Gesellschaft | 16.06.2006

Ein Freiwilliger in Bern – Teil 2

Text von Mauro Carta
Mauro ist 30, kommt aus Sardinien und arbeitet momentan als Placement Officer beim SCI (Service Civil International) in Bern. Für Tink schreibt er über seine Arbeit und den SCI.

Das japanische Viertel

Ich bin seit zwei Monaten hier in Bern und das Leben geht weiter. Ich wohne jetzt in einer sehr komfortablen Wohnung, die der S.C.I. mir zu Verfügung gestellt hat. Die Wohnung befindet sich in der Altstadt von Bern, ganz in der Nähe der Zytglogge. Es scheint als ziehe die Glogge viele Touristen an. Als ich umgezogen bin, habe ich gedacht, ich sei im japanischen Viertel der Stadt. Später hat man mir erklärt, dass dies keine Einwohner, sondern neugierige Besucher sind. Ach so!

Freiwillige gesucht!

Mit meiner Arbeit als «Placement Officer« bei SCI bin ich ganz zufrieden. Bis jetzt habe ich 126 Freiwillige aus der ganzen Welt in die Camps in der Schweiz vermittelt. Apropos, wir suchen noch Freiwillige, die gerne ins Ausland fahren möchten, um an einem Workcamp teilzunehmen!

Gegenüber meiner Wohnung steht eine Kneipe (Ok, ok, ich weiss, dass man auf Schwyzertüütsch nicht «Kneipe«, sondern  «Beiz« sagt). Diese Kneipe ist sehr klein aber gemütlich und vor allem immer voll am Abend. Mensch, ich muss unbedingt einen Bierpartner finden. Allein zu trinken ist nicht mein Lieblingsport, ich finde es ein bisschen traurig…

Schwyzertüütsch für Anfänger

Unterdessen habe ich eine «Tandemsprachpartnerin« gefunden, mit der ich mein Schwyzertüütsch verbessern, oder besser gesagt lernen kann, da ich bis jetzt nur «Uf wider luegen« sagen kann. Doch, ehrlich gesagt habe ich auch «choi mir de zahle?« (auswendig) gelernt. Darauf bin ich sehr stolz und ich benutze diesen Satz so oft wie möglich, auch wenn er nichts mit dem Zusammenhang zu tun hat. Das ist aber gefährlich, weil ich aus diesem Grund neulich zu viel Geld ausgegeben habe. Darüber hinaus ist es auch peinlich zuzugeben, dass ich nicht in der Lage bin, «Kann ICH bezahlen?« zu sagen. Deswegen, habe ich bis jetzt keinen Mut gehabt, im Restaurant allein zu essen.

Spaghetti Bolognese

Kochsituation: Die Küche meiner Wohnung ist gut eingerichtet, heute koche ich italienisch. Also, ich habe Spaghetti gekauft, Tomaten, Basilikum, Hackfleisch und Zwiebeln für eine Bolognese Sauce. Habe ich alles? Ja, jetzt direkt nach Hause, ich habe Hunger!

Ok, das Wasser kocht schon, ich füge Salz hinzu (WICHTIG: Nicht nur eine Prise, sondern viel Salz!), unterdessen habe ich die Sauce vorbereitet und muss noch zehn Minuten warten bis die Spaghetti fertig sind – al dente. Nun brauche ich ein Spaghettisieb… wo ist das Sieb? Es kann doch nicht sein, dass ich keines habe! Ich renne so schnell wie möglich aus der Wohnung, um einen zu kaufen. Kein Sieb in den Regalen des Supermarkts. Unmöglich! Soll ich die italienische Botschaft anrufen? Bye bye Spaghetti…

To be continued…

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