergewöhnlichsten und avantgardistischsten Openairs in Deutschlands bezeichnet. Tink.ch wird dabei sein und an dieser Stelle davon berichten. Weitere zahlreiche Infos sind vorab auf der Website des Festivals zu finden.

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